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Kälber ersticken im Mutterleib
Milch ist blutiger als Fleisch

Tausende Kälber ersticken im Mutterleib von Milchkühen

2014 berichtete die ARD bereits über den qualvollen Tod, den viele Kälber im Bauch ihrer geschlachteten Mütter erleiden. Man versprach, so schnell wie möglich ein landesweites Verbot zum Schlachten von trächtigen Kühen umzusetzen, doch geändert hat sich bis heute nichts. Wie kann es überhaupt zu diesen Grausamkeiten kommen? 

Das Leben einer Milchkuh ist ein trauriges. Nach lebenslanger Ausbeutung folgt am Ende der Gang zum Schlachthof und das schon nach kurzer Zeit: denn obwohl Kühe eine Lebenserwartung von 25 Jahren haben, wird ihr Leben als Milchkuh in der industrialisierten Massentierhaltung nach etwa fünf Jahren beendet. Ein Grund dafür sind Krankheiten und Schwäche, denn eine Kuh, die pro Tag 40 Liter Milch geben muss, ist bereits nach wenigen Jahren so ausgezerrt, dass sich nur noch der Weg zur Schlachtbank „lohnt“.

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Stall mit Milchkühen

Obwohl Kühe eine Lebenserwartung von 25 Jahren haben, endet ihr Leben in der industrialisierten Massentierhaltung schon nach etwa fünf Jahren.

Das Leben einer Milchkuh

Die Beziehung zwischen Mensch und Tier hat sich heutzutage so entfremdet, dass einige Leute irrsinnigerweise annehmen, die Kuh sei ein hilfloses Lebewesen, das ohne die helfende Hand des Menschen nicht auskäme. Aber genau wie wir Menschen sind Kühe Säugetiere, die nur Milch geben, wenn sie ein Kind gebären und keine Dauer-Melkmaschinen.

Doch der Mensch hat sie dazu gemacht: Damit eine Kuh Milch geben kann, wird sie jedes Jahr durch Besamung geschwängert. Nach der Geburt wird das Kalb sofort von der Mutter getrennt und mit spezieller Kalb-Ersatzmilch, dem sogenannten „Milchaustauscher“ gefüttert. Klingt paradox, jedoch ist die Kuhmilch heutzutage so verzüchtet, dass sie die Nährstoffbedürfnisse des Kalbes nicht mehr erfüllen würde und es zu einer Mangelernährung käme.

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Die weiblichen Kälber, die geboren werden, erwartet ebenfalls das harte Leben einer Milchkuh. Da der Nachwuchs von Milchkühen nicht für die Fleischzucht ausgelegt ist, werden die männlichen Kälber schon kurz nach der Geburt geschlachtet.

Normalerweise würde eine Kuh nur so viel Milch produzieren, wie ihr Kalb trinkt. Das wären ca. 6 Liter pro Tag. Heutige Kühe geben jedoch etwa 40 Liter – eine enorme Menge, die an den Körperreserven zerrt.

Wenn die Kuh wegen Schwäche oder Krankheit keine Leistung mehr erbringen kann, wird sie ebenfalls geschlachtet. Solange die Krankheiten nicht ansteckend sind, ist das für den Schlachtbetrieb kein Problem und das Fleisch landet irgendwann in unseren Supermarktregalen.

Kälber sterben im Mutterleib

Jährlich ersticken rund 180.000 ungeborene Kälbchen im Mutterleib.

Ungeborene Kälber ersticken qualvoll

Grausam ist auch das Sterben einer Milchkuh: wenn sie den Anforderungen der Milchindustrie nicht mehr gerecht wird, tritt sie ihren Weg zum Schlachthaus an, wo sie per Bolzenschuss zunächst betäubt wird.  Durch einen Reflextest an den Augen wird getestet, ob das Tier noch bei Bewusstsein ist. Anschließend aufgehängt, stirbt die Kuh durch Ausbluten. Danach erfolgt die Verarbeitung und Zerlegung im Minutentakt, wobei nicht selten ungeborene Kälber entdeckt werden.

Laut Dr. Kai Braunmiller, Veterinär der Bundesarbeitsgemeinschaft Fleischhygiene ersticken so jährlich rund 180.000 ungeborene Kälbchen im Mutterleib. Schätzungen zufolge dauert dieser qualvolle Tod bis zu 20 Minuten.

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„Vorsätzliche Tierquälerei“, nennt Braunmiller diese Vorgehensweise, denn viele Bauern wissen von der Schwangerschaft ihrer schlachtreifen Kühe. Es „lohne“ sich für die Landwirte eben nicht, für eine schwerkranke Kuh den Tierarzt zu rufen.

Und die Landwirte handeln nicht rechtswidrig, denn aufgrund der aktueller Gesetzeslage ist das Schlachten von trächtigen Kühen erlaubt. Landwirt­schafts­minister Christian Schmidt versprach zwar ein einheitliches Verbot bis Anfang 2017, doch geschehen ist bislang nichts. Und solange die Politik tatenlos zusieht, werden auch weiterhin Kälber qualvoll ersticken. 

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Quellen: Bilder: Screenshot ARD Report Mainz, Depositphotos/WitthayaP, Text: Meike Riebe