Facebook erlaubt Gewalt und diskriminiert stillende Mütter
Digital human problem

Facebook erlaubt Gewalt und diskriminiert stillende Mütter

Was wir als richtig und falsch erachten, wird heutzutage von wenigen Medienmonopolen bestimmt. Durch die Informationen, die sie weitergeben oder verschweigen, haben Google, Facebook, YouTube u.a. einen erheblichen Einfluss auf das Weltbild der meisten Menschen.  

Die meisten Menschen, vor allem die jüngeren beziehen ihre Informationen heutzutage aus dem Netz. Dabei gibt es nur rund hundert Seiten, die den größten Teil der Seitenaufrufe verzeichnen. Dazu gehört der Suchmaschinenriese Google, auf dessen Konto pro Monat etwa 842,77 Millionen Seitenaufrufe gehen. Damit ist Google die meistbesuchte Internetseite, dicht gefolgt von dem sozialen Netzwerk Facebook, das weltweit über eine Milliarde Mitglieder besitzt und von deutschen Usern etwa 625,27 Millionen Mal pro Monat aufgerufen wird. YouTube, Wikipedia, Amazon und Ebay sind ebenfalls nur einige der größten und einflussreichsten Internetseiten weltweit.

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Was du findest, bestimmt Google

Was auf Facebook zu sehen ist, bestimmt Facebook und die Suchergebnisse, die auf Google zu finden sind, sind selbstverständlich nur die, die Google zeigen will. Durch bestimmte Formulierungen in den Nutzungsbedingungen, die die Nutzer akzeptieren müssen, und technische Vorkehrungen bestimmen letztlich die privaten Betreiber, was der User darf und was nicht. Sie legen die Spielregeln fest.

 Die Mediaagentur „Zentith Optimedia“ listet seit 2007 jährlich die 30 erfolgreichsten Medienunternehmen weltweit nach der Höhe ihrer im Werbeumfeld von Print, TV, Internet und Social Media generierten Umsätze auf. Mit einem Umsatz von 43,7 Milliarden US-Dollar ist Google inzwischen für alle anderen Medienanbieter uneinholbar geworden. Der Abstand zu DirecTV (29,7 Milliarden Umsatz) hat sich auf 47 Prozent erhöht. Das deutsche Unternehmen Bertelsmann ist mit 10,55 Milliarden US-Dollar Umsätzen vom siebten auf den neunten Platz abgerutscht. Der Axel-Springer Konzern liegt mit 4,06 Milliarden US-Dollar auf Platz 25.

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Manipulation durch Facebook, YouTube und Co.

Meinungen bestimmen, Richtungen vorgeben - durch die geringe Zahl marktbeherrschender Medienunternehmen wird Medienvielfalt fast unmöglich. Wer diese Medienriesen besitzt, hat massiven Einfluss auf das Glaubenssystem der Gesellschaft.

Weil ihre Inhalte nicht „werbefreundlich“ sind, verweigert YouTube kritischen Kanälen seit kurzem die Monetarisierung ihrer Werbeeinnahmen und beschneidet sie somit ihres Einkommens. Was dabei werbefreundlich ist, bestimmt YouTube im Alleingang.

Die große Stärke von Google, Facebook und Co. liegt in ihrer Fähigkeit den User ins Visier zu nehmen und ihn zu durchleuchten. Das „Tracken“ von Menschen, die man im Netz auf Schritt und Tritt verfolgt, hat sich als lohnendes Geschäftsmodell erwiesen. So hat auch Facebook bereits im Jahr 2014 damit begonnen, die Stimmung der Nutzer zu verändern, in dem man die Inhalte und Meldungen auf deren Timelines anpasste.

Verzerrte Realität auf Facebook

Die Zensurmaßnahmen von Facebook standen schon öfter in der Kritik. So sieht man in dem sozialen Netzwerk gewaltverherrlichende Bilder und rechtsradikale Parolen - Bilder, auf denen stillende Mütter, also die Silhouette der weiblichen Brust zu sehen ist, sind jedoch streng verboten und werden sofort als Spam markiert. „Wir zensieren Bilder mit weiblichen Brüsten, wenn darauf Brustwarzen zu sehen sind", heißt es in den Richtlinien. Unserer Erfahrung nach zensiert Facebook sogar wenn keine Brustwarzen zu erkennen sind. Für Männerbrüste gilt das jedoch nicht, Brustwarzen hin oder her.

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Das „digital human problem“

Hinrichtungsvideos, abgetrennte Gliedmaßen und der Aufruf zur Gewalt sind also in Ordnung, natürliche menschliche Vorgänge jedoch nicht. Sicherlich liegt das daran, dass Facebook eine amerikanische Seite ist und in den USA Sex weitaus verpönter ist als Gewalt. Doch warum werden stillende Frauen sexualisiert und in eine Schublade mit den oben-ohne-Fotos aus dem Playboy gesteckt? Soll uns damit unbewusst suggeriert werden, dass Blut und Gewalt okay, Liebe und Nacktheit aber etwas Abstoßendes sind? Wie wirkt sich diese verzerrte Wahrnehmung wohl auf das Weltbild unserer Jugend aus? Wenn wir es weiterhin zulassen, dass nur wenige Menschen weltweit bestimmen was richtig und was falsch ist, haben wir bald ein großes „digital human problem“. 

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Quellen: Bilder: Depositphotos/golyak, Text: Meike Riebe