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Donald Trump hebt US-Naturschutzgebiete auf
Dekret des US-Präsidenten

Donald Trump hebt US-Naturschutzgebiete auf

Donald Trump macht Obama’s Entscheidung rückgängig und verkleinert zwei US-Naturschutzgebiete um 8000 Quadratkilometer. Insgesamt hat Trump die Überprüfung von 27 Naturschutzgebieten in Auftrag gegeben. Umweltschützer schlagen Alarm.

Nachdem US-Präsident Donald Trump vor kurzem mit der Genehmigung zur Einfuhr von Elefanten-Trophäen für einen Aufschrei unter Naturschützern sorgte, nun das: Trump hat zwei Naturschutzgebiete in Utah um mehr als 8000 Quadratkilometer verkleinert und die Gebiete so für Öl- und Gasbohrungen, Bergbau und Holzabbau geöffnet.

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27 Naturschutzgebiete könnten freigegeben werden

Naturschützer ahnten schon lange was sich da zusammenbraut: Innenminister Ryan Zinke stellte landesweit 150 US-Naturschutzgebiete und Parks auf den Prüfstand und nahm 27 davon genauer unter die Lupe. Bei einem Besuch im Bundesstaat Utah unterzeichnete Trump nun die Anordnung, die beiden Naturschutzgebiete "Bears Ears" und "Grand Staircase-Escelante" zu verkleinern. Sofort zog er Naturschützer gegen sich, die Klage einreichten. Sie wollen dafür sorgen, dass die Gebiete weiterhin geschützt bleiben.

Grand Staircase-Escelante

Grand Staircase-Escelante

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Naturschutzgebiete um 80 Prozent verkleinert

Das erste Mal seit 50 Jahren sorgt ein US-Präsident dafür, dass geschützte Landregionen wieder freigegeben werden. Ansässige Ureinwohner und Umweltaktivisten waren vehement gegen diese Anordnung, die Republikaner in Utah jedoch dafür. Sie hielten die Schutzmaßnahmen für zu weitreichend und störend in der Erschließung des Bergbaus. 

Bears Ears wird durch Trumps Erlass nun in zwei Gebiete aufgespalten, die zusammen nur noch 930 Quadratkilometer umfassen und eine Verkleinerung um mehr als 80 Prozent ausmachen. Staircase-Escalante wird in drei Teile mit insgesamt etwa 4000 Quadratkilometer aufgeteilt, die bisherige Fläche betrug 7600 Quadratkilometer.

Bears Ears

Bears Ears

Trumps Ziel: Kohle

Die beiden Naturschutzgebiete waren von den früheren Präsidenten Bill Clinton und Barack Obama geschaffen worden, was Trump als unvorteilhaften „Übergriff“ bezeichnete. Er möchte die unter Schutz gestellten Flächen wieder freistellen, damit "unnötige Restriktionen" für die Jagd, die Viehzucht und "verantwortungsvolle wirtschaftliche Entwicklung" beseitigt werden. Kritiker sehen in der Anordnung die Verfolgung eindeutiger wirtschaftlicher Interessen Trumps, da die Schutzgebiete die größten Kohlevorkommen des Landes beherbergen.

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Navajo klagen gegen Trump

Die Naturschutzorganisation „Earthjustice“ befürchtet, dass der Präsident das „Dinosaurier-Shangri-La“, das voll mit Fossilien sei, gefährde. Denn viele von ihnen befinden sich auf einem Plateau, unter dem große Kohlevorkommen liegen. Dies könnte jetzt für den Bergbau geöffnet werden. Mit Blick auf das Naturschutzgebiet Bears Ears hat der Nationalrat der Navajo angekündigt, gegen Trumps Entscheidung zu klagen. Ethel Branch, oberste Anwältin der Navajo, sagte: "Um unsere Identität als Navajo weiter sicherzustellen, brauchen wir freien Zugang zu Gebieten wie Bears Ears."

Klagen könnten bis zum Obersten Gerichtshof gehen 

Knapp 3000 Demonstranten versammelten sich in der Nähe des Parlaments in Salt Lake City, um gegen den Schritt zu protestieren, darunter auch Demokraten. Die politische Gegenseite vermutet, dass der Präsident republikanischen Wahlkampfspendern entgegenkommen möchte. 

Brian Howard von Natur-Magazin "National Geographic" nennt Trumps Schritt im Fernsehsender CBS beispiellos und hofft, dass die Klagen bis zum Obersten Gerichtshof gehen werden.

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Quellen: Bilder: Flickr/Gage Skidmore (CC BY-SA 2.0), Depositphotos, Text: Meike Riebe