Veganes Deftiges Essen von Der gute Heinrich
Deftiges Streetfood

Deftig veganes Streetfood von Der Gute Heinrich

Raus aus der Werbeagentur und rein ins Veggie-Catering – mit Der Gute Heinrich hat sich Carmen Lindner einen echten Traum erfüllt. Wie es dazu kam erzählt die Kölnerin im Interview.

Ob Eco-Wochenmarkt oder Basecamp, ob veganes Sommerfest, Benefizevent für Flüchtlinge oder Konzertcatering –  ist man in den kulturell wirklich spannenden Ecken in und um Köln unterwegs, stehen die Chancen nicht schlecht auf Carmen Lindner und ihren Der Gute Heinrich-Streetfood Stand zu stoßen. Dabei setzt die 46-jährige weniger auf das übliche Burgereinerlei im neuen Gewand, sondern vielmehr auf eine wirklich raffinierte und stets frische Melange aus Experiment und Tradition.

Anzeige

Hallo Carmen. Stell dich doch bitte kurz vor.

Ich heiße Carmen Lindner, bin 46 Jahre alt und war bis 2014, also gute 20 Jahre, mit einer kleinen Werbeagentur in Köln selbstständig. Die Arbeit und das ständige im Büro und vor dem Computer-Hocken hatte mich schon länger nicht mehr befriedigt. Ich wollte mehr Action, unterwegs sein und mich mit Menschen austauschen. Ich machte damals schon seit einiger Zeit Bandcatering in einem Kölner Club und als dann beim jährlichen Open-Air mit 2.000 - 3.000 Besuchern ein vegan/vegetarisches Essensangebot fehlte, sprang ich halt in die Bresche. Ich machte einen veganen Streetfood-Stand und war angefixt. So fing das alles an. Ein halbes Jahr später bin ich aus meiner Agentur ausgestiegen und konzentriere mich seitdem ausschließlich auf ‚Der Gute Heinrich’.

Außergewöhnliche Geschäftsidee

Carmen Lindner mit ihrer außergewöhnlichen Geschäftsidee.

Wie bist du auf den doch recht ungewöhnlichen Namen gekommen?

Ich wollte keinen hippen englischen Namen für mein Unternehmen, sondern etwas Klassisches, Ungewöhnliches. ‚Der Gute Heinrich’ ist eine leider ziemlich in Vergessenheit geratene Pflanze, die wild an Straßenecken oder auf Wiesen wächst und ursprünglich auf das altdeutsche Wort „heimrich“ zurückzuführen ist. Und das bedeutet: ‚Gut essbar!’ Das fand ich sehr passend. Wir tauchen mit unserem mobilen Catering ja auch an den verschiedensten Ecken auf. 

Der gute Heinrich ist eine alte bekannte Pflanze

Der gute Heinrich steht für gut essbar.

Welche Schwerpunkte setzt du beim Kochen? Gibt es da ein festes Konzept?

Mein Schwerpunkt liegt auf frischer, veganer und hausgemachter Kost. Ich will weg von abgepackten Tofu- oder Seitanprodukten, die industriell hergestellt werden. Ich mache beispielsweise verschiedene ‚Käse’ auf Cashew-Basis oder das Kölner Traditionsgericht ‚Himmel und Äd mit veganer Flönz’ wobei Flönz im Original Blutwurst ist. Hinzu kommen saisonale Lieblingsgerichte wie z.B. Serviettenknödel, Zwiebelkuchen oder auch mal Wraps. Verkauft wird unter anderem auf dem neuen Kölner ‚Meet & Eat’-Wochenmarkt. Das Konzept entspricht genau meiner Vorstellung eines tollen Marktes. Man kann frisch einkaufen und aber auch direkt vor Ort etwas essen. Wir haben da also eine Frischetheke für hausgemachte vegane Lebensmittel und bieten gleichzeitig Streetfood an.

Himmel und Äd mit veganer Flönz

Kölner Traditionsgericht "Himmel und Äd" mal anders.

Streetfood-Märkte starten derzeit ja ziemlich durch. Seid ihr in diesem Zusammenhang mit eurem Veggiekonzept eher Exoten und wie entwickelt sich die Szene aktuell?

Ich habe anfangs ein paar Mal an reinen Streetfood-Märkten teilgenommen. Ich finde super, was z.B. die Kölner Jungs vom Street-Food-Festival da auf die Beine gestellt haben. Respekt! Allerdings ist das ist nicht so ganz mein Ding. Für meinen Geschmack zu hip und außerdem zu burgerlastig, irgendwie bin ich aus dem Alter raus. Ich fühle mich auf einem eher klassischen Wochenmarkt besser aufgehoben. Ich nehme aber auch an rein veganen Festen teil und biete dort unter anderem Workshops für vegane ‚Käse’- oder ‚Wurst’-Herstellung an. Ich möchte interessierten Menschen zeigen, dass es ganz einfach ist, selber frische Produkte herzustellen. 
Beispielsweise Frischkäse aus Nüssen, für den es unzählige Varianten gibt oder auch Würste aus Gemüse, die sich sowohl für die Pfanne als auch für den Grill eignen.
Es geht mir nicht darum, Fleisch oder Käse eins zu eins zu imitieren. Das wird nicht funktionieren und ist auch nicht mein Anliegen. Es geht vielmehr darum, sich gewohnter Darreichungsformen zu bedienen und gleichzeitig neue Geschmackserfahrungen zu vermitteln. 

Selbstgemachte Delikatessen von Der gute Heinrich

Neue Geschmackerfahrungen vermitteln...

Wäre ein eigener Laden interessant oder möchtest du dich auch weiter auf flexibles Kochen konzentrieren?

Das ist ja einer der Gründe, weshalb ich aus meiner Agentur ausgestiegen bin. Ich möchte nicht mehr auf einen Standort beschränkt sein. Ein fester Laden kommt also erst einmal nicht in Frage. Kann natürlich sein, dass sich das irgendwann mal wieder ändert, ist aber zunächst nicht geplant. 

Flönz - aber vegan

Flönz, ein Kölner Traditionsgericht, aber vegan.

Wie sehen deine Pläne für die Zukunft aus?

Ich könnte mir vorstellen, perspektivisch einen zweiten und dritten wöchentlich festen Termin in meinen Zeitplan aufzunehmen, ansonsten genieße ich es momentan, mal hier mal dort zu sein. 

Das Der gute Heinrich Lieblingsrezept - Serviettenknödel

   
300 g trockenes Brot  2 Zwiebeln
500ml Sojamilch Salz
frische Petersilie (ca. 1/2 Bund) Pfeffer
100 g Margarine 2 El Bindemittel (Kartoffelstärke,Sojamehl)

Zubereitung:

Das getrocknete Brot würfeln, Milch aufkochen und Brot damit übergießen. Umrühren und mindestens 20 Minuten einweichen.
Die Zwiebeln in etwas Öl glasig dünsten.

Brotmasse, Petersilie, Zwiebeln, Margarine, Salz, Pfeffer, Bindemittel gut vermengen.Die Masse zu einer Rolle formen, in Frischhaltefolie wickeln und die Enden wie ein Bonbon mehrfach umdrehen.  Danach in Alufolie oder ein Küchentuch einwickeln. Die vorbereitete Rolle im Dampfeinsatz 30 Minuten garen. Abkühlen lassen, in 2 cm dicke Scheiben schneiden und mit etwas Öl in der Pfanne braten.
Dazu passt ein Grüner Salat oder ein Pilzragout.

Das könnte Sie auch interessieren: Gesund vegan ernähren, Kölner Eco Label, Veganes Backrezept

Anzeige

Text: www.derguteheinrich.de, Bild: Der gute Heinrich, Interview: Andreas Grüter