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Bitterstoffe gehören zu einer gesunden Ernährung
Gesunde Ernährung

Bitterstoffe gehören zu einer gesunden Ernährung

Bittere Lebensmittel zählen nicht unbedingt zu unseren Favoriten in der Ernährung. Dabei gibt es eine Menge Gründe, die dafür sprechen, Bitterstoffen wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Sie halten gesund, machen schlank und wirken sich sogar positiv auf unser Gemüt aus.

Zu unserer Geschmackspalette gehört neben süß, sauer und salzig auch bitter. Das ist auch gut so. Leider gehört diese Geschmacksrichtung nicht unbedingt zu unseren bevorzugten. Oder wer beißt schon gerne herzhaft in ein Stück frische Grapefruit? Daher neigt der Mensch wie auch die Lebensmittelindustrie mittlerweile dazu, bittere Geschmacksnoten von Nahrungsmitteln durch Zucker zu übertünschen. Mit fatalen Folgen. Unsere Geschmacksknospen sind teilweise verkümmert und die Bitterstoffe verschwinden bedauerlicherweise vom Speiseplan. Dabei bergen bittere Lebensmittel ein hohes gesundheitliches Potential. 

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Rosenkohl enthält viele gesunde Bitterstoffe

Herb aber gesund

Viele Salate wie Chicoree, Endivien oder Rucola enthalten viele Bitterstoffe. Aber auch Löwenzahn, Schafgarbe, Pfefferminze, grüner Tee, Rosenkohl, manche Apfelsorten, Orangen, Amaranth oder Rotwein enthalten die gesunde, herbe Note. Es lohnt sich auf jeden Fall unsere Bitterrezeptoren wieder mehr zu aktivieren. Sie sind nicht nur im Mund, sondern auch im gesamten Magen-Darm-Trakt zu finden. Wer Bitterstoffe regelmäßig in seine Ernährung integriert, wird langfristig weit weniger Verdauungsbeschwerden haben.  Laut Professor Reinhard Saller, Direktor des Instituts für Naturheilkunde der Universität Zürich kommt der Darm durch die regelmäßige Aufnahme von Bitterstoffe wieder in Bewegung und der Nahrungstransport wird beschleunigt. Zudem stimulieren Bitterstoffe die Ausschüttung von körpereigenen Verdauungssäften wie Pankreas- und Gallensaft, was wiederum die Verdauung fördert.

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Bitterstoffe machen auch schneller satt und halten schlank

Bitterstoffe wirken wie Appetitzügler

Bittere Lebensmittel können aber noch mehr. Sie machen schneller satt und halten schlank. Sobald wir bitter im Mund wahrnehmen, kauen wie langsamer und der Appetit auf mehr wird ausgebremst. So essen wir weniger, was eine Diät zusätzlich unterstützen kann. Außerdem haben Nahrungsmittel mit einem hohen Gehalt an Bitterstoffen in der Regel nur wenig Kalorien. 

Gute Laune mit bitteren Lebensmitteln

Bitterstoffen werden noch eine Menge mehr gesundheitliche Vorteile zugeschrieben. Eine exakte Liste, welche bitteren Lebensmittel  für welche gesundheitlichen Probleme angewandt werden können, gibt es dennoch nicht. Vielmehr geht es um eine ausgewogene Ernährung mit allen Geschmacksrichtungen und frischen, unveränderten Lebensmitteln, die einen gesunden Körper bis ins hohe Alter ausmachen. Verschiedene Ernährungsexperten bestätigen jedoch noch eine leichte antidepressive Wirkung sowie eine Steigerung der Immunabwehr durch bittere Lebensmittel. Erklärt wird dies über die "Gifttheorie". Bittere Stoffe werden entwicklungsgeschichtlich bedingt vom Körper als gefährlich eingestuft und kurbeln den Abwehrmechanismus an. Das komplette Immunsystem ist jetzt in Alarmbereitschaft und versucht mit allen Mitteln das vermeintliche Gift wieder los zu werden. Dies ist auch der Grund, warum die meisten Erkältungs- oder Hustenmittel bitter schmecken. Es ist also auf jeden Fall empfehlenswert wenigstens ab und an mal eine Grapefruit, etwas Rosenkohl, einen grünen Tee oder einfach nur einen schwarzen Kaffee ohne Zucker schmecken zu lassen.

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Quellen: Bilder: Depositphotos/Saksoni, Maria-Lapina, macniak, Text: Tine Esser