Brennessel
Die neue Baumwolle

Brennessel und Hanf lösen Baumwolle ab

Hanf, Milch, Brennnessel – seit klar ist, dass die Überproduktion von Baumwolle zu einem echten Problem für die Umwelt wird, suchen immer mehr Fashionlabel ihr Heil in alternativen Fasern. Und das mit häufig überraschenden Ergebnissen.

Hoher Wasserverbrauch, Monokulturen, hoher Pestizideinsatz – die Traumfaser Baumwolle ist in den vergangenen Jahrzehnten in vielen Teilen der Welt zu einem ökologischen Albtraum geworden. Eine Entwicklung mit deutlicher Ansage, die jedoch lange auf ein geringes Echo in der Textil- und Bekleidungsbranche stieß und nur von einigen engagierten Ecobrands aufgegriffen und kreativ bearbeitet wurde. Während die ersten Kleidungsstücke aus beispielsweise Hanffasern noch belächelt wurden, scheint sich das Blatt jetzt auch en Gros zugunsten umweltfreundlicherer Faseralternativen zu drehen.

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Alternative Fasern und Stoffe auf dem Vormarsch

Brennessel

Während die Hamburger Designerin und Biologin Anke Domaske unter dem Label QMilch mit Mode und Kosmetik aus Milchfasern für Aufsehen sorgt, die Wismarer Goldschmiedin Ramona Stelzer mit Schmuck aus Fischleder Erfolge feiert und die Modegestalterin Gesine Jost in ihrem Düsseldorfer Atelier feine Kleider aus Brennesseln entwirft unterstreicht Hans-Petert Fink vom Fraunhofer-Institut für Angewandete Polymerforschung den Trend mit Fakten. In der Mode- und Textilindustrie steigt, so Fink, das Interesse an neuen, biobasierten Fasern seit Jahren an. Naturfasern sind nach Fink ein immenser Wachstumsmarkt, der sich nicht allein mit (Bio-) Baumwolle abdecken lässt. Aktuell wird zwar noch viel mit Cellulose-basierten Chemiefasern wie Viskose, Modal und Tencel  gearbeitet, Fasern aus Polymilchsäure oder robusten, schnell wachsenden Pflanzen wie Hanf, Flachs oder Brennnesseln seien jedoch deutlich auf dem Vormarsch.

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Quelle: Fashion United Bilder: JackF/rekrr-Thinkstock Text: Andreas Grüter