1. Home
  2.  › Natur & Umwelt
Nachhaltige Bio-Landwirtschaft in Saudi-Arabien
Saudi-Arabien setzt auf Bio

Saudi-Arabien setzt auf Bio und spart dadurch nachhaltig Wasser

Ölförderung, reiche Scheichs, Luxusschlitten und große Bauprojekte – denkt man an Saudi-Arabien, dann meist in Klischees, oft an Ressourcenverschwendung. Doch, das Land kann auch anders wie die aktuelle Entwicklung zeigt. Denn Saudis stehen nun auf Bio-Produkte und forcieren den Anbau biologischer Lebensmittel, Wasser sparen inklusive.

2005 fing das ehrgeizige Projekt an, welches in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, kurz GIZ, umgesetzt wird. Bio aus der Wüste war das Ziel. Nicht zuletzt der Sorge großer Teile der Bevölkerung um die Qualität von Lebensmitteln führte dazu, dass die GIZ in Zusammenarbeit mit der saudischen Regierung das ehrgeizige Ziel des Bio-Anbaus in Angriff nahm.

Es scheint absurd, Saudi-Arabien, ein Wüstenstaat, war einst großer Lebensmittelexporteur. So förderten Subventionen beispielsweise den Weizenanbau, der nur mit Unmengen von Grundwasser gewährleistet wurde. Ein rapider Schwund des Grundwasservorkommens war hierbei die Folge. Auch der Dattelanbau verschlang und verschlingt große Mengen an Grundwasser. Denn die Felder mit den Dattelbäumen werden nach wie vor mittels Überschwemmungstechnik bewässert. Eine Methode, die einen riesigen Verlust durch Verdunstung des Wassers in dem heiß-trockenen Wüstenklima zur Folge hat. Ganz abgesehen vom unkontrollierten Pestizid-Einsatz.

Die GIZ unterstützte und unterstützt weiterhin nach einer Verlängerung mit der saudischen Regierung des Projektes den Aufbau einer ökologischen Lebensmittelbranche, die sowohl im Bereich der Lebensmittelherstellung, als auch unter den Aspekten der Zertifizierung und Vermarktung internationalen Standards für ökologische oder Bio-Produkte entspricht. Heute schon hat das Land ein Bio-Siegel, das mit dem Bio-Siegel nach EU-Standards vergleichbar ist.

Nachhaltige Bio-Landwirtschaft in Saudi-Arabien spart nachhaltig Wasser.

Die Tröpfchenbewässerung spart 70 - 80 % Wasser und ist dennoch effektiv. In Deutschland genauso wie in Saudi Arabien. Foto: Fotolia

Durch die Sensibilisierung für das Thema ökologische Landwirtschaft Das Vorhaben trägt dazu bei Saudi Arabischen Landwirten neue Geschäftsmöglichkeiten zu eröffnen und die saudische Lebensmittelbranche im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig zu machen.

Bio: Die Macht der Verbraucher zeigt Wirkung

Anzeige

Mittlerweile sind in Saudi-Arabien 15.000 Hektar Land biologisch bewirtschaftet. Weitere 30.000 Hektar sind in Planung. Waren es anfangs nur 65 Bauern die auf Bio-Landwirtschaft setzten, so sollen nun 200 weitere folgen. Auch wurden die Subventionen für den Weizenanbau komplett gestrichen. Um Wasser zu sparen, wird vermehrt auf die Tröpfchenbewässerung gesetzt. Diese reduziert den Wasserverbrauch um 70 bis 80 Prozent. Übrigens: Auch in Deutschland. Ideal ist es, auf Regenwasser zurückzugreifen. So sparen Sie wertvolles Trinkwasser durch die Regenwassernutzung.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit

Text: Jürgen Rösemeier