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Nachhaltige Architektur: Urban Farming in der vertikalen Stadt
Farmscraper statt Wolkenkratzer

Farmscraper statt Wolkenkratzer: Ein Traum von Urban Gardening

Urban Farming auf Brachflächen, vertikale Gärten, vertikale Städte – die Sehnsucht nach sattem Grün in den Millionenstädten dieser Welt wird immer größer. Erst recht in Zeiten, in denen mehr und mehr Menschen vom Land in die Stadt ziehen. Vincent Callebaut Architectures hat die perfekte Lösung: Die Landbevölkerung nimmt das Grün einfach in die Stadt mit.

Nachhaltige Architektur: Urban Farming in der vertikalen Stadt

Vertikale Städte bringen wieder Grün in die Herzen der Stadt. Dieser Entwurf ist ein einmaliges Beispiel für nachhaltige Architektur. Von der Nutzung Erneuerbarer Energie bis zum Urban Farming vor der Wohnungstür ist alles geboten.

2011 war der Wendepunkt in China. Erstmals lebten mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Bis 2030 sollen es sogar 75 Prozent sein, berechnete Demographie-Experte Li Jianmin. Das macht ein Wachstum des urbanen Lebensraums nötig, wodurch die Städte größer und größer werden und in einer schier unglaublichen Geschwindigkeit wachsen. Betonwüsten sind meist das Ergebnis. Doch, die Architektur denkt um, so auch die Verantwortlichen vor Ort. Mehr Grün muss her, muss (wieder) Einzug in das urbane Lebensumfeld halten. Dieses Umdenken hat schon längst begonnen, in einigen Städten weniger, in anderen wie den Smart Cities bereits mehr. Zumal Städte heute noch 75 Prozent des weltweiten Energiebedarfs benötigen und 80 Prozent der CO2-Emissionen verursachen. Ein Projekt wie die Farmscrapers, eine Form der vertikalen Stadt, des französischen Architekturbüros Vincent Callebaut soll hierbei nun Abhilfe schaffen. Und gleichzeitig das Problem des Wohnungsmangels entzerren.

Farmscrapers: Mehr als nur nachhaltiger Schutz vor der Natur

Der ursprüngliche Sinn einer Behausung war es, den Menschen vor der Natur und vor ihren Gefahren wie Wildtieren oder dem Wetter zu schützen. Dennoch war der Mensch mehr oder weniger Eins mit der Natur. Dieser ursprüngliche Sinn soll nun mit einer nachhaltigen Architektur ein Stück weit wieder hergestellt werden, so wie mit dem Farmscraper für die Millionenstadt Shenzhen; vom Wolkenkratzer zum Bauernhofkratzer, übersetzt man die Bezeichnung wörtlich.

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Sehr viel Ländliches haben die wie gestapelte Kieselsteine oder Spiralen wirkenden Gebäude tatsächlich. So grünt es auf den vielen entstehenden Plattformen genauso wie im Inneren der mit viel gläserner Transparenz geplanten Gebäude. Die Gebäude sind ein weiterer Entwurf, der sich den Vorstellungen vom Leben in einer vertikalen Stadt in Perfektion nähern.

Farmscrapers: Rund um nachhaltig und komfortabel

Die Entwürfe sehen nicht nur spannend aus, ihre durchdachte Planung bietet den maximalen Wohnkomfort und bringt Biodiversität wieder in die Herzen der Städte. Alles fängt am Boden an, dessen große Wasserflächen anfallendes, wenig verschmutztes Brauchwasser wieder aufbereiten. Dieses kann beispielsweise von den vielen Urban Farming-Parzellen kommen, die die Bewohner der Farmscraper selbst bestellen und so für eine nachhaltige, maximal frische Versorgung mit Lebensmitteln zu sorgen. Kosten und Energie für Transporte, Kühlung entfallen durch dieses Urban Farming-Angebot komplett.

In den Höhen der kieselartigen Gebäudemodule, die viel Licht ins Innere lassen, befinden sich unzählige kleine Windkraftanlagen, die die Farmscraper mit umweltfreundlicher Energie versorgen. Kompostierte Lebensmittelabfälle produzieren Biogas, Algentanks ebenso. Durch das viele Grün wird die verpestete Luft der Innenstädte nachhaltig mit Sauerstoff verbessert. Diese und weitere Vorteile dieses durchdachten Entwurfes könnten das Stadtleben auch in anderen Breitengraden nachhaltig verändern.

Leben auf dem Land, mit frischen, regionalen Produkten, an der frischen Luft und energieautark. Nur etwas anders. In einer vertikalen Stadt.

Quelle und Copyright alle Bilder: VINCENT CALLEBAUT ARCHITECTURES - WWW.VINCENT.CALLEBAUT.ORG Text: Jürgen Rösemeier

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