Zoo Tiger Fleisch Schlachtung
Tierquälerei & Tötungen

Giraffe an Löwen verfüttert - Pfeifen Zoos auf Tierschutz & artgerechte Tierhaltung?

Die Protestwelle gegen die grausame Hinrichtung eines Giraffen-Bullen im Kopenhagener Zoo reißt nicht ab. Jetzt stoppte ein anderer Zoo eine Giraffen-Verfütterung, nachdem die Kritiken immer lauter wurden. Das Züchten und Verfüttern von lebenden Tieren zum Beispiel an Löwen ist allerdings weiterhin Alltag in den Tiergefängnissen. Kann es so weitergehen?

Es war ein bizarres und unangebrachtes Beispiel von Taktlosigkeit. Vor den Augen der Zuschauer, darunter viele Kinder, wurde die Giraffenleiche zerstückelt und ins Wildgehege geworfen. Fütterungs-Alltag in einem Kopenhagener Zoo. Das Abschlachten ist sowieso schon ein barbarischer Akt. Warum muss das auch noch zur Schau gestellt werden? Nicht nur in Dänemark werden Tiere in Zoos gezüchtet, damit Löwen, Bären, Geparden & Co. Frischfutter bekommen. Wenn man sich in die Tierwelt hineindenkt, ist das Fressen von Fleisch ein ganz natürlicher Akt. Fleischfresser können ohne tierische Nahrung nicht überleben. Und so übernimmt der Zoo die Aufgabe der Natur. Aber: In der Wildnis können Tiere flüchten. Eine Ziege, die in das Löwengehege gestellt wird, hat keine Chance. Ist das natürlich?

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Zoo Giraffe Tierquälerei

Leidet die Giraffe? ©VvoeVale/istock

Sind Zoos noch zeitgemäß?

Eine andere bewegende Frage ist aber: Sind Zoos überhaupt noch zeitgemäß? Es gibt wunderschöne Tierparks, in denen einheimische Tiere genügend Auslauf finden und artgerecht leben können. Doch ist es wirklich ein schöner Anblick, wenn ein Elefant kaum Platz zum Rennen hat oder ein Tiger im Käfig nur noch hin und her trottelt? Der Sinn und Zweck eines Zoos ist das Anlocken von Besuchern und dafür müssen die Tiere herhalten. Ist es nicht absurd, dass ein Giraffenbulle (siehe Kopenhagen) sterben muss, weil Inzestgefahr besteht? Konnte man das nicht vorher durch Verlegung in einen anderen Zoo unterbinden? Und ist es nicht abartig an sich, wenn Zootiere als Futter dienen, weil die anderen Tiere nicht mehr eigenständig jagen können. Eingesperrt, hinter Gittern vegetieren die Tiere dahin. Klar, einige Tierforscher behaupten, Tiere, die im Zoo geboren wurden, kennen keine andere Welt, keine Freiheit ... Sie leiden nicht. Doch das ist eine These. Lesen wir einmal den Anfang des Gedichts „Der Panther“ von Rainer Maria Rilke:

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

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Nachhaltigleben

Der Löwe in Gefangenschaft ©rraheb/iStock

Man kann diese Zeilen so im Raum stehen lassen und muss nicht weiter darauf eingehen, wie „gut“ es Wildtieren im Zoo geht. Tiere als Belustigung, als Unterhaltung. Der Eine findet das im Zoo, der andere im Zirkus. Die Themen sind verwandt. Während in Zoos die Tiere noch einigermaßen Bewegungsfreiheit haben, liegt diese im Zirkus nahe Null. Immer wieder werden verheerende Zustände aufgedeckt und man fragt sich ernsthaft, ob es sein muss, dass ein Bär im Zirkus tanzt und ein Löwe durch den Feuerreif springt? Es gibt kreative Zirkusangebote, ohne Tiere, sondern nur mit Menschen, die ihr Können zeigen. Das würde reichen. Man braucht keine Tiere, um zu lachen oder zu staunen, wenn sie Kunststücke vorführen, die nicht artgerecht sind. Wer Tiere beobachten will, kann dies in Wald und Garten tun. Tiere aus fernen Ländern gibt es im Fernsehen oder dem Internet zu sehen oder man muss eine Fernreise unternehmen. Ein Löwe oder eine Giraffe gehören nicht hierher und auch nicht in ein Zirkuszelt. Sie gehören nach Hause.

Text: Peter Rensch