Vancouver Aquarium verbietet als erste Zooanlage für Meerestiere jegliches Plastik
Plastikverbot in Vancouver

Einzigartige Maßnahme gegen Plastikmüll in Kanada

Mutiger Schritt um Plastikmüll dauerhaft zu reduzieren. Das Vancouver Aquariums verbannt jegliche Plastikflaschen, Trinkhalme, Plastikdeckel oder Einweggeschirr aus seiner Anlage. Besucher können an Wasserbrunnen ihre eigenen Mehrwegflaschen auffüllen. In der Cafeteria gibt es nur noch wiederverwendbare Tassen.  Das ist einzigartig.

Als Reaktion auf ihre laufenden Nachhaltigkeitsanstrengungen hat das Vancouver Aquarium Marine Science Center jetzt eine Führungsposition eingenommen. Als erster Zoo für Meerestiere in Kanada wurde der Verkauf von Einweg-Plastikflaschen eingestellt. Allein 2016 wurden auf dem Gelände 37.000 Einweg-Plastikflaschen verkauft. Nun werden die Besucher gebeten, bei ihrem nächsten Besuch ihre eigene Flasche mitzubrin­gen und dort bei Bedarf an einem Brunnen aufzufüllen. Gleichzeitig sind auch jegliche andere Plastikartikel wie Plastikstrohhalme, Becherdeckel und Einweg-Besteck endgültig entfernt und gegen kompostierbares oder wiederverwendbares Geschirr ausgetauscht worden.

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Plastikmüll füllt alle Küsten dieser Erde

Das Vancouver Aquarium hat diesen vorbildlichen Schritt unternommen, um ihren ökologischen Fußabdruck weiter zu verringern und andere zu ermutigen, die gleiche Richtung einzuschlagen. Parallel dazu, möchten die Initiatoren das Bewusstsein für den lang anhaltenden Schaden wecken, der durch diese weit verbreiteten Plastikteile verursacht wird. In seiner Rede zu dieser konsequenten Maßnahme gegen Plastikmüll, erklärt Dr. John Nightingale, Präsident des Vancouver Aquarium, dass es derzeit genug Plastik im Ozean gibt, um jeden Meter Küste dieser Welt zu decken. Vor dem Hintergrund erschreckender Zahlen und Auswirkungen auf die Weltmeere, sieht er als Pflicht, die derzeitigen Praktiken zu ändern, um nachhaltig einen Beitrag zum Erhalt dieses Planeten zu leisten.

Vancouver Aquarium verbietet als erste Zooanlage für Meerestiere jegliches Plastik

Besucher können an Flaschenfüllstationen ihre eigenen, wiederverwendbaren Wasserflaschen auffüllen.

Die Besucher des Aquariums werden bereits vor ihrem Besucher dazu angehalten, ihre eigenen, wiederverwendbaren Wasserflaschen mitzubrin­gen. In den Aquarium-Galerien wurden vier neue State-of-the-Art-Wasserbrunnen, Fla­schen­füll­stationen sowie ein großer Out­door­brunnen installiert, um mitgebrachte Flaschen zu befüllen. Außerdem soll eine neue Kunst­installation das Publikum  anschaulich über den Einfluss von Kunststoff auf das maritime Leben informieren und zum Mitmachen animieren. Hierzu wurde eine riesige Welle aus leeren Einweg-Wasserflaschen geschaffen, die die Anzahl der Kunststoffflaschen zeigt, die im Café zwischen September und November letzten  Jahres verkauft wurden. Im Inneren der Anlage schwimmt ein 20-Fuß-Modell eines Buckelwals unter "Wellen" von 1.200 Plastikflaschen. Diese enorme Menge wurde vor der geänderten Abfallpolitik alle zwei Wochen dem  Abfallstrom zugeführt und konnte jetzt endgültig angeschafft werden.

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Vancouver Aquarium verbietet als erste Zooanlage für Meerestiere jegliches Plastik

Tod durch kiloweise Plastik im Magen

Seit 1950 ist die weltweite Kunststoffproduktion im Jahr 2013 von etwa 1,9 Tonnen auf 330 Millionen Tonnen gestiegen. Etwa 8 Millionen Tonnen dieses Plastiks landen jedes Jahr in den Ozeanen. Anfälliges Meerleben, einschließlich Wale, Meeresschildkröten und Seevögel, verwechseln leicht Plastikartikel mit Nahrung und nehmen sie auf. Der Kunststoff kann zu Verstopfungen in den Verdauungssystemen der Tiere führen und zu Verletzungen mit Todesfolge führen. Kleine Kunststoffteile "zerfallen" zu sogenanntem Mikroplastik. Dies wird von Zooplankton, ganz unten in der Nahrungskette aufgenommen, geht seinen Weg weiter in größere Tiere wie Lachs und landet schließlich in Raubtieren, einschließlich Walen. Studien ergaben, dass, basierend auf den Mengen an Mikroplastik im Zooplankton, ein Buckelwal, der sich durch diese mikroskopischen Kreaturen ernährt, bis zu 300.000 mikroplastische Partikel pro Tag einnimmt. Immer wieder verenden Wale sowie viele andere Meeresbewohner an den Folgen von, zum Teil kiloweise, Plastikteilen im Magen.

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Quellen: Vancouver Aquarium, Bilder: Vancouver Aquarium, Text: Tine Esser