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Honigbienen sind intelligenter als gedacht
Honigbiene mit Lern-Genen

Schlauer als gedacht: Bienen können sich der Umwelt anpassen

Der Uni Hohenheim ist es mit einem internationalen Forscherteam gelungen, das Erbgut ostafrikanischer Honigbienen zu entschlüsseln. Die dabei identifizierten Lern-Gene beweisen, dass Bienen in der Lage sind, ihre Umwelt wahrzunehmen und sich verschiedenen Lebensräumen anzupassen. "Kleine, schlaue Biene Maja..."

Die Forscher der Universität Hohenheim und Uppsala sowie dem Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf verglichen das Erbgut von Honigbienen aus den Bergwäldern Kenias mit dem von Honigbienen aus tiefer gelegenen Savannen. Obwohl sich die Lebensräume der Bienen deutlich voneinander unterscheiden, sind sie dennoch sehr gut angepasst - was auf eine veränderte Wahrnehmung ihrer Umwelt zurückzuführen ist. Für die Wissenschaft daran interessant ist,  herauszufinden wie es Bienen schaffen, sich ihrer Umwelt anzupassen und ob sich diese Anpassung auch genetisch nachweisen lässt. Bei der Untersuchung des Erbguts stellt sich heraus, dass die Erbinformationen beider Populationen zu fast 98,6 Prozent übereinstimmen. Allerdings unterscheiden sich zwei Erbgut-Abschnitte spektakulär. Sie steuern die Fähigkeit, die Umwelt wahrzunehmen und daraus zu lernen.  

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Bienen sind in der Lage sich Umweltinformationen zu merken

Die dunkle ostafrikanische Bergbiene lebt in Kenias Regenwald oberhalb von 2000 Höhenmetern und hat sich den hiesigen Umweltbedingungen hervorragend angepasst. Ihre helleren Verwandten sind nur wenig entfernt in der kenianischen Savanne beheimatet. Eine trockene Gegend die 1000 Höhenmeter tiefer liegt, auf die sie sich aber auch entsprechend eingestellt haben. Um zu erfahren, woher die enorme Anpassungsfähigkeit der Bienen an ihre Umwelt kommt, untersuchten die Forscher das Erbgut von 39 Bienen: 20 Bergbienen und 19 Savannenbienen.

Beim Vergleich der Genome, konnte festgestellt werden, dass die Bienen in ihrer Erbinformation eigentlich identisch sind. Isoliert werden konnte jedoch auch eine Teilbereich im Erbgut von 1,4 Prozent, mit drastischen Abweichungen. Innerhalb diesen Abschnitts liegen vor allem Schlüsselgene, die das Sammel- und Lernverhalten beeinflussen. Sie steuern das Verhalten der Bienen bei der Nahrungssuche und wie sie sich Informationen merken. „Die Bergbienen nehmen offenbar ihre Umwelt anders wahr“, erklärt Prof. Dr. Hasselmann. „Wir haben Hinweise, dass sie sich an diese besonderen Umweltbedingungen vor vielen Millionen Jahre anpasst haben, und vermuten, dass sie zum Beispiel beim Lernen oder Erinnern beim Futtersammeln den Bienen in der Savanne überlegen sind." Für die Forscher ist die außerordentlich genetische Anpassung der ostafrikanischen Bienen bemerkenswert. Bisher konnte noch keine andere Honigbiene weltweit gefunden werden, die eine derartige genetische Variante besitzt.

Detaillierte Forschungsergebnisse veröffentlicht am 25. Mai das Wissenschaftsjournal „PLOS Genetics

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Quellen: Pressemeldung Universität Hohenheim, Bilder: Depositphotos/paulgrecaud, Text: Tine Esser