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Das Massensterben der Vögel: Waldkauz
Glyphosat tötet Vögel

Das Massensterben der Vögel

Mit den „Ecology Letters“ veröffentlichten Forscher verschiedener Forschungseinrichtungen einen Bericht, der sich mit dem Sterben der Vögel in Europa beschäftigt. Daraus geht hervor, dass viele Vogelarten in Deutschland bereits verschwunden sind. Die Ursachen sind vielfältig, doch einer der verheerendsten Gründe sind Pestizide.

Wanderfalke, Weißstorch und Waldkauz: Sie waren alle "Vogel des Jahres", ein Titel, mit dem der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) jedes Jahr auf das Sterben der Vögel aufmerksam macht. Und es sieht so aus, als würde die zweifelhafte Ehre auch in den nächsten Jahren verliehen.

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Star: Vogel des Jahres 2018

Der Star - Vogel des Jahres 2018

Vogel des Jahres 2018 ist der Star, ein bekannter Vogel – noch! Denn es gibt nur noch 3 bis 4,5 Millionen Exemplare, eine Million weniger als noch vor 20 Jahren. Ein Rückgang, der den Star auf die Rote Liste der gefährdeten Arten gebracht hat.

Viele Vogelarten sind schon verschwunden

Die Rote Liste verzeichnet inzwischen fast die Hälfte aller 248 Brutvogelarten in Deutschland, viele weitere stehen auf der Vorwarnliste. Laut Nabu sind einige Arten, wie der Gänsegeier, Triel und Waldrapp sogar schon ganz verschwunden. 

Auf eine Anfrage der Grünen, bestätigte auch die Bundesregierung den Trend der abnehmenden Vogelpopulation. 

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Vogelsterben europaweit

Doch nicht nur in Deutschland sterben die Vögel. Einer britischen Studie zufolge waren es 2014 europaweit 421 Millionen weniger Vögel als noch vor dreißig Jahren. 

Auf den Feldern der europäischen Union lebt einer Untersuchung von „Bird watch“ zufolge nur noch etwa die Hälfte aller ursprünglich dort heimischen Vogelarten. Dass Vögel über ihren hübschen Anblick und Gesang hinaus noch viel mehr für das Wohlergehen der Menschen tun, ist vielen gar nicht bewusst. Doch sie vernichten eine Menge Pflanzenschädlinge, verbreiten Samen, fressen Stechinsekten und beseitigen Kadaver. Einige Vögel tragen sogar zur Bestäubung von Blüten bei.

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Warum die Vögel sterben

Es gibt eine Reihe von Gründen, die als Ursache für den Rückgang ausgemacht werden. Dazu gehören: Die Intensivierung der Landwirtschaft, das Schwinden des Lebensraumes, die Windkraftanlagen, der Fuchs, die Katze und der Klimawandel. Einen gravierenden Grund für den Rückgang der Vögel sehen Experten aber vor allem in den Pestiziden, Herbiziden und Neonicotinoiden. 

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der deutschen Landwirtschaft ist zwischen 2005 und 2015, also innerhalb von zehn Jahren, von 35.000 auf 49.000 Tonnen gestiegen. Dazu gehören Herbizide, die "Unkraut" verdrängen sollen, sowie Insektizide, die Schädlinge vernichten. Diese Schädlinge dienen vielen Vögeln aber als Nahrung. Studien haben bereits belegt, dass insektenfressende Vögel viel stärker unter dem Artenschwund leiden als körnerfressende. Beide sind aber vom Einsatz der sogenannten Neonicotinoide betroffen: Das Gift, das auf die Ackerpflanzen aufgebracht wird, tötet vermutlich Bienen und Hummeln - und die Vögel selbst. "Ein Korn, das mit einem Neonicotinoid getränkt wurde, kann einen Singvogel töten", heißt es in einer kanadischen Studie.

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der deutschen Landwirtschaft

Ist es das Ende für Glyphosat?

Damit Monsanto’s Gift-Bestseller Glyphosat abgeschafft wird und sich die Insekten- und Vogelpopulation wieder erholen kann, planen Campact-Aktivisten sogenannte Aktionstage.

Da sie bislang keine Mehrheit fand, scheiterte die EU-Kommission mit ihrem Vorschlag, das Ackergift für weitere zehn Jahre zuzulassen, denn europaweit protestieren viele Bürger und Bürgerinnen dagegen. Die Bundesregierung enthielt sich bislang nur und hat noch keine klare Stellungnahme dazu bezogen. Schon im November will die EU-Kommission jedoch erneut abstimmen. Damit der Einsatz von Glyphosat dann wirklich verboten wird, muss auch Deutschland klar „Nein“ sagen. Doch die CDU/CSU steht dem noch im Weg.

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Glyphosat ist schuld am Vogelsterben

Deshalb wollen Campact-Aktive vor der nächsten Abstimmung an mehr als hundert Orten bundesweit die stärksten Argumente vor die Abgeordneten-Türen bringen, nämlich dass Glyphosat Schmetterlingen, Hummeln und Käfern die Lebensgrundlage nimmt und so Mitschuld am extremen Insekten- und Vogelschwund trägt. 

Mehr als hundert bundesweite Aktionen sind geplant und viele Unterschriften bereits gesammelt. 

Weitere Informationen zu den Aktionen und Unterstützungsmöglichkeiten findest du hier:

Kein Jamaika mit Glyphosat!

Und hier:

Spenden Sie jetzt für den Glyphosat-Aktionstag!

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Quellen: Bilder: Depositphotos/OndrejProsicky, MennoSchaefer, fotokostic, Text: Meike Riebe