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Kakao — „das göttliche Gewächs“
Das göttliche Gewächs

Die Geschichte des Kakao

Beim Blick in die heimischen Supermarktregale überschlagen sich die Angebote an schokoladigen Produkten, vor allem zur Weihnachtszeit. Eine gute Gelegenheit, sich etwas eingehender mit der Geschichte des Kakao zu beschäftigen.

Kakao — „das göttliche Gewächs“ ist eine Frucht und wächst an Bäumen (lateinischer Name: Theobroma cacao). Diese Bäume sind typische Regenwaldbäume, die die tropische Luftfeuchtigkeit und konstante Temperaturen zum Wachsen benötigen. Das Besondere sind die Kakaofrüchte: Sie wachsen direkt am Stamm der bis zu 15 Meter hohen Bäume. Während der Baum eher unauffällig ist, sind die Früchte, ihre Größe und Farbe sehr auffällig. Das Farbspektrum reicht von Gelb über Orange und Rot bis Grün. Wenn der Baum circa fünf Jahre alt ist, reifen an ihm jährlich bis zu 100 Früchte heran.

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Das Fruchtfleisch (Pulpa) in einer aufgeschlagenen Kakaofrucht

Das Fruchtfleisch (Pulpa) in einer aufgeschlagenen Kakaofrucht

Im Inneren der Kakaofrucht, die wegen ihrer harten Schale auch Panzerfrucht genannt wird, sind die Kakaosamen an fünf Strängen aufgereiht und von der „Pulpa", dem Fruchtfleisch, umhüllt. In diesem frischen Zustand sind die Bohnen noch weiß und etwas glitschig, der typische Schokoladengeschmack lässt sich noch nicht erahnen. Im Weiterverarbeitungsprozess werden die Kakaobohnen durch die Fermentation von der „Pulpa“ gelöst und anschließend getrocknet. Der Rohstoff für die Schokoladenherstellung ist fertig. Erst durch die Röstung und weitere Verarbeitung entsteht später die Schokolade.

Geschichte des Kakao

Die Geschichte des Kakao reicht circa 4000 Jahre zurück. Bereits die Olmeken haben Kakaobäume kultiviert. Später haben die Mayas und Azteken die Kakaofrucht als „Nahrungsmittel“ verarbeitet, indem Kakaobohnen zerstoßen wurden und mit heißem Wasser und Gewürzen in einem Tongefäß und einem Holzstößel schaumig gerührt wurden. Dabei entstand ein sehr bitteres, aber nahrhaftes Getränk. 

Kakaobohnen

Kakaobohnen nach Fermentation und Trocknung

Schon Kolumbus stand vor der Wahl, den Kakao nach Europa zu holen, aber er verschmähte ihn. So dauerte es bis 1528, als Hernán Cortès im Auftrag des Spanischen Hofes die Kakaofrucht nach Europa brachte. Cortés hatte sich von den Azteken die Zubereitung des Kakao-Getränkes zeigen lassen, so dass am Spanischen Hof der Kakao originalgetreu getrunken werden konnte. Allerdings war dies aufgrund der Bitterkeit kein wirklicher Genuss. Dann fügte eine findige Köchin am Hofe dem Getränk Rohzucker oder Honig bei. — Dies war der Durchbruch der bitteren Samen und führte zu großer Beliebtheit an den Höfen Europas.


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Kinderarbeit, Landraub und Waldrodung — die andere Seite des Kakao

Obwohl der Kakao ursprünglich aus Mittel- und Südamerika stammt, wird er inzwischen auch äquatornah in Afrika und Asien angebaut. Aktuell liegen die größten Anbaugebiete für Massenkakao in Westafrika. Fast 70 Prozent des weltweiten Kakaos kommen aus Ghana und der Elfenbeinküste. Hier ist Kinderarbeit leider nach wie vor ein großes Thema. Gemäß einer aktuellen Studie müssen knapp 90 Prozent der Kinder, die auf den Plantagen leben, dort auch arbeiten. Darüber hinaus zieht die hohe Nachfrage nach Kakao weitere unangenehme Effekte nach sich, wie Landraub und Waldrodung. Nur etwa fünf Prozent der Weltproduktion ist sogenannter Edelkakao, der sortenrein und zu deutlich höheren Preisen gehandelt wird. 

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Fair gehandelter Kakao ohne Kinderarbeit und Gentechnik

Umso wichtiger sind daher Angebote von fair gehandeltem Kakao, der in ökologisch-nachhaltiger Weise angebaut wird. Bei zertifizierten Anbietern profitieren Feldarbeiter von stabilen Preisen, wird der Verzicht auf Agrochemikalien und Gentechnik dokumentiert und es werden keine Monokulturen angepflanzt. 

Wer Lust auf seinen eigenen Kakaobaum hat, kann sich an einem peruanischem Edelkakaoprojekt des Bonner Unternehmens ForestFinance beteiligen. Gegen eine Einmalzahlung übernimmt der Interessent die Patenschaft für einen eigenen Kakaobaum und erhält fünf Tafeln Schokolade, die aus dem Kakao dieses Waldes hergestellt wurden. Wer mehr möchte, hat zusätzlich die Option, in Kakao zu investieren und von regelmäßigen Kakaoernten zu profitieren — garantiert ohne Kinderarbeit und Landraub.

Mehr unter www.forestfinance.de

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Quellen: ForestFinance, Bilder: Depositphotos/Valentyn_Volkov, ForestFinance, Text: Annika Klein