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Wie aus kolumbianischen Savannen lebendige Mischwälder werden
Landschaftswandel

Wie aus kolumbianischen Savannen lebendige Mischwälder werden

Von tropischem Grasland zu bunten Waldlandschaften: Im Nordwesten Kolumbiens entstehen neue Wälder und somit völlig neue Möglichkeiten vor Ort. Auf dem Weg dorthin finden Menschen Arbeit, Tiere ein neues Zuhause und Investoren eine interessante Rendite.

Die weiten, einsamen Ebenen des Llanos Orientales erstrecken sich über mehr als 375.000 Quadratkilometer – eine Fläche größer als Deutschland. In diesen savannenartigen, oft menschenleeren Landschaften mit scheinbar endlosem Horizont werden karge Böden wiederaufgewertet und langfristig stabile Wälder entwickelt. 

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Zurück zum Regenwald dank nachhaltigem Einsatz

Flaches Land, kaum Vegetation und große Trockenheit dominieren das Gebiet Vichada in Kolumbien. Vor langer Zeit waren an dieser Stelle einmal Regenwälder. Die heutigen sandigen und übersäuerten Savannenböden sind das Ergebnis jahrhundertelanger Abholzungen und landwirtschaftlicher Nutzung. Nun wollen einige Forstunternehmen die Region wiederaufforsten, darunter auch der deutsche Walddirektinvestmentanbieter ForestFinance. 

Akazien soweit das Auge reicht

ForestFinance geht mit seinem Investmentprodukt „GreenAcacia“ mit gutem Beispiel voran. Mit den Geldern deutscher Investoren werden große Flächen wiederaufgeforstet und langfristig zu einem Wald gewandelt. Dafür wurde ein erstaunliches Konzept entwickelt: Die Grundstücke werden zunächst flächendeckend mit Akazien bepflanzt. Die Baumart Acacia mangium eignet sich hervorragend zur Renaturierung von degenerierten Böden, denn der Baum ist ein Stickstoffsammler. Nach der Ernte pflanzt das Bonner Unternehmen standortgerechte Arten und schafft so langfristig Wald.

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Nachhaltige Erträge für Investoren

Das Holz der Baumart Acacia mangium ist hart und widerstandsfähig. Bemerkenswert ist auch eine weitere Eigenschaft dieses Baumes: Er wächst geradezu atemberaubend schnell und sorgt damit für einen raschen Holzzuwachs. Nach vier Jahren kann ein Acacia-mangium-Baum bereits eine Höhe von über zehn Metern erreichen, nach sieben Jahren bereits 20 Meter. Die Umtriebszeit – das ist die Zeit von der Pflanzung bis zur Ernte – mit Akazien beträgt lediglich zwölf Jahre. Das Holz wird zu Hackschnitzeln für die Energiegewinnung oder zu Papier weiterverarbeitet, gut gewachsene Stämme finden hingegen Einsatz in der Möbelproduktion. In jedem Falle ist es mit dem Akazienprojekt von ForestFinance möglich, Ernteerträge zu generieren und den Investoren Kapital auszuschütten. Geplant sind regelmäßige Auszahlungen in den Jahren 3, 5, 7 und 9 sowie nach der großen Ernte zum Ende der Umtriebszeit. Währenddessen entsteht in der Savanne eine grüne Oase, die auch von der Tierwelt angenommen wird.

Zurück zum Regenwald dank nachhaltigem Einsatz

Schon nach 1,5 Jahren sind die Akazien hoch gewachsen

Nach einem oder auch weiteren Umtrieben entscheiden die Förster über die standortgerechte Bepflanzung, je nachdem wie weit der Boden bereits präpariert ist. Dann werden verschiedene Arten zu einem Mischwald kombiniert. So werden aus wüstenähnlichen Großflächen bewaldete Zonen, die gut für das Mikroklima sind, eine Grundlage für Tierwanderungen bieten und Biopersität ermöglichen. 

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So profitieren die Menschen von der Aufforstung

Aufforstungs-Team in Kolumbien

Die forstliche Arbeit wird im Schnitt von 40 Männern und Frauen verrichtet, die überwiegend aus der Provinzhauptstadt Puerto Carreño kommen. Sie leben in eigens für diesen Zweck errichteten Unterkünften vor Ort und täglich gibt es warme Mahlzeiten, die gemeinsam gegessen werden – so entsteht bei aller Arbeit eine familiäre Atmosphäre. 

Forstingenieurin Luisa Azabache arbeitet gerne in Vichada, auch wenn sie weit weg von der Zivilisation und ihrer Familie lebt. Sie hat kürzlich vor Ort ihre eigene Familie gegründet und kann als junge Mutter Beruf und Kind unter einen Hut bringen: „ForestFinance unterstützt meine Familie und mich sehr. Ich bin froh, eine sichere und gut bezahlte Stelle zu haben, wie sie in dieser Region nur sehr schwer zu finden ist.“ Neben den materiellen Aspekten freut sie sich auch über die Rückkehr der Natur in die ehemals dicht bewaldete Region: „In unseren Wäldern findet sich Rotwild, das es vor zehn Jahren noch gar nicht gab. Außerdem ziehen Jaguare durch das Land, die nachts auch mal in unsere Farm eindringen, um Hühner zu reißen. Das akzeptieren wir.“ 

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WWF-Studie zur Artenvielfalt

Die Projektfläche wurde im September 2014 als eines von vier Projekten ausgewählt, um das Pilotprojekt „Förderung zur Erhaltung der Artenvielfalt auf privat geführten produktiven Waldflächen sowie Viehweiden“ zu verwirklichen. Aktuell entsteht der Abschlussbericht des Projekts. Die dreijährige Studie wird im Rahmen des UN-Entwicklungsprogramms (United Nations Development Programme, UNDP) vom WWF durchgeführt. Sie untersucht den Einfluss privater Waldprojekte auf die Biopersität in der Region und soll feststellen, inwiefern sie diese fördern und schützen. Teil dieses Schutzprogramms ist die Finca La Paz in Vichada – dem Gebiet, in dem sich auch das Akazienprojekt von ForestFinance befindet. Auf der Fläche wurden insgesamt 645 Tier- und Pflanzenarten gefunden. 

Ein erstes Biopersitätsmonitoring fand im März 2014 statt. Insgesamt wurden beim Vogelmonitoring auf der Finca La Paz 94 verschiedene Vogelarten von den Forschern identifiziert. Darunter befanden sich neben sechs Zugvogelarten, die sich vorübergehend in Kolumbien aufhalten oder das Land auf ihrem Weg in den Süden passieren müssen, auch einige Arten von besonderer Bedeutung für den Erhalt der Artenvielfalt. 

Fünf der auf La Paz erfassten Vogelarten gehören zu den Indikatoren, die auf besonders schützenswerte Gebiete (Important Bird Areas gemäß Birdlife International) angewiesen sind, welche nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen von internationaler Bedeutung für den Erhalt der Artenvielfalt sind. Die Region ist auch für das Überleben des Jaguars sehr wichtig. Die Farm liegt inmitten eines Korridors der Wildkatze und jede einzelne von ihnen ist willkommen. Somit sind die Akazienwälder vielleicht auch bald neue Heimat für die selten gewordenen Großkatzen. 

Wälder schaffen mit nachhaltigem Investment

Die ForestFinance Gruppe hat es sich zum Ziel gesetzt, langfristig  Wald zu schaffen. Seit Mitte der 90er-Jahre forstet das Unternehmen ökologische Mischforste auf. Zuerst in Panama, seit einigen Jahren auch in Vietnam, Peru und Kolumbien.

Weitere Infos zu den nachhaltigen Waldinvestments gibt es unter www.forestfinance.de.

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Quellen: ForestFinance, Bilder: ForestFinance, Text: Emi Baier