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Wie cool ist das denn? Ein Containerhaus ist nicht nur nachhaltig, sondern hat auch noch Stil
Wohnen im Container

Nachhaltiges Wohnen im Containerhaus

Wer einen bewussten und nachhaltigen Lebensstil pflegt, möchte nicht selten auch minimalistisch wohnen. Es gibt viele kreative Möglichkeiten, den ökologischen Fußabdruck klein zu halten und trotzdem komfortabel zu leben. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Containerhaus?

Wohnen im Container – können Sie sich das vorstellen? Was zunächst einmal befremdlich und wenig angenehm klingt, könnte die Wohnform der Zukunft werden. Wer sich näher damit beschäftigt, wird schnell feststellen, dass so ein Containerhaus durchaus Vorteile hat. ecowoman zeigt, wie nachhaltiges Wohnen zur Realität wird.

Wohnen im Container ? können Sie sich das vorstellen?

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Alternative Wohnformen werden immer beliebter

Die größte Containerstadt der Welt steht in Amsterdam: In Keetwonen leben seit gut zehn Jahren Studenten in 1.000 umgebauten Schiffscontainern. Mit einer Größe von rund 30 Quadratmetern und ausgestattet mit Küche, Bad, Balkon und großen Fenstern bieten diese außergewöhnlichen Wohnungen den jungen Menschen sogar einen höheren Komfort als ein durchschnittliches Studentenwohnheim. Und das zu einem erschwinglichen Mietpreis: Nicht einmal 400 Euro kostet eine der Containerwohnungen im Monat. Ursprüngliche Bedenken, dass die Wohnungen zu klein, zu laut oder zu kalt sein könnten, haben sich schnell in Luft aufgelöst, wie die große Beliebtheit der Container unter Studenten beweist.

Für die Inneneinrichtung ihrer Häuser verwendet die dänische Firma CPH Containers Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft

Aber das holländische Beispiel zeigt nicht nur, wie beliebt, sondern auch wie dringend notwendig alternative Wohnformen derzeit sind. Auslöser für die Realisierung des Amsterdamer Projekts war die schon Anfang der 2000er Jahre akute studentische Wohnungsnot. Nicht nur in den Niederlanden hat sich die Lage keineswegs beruhigt – ganz im Gegenteil. Bezahlbarer Wohnraum ist überall in Europa und auch in Deutschland Mangelware. Könnten Containersiedlungen die Lösung sein?

Direkt am Wasser wohnen? Mit Containerhaus ist das möglich

Nachhaltiges Wohnen im ehemaligen Schiffscontainer

Einer der vielen Vorteile, die ein Containerhaus mit sich bringt, ist seine Mobilität. Es benötigt kein Fundament, sondern kann im Prinzip auf jedem Untergrund verortet werden. Außerdem muss es nicht erst gebaut werden und ist deswegen extrem schnell verfügbar. Firmen, die sich auf die Konstruktion von Containerhäusern und –städten spezialisiert haben, nutzen häufig alte Schiffscontainer, denen sie eine neue Inneneinrichtung und eine wärmedämmende Isolierung verpassen. Die riesigen Frachtbehältnisse gibt es entweder als 20-Fuß- (6,10 Meter lang) oder als 40-Fuß-Version (12 Meter lang), beide sind 2,40 Meter breit und 2,60 Meter hoch. Sie bestehen aus korrosionsbeständigem Stahl, sind wasser- und luftdicht und extrem langlebig und stabil.

Der Wintergarten aus Polykarbon auf dem Dach speichert die Wärme der Sonne

Auch in Dänemark gibt es Pläne für Studentendörfer aus Containern. Die Firma CPH Containers will bis 2019 insgesamt 2000 Einheiten auf nicht genutztem Land in Kopenhagen aufbauen. Ähnlich wie in Amsterdam soll jede Wohnung aus einem Essbereich, einer Küche, einem Schlaf- und Wohnzimmer und einem Bad mit Dusche und Toilette bestehen und mit großen Fenstern ausgestattet werden. Auf dem Dach sollen außerdem Wintergärten aus Polykarbon installiert werden, die an sonnigen Tagen die Wärme speichern und zusätzlich zur Dämmung aus Papierwolle und Holzfasern für ausgeglichene Temperaturen sorgt. Das Material für Boden und Wände ist schwedische Pinie aus nachhaltiger Forstwirtschaft.

Die Containerstadt Keetwonen in Amsterdam sieht aus wie eine typische Studentenwohnanlage

Das eigene Containerhaus kann man auch selbst gestalten

Nachhaltigkeit ist ein gutes Stichwort. Wer nachhaltig und minimalistisch wohnen will, für den kann ein Containerhaus definitiv eine Option sein. Denn zum einen wird durch den Umbau von alten Schiffscontainern Recycling in Reinform betrieben und zum anderen bleibt, wie bei allen Tiny houses, der ökologische Fußabdruck beim Wohnen im Container relativ klein. Die alternative Wohnform ist außerdem vergleichsweise günstig, vor allem, wenn man selbst handwerklich tätig wird: Die Preise für einen gebrauchten Schiffscontainer, der beispielsweise bei ebay angeboten wird, liegen je nach Anbieter und Zustand zwischen 1.500 und 3.000 Euro.

Minimalistisch wohnen heißt nicht, auf etwas verzichten zu müssen

Wenn Sie planen, privat ein Containerhaus zu errichten, müssen Sie in Deutschland leider (noch) mit einigen bürokratischen Hürden rechnen. Die Baugenehmigungen sind regional sehr unterschiedlich, deshalb sollten Sie vor dem Bau bzw. dem Aufstellen Ihres Containerhauses über die Landesbauordnung des jeweiligen Bundeslandes zu Rate ziehen und sich unbedingt beim Bauamt der Gemeinde informieren. Denken Sie auch daran, dass laut Wärmeschutzverordnung eine hochwärmedämmende Isolierung des Wohnraums vorgeschrieben ist. Weitere Informationen und praktische Tipps zum Bau Ihres eigenen nachhaltigen Containerhauses finden Sie zum Beispiel unter www.pocketcontainer.de.

Von innen sind die Studentenbuden schick und funktional zugleich

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Quellen: Tempohousing; CPH Containers; Tiny Houses Consulting, Bild: Bilder : CPH Containers, www.cphcontainers.dk; Tempohousing, www.tempohousing.com, Text: Ronja Kieffer