Nachhaltigleben
Naturmotive für selbstgemachte Karten stempeln

Karten bedrucken: Öko-Stempel von karamelo für Naturliebhaber

Bäume, Blätter, Zweige, aber auch Gabeln und Löffel macht Kathrin Bender von karamelo zu Stempeln aus Naturkautschuk und zu Kunstdrucken. Die Natur ist ihr Kunstobjekt, an dem sie sich am liebsten kreativ austobt. Deshalb ist es ihr auch wichtig, dass die Umwelt bei der Produktion ihrer Kunst geschont wird und so achtet sie auf nachhaltige Ressourcen.

Mit ihren von Farnen, Gräsern, Ästen, Blättern und Zweigen beseelten Kunststempeln fängt Kathrin Bender die Architektur der Natur ein und fordert den Nutzer auf sich mit einer Ästhetik des perfekt-Unperfekten auseinanderzusetzen. Dass die Kölnerin auch bei der Produktion ausschließlich auf Eco-Materialien zurückgreift, ist da quasi selbstverständlich. Nachhaltigleben.de hat sie im Atelier besucht und ihr einige Fragen gestellt.

Guten Tag Kathrin. Bitte stell dich doch kurz vor.

Mein Name ist Kathrin Bender, ich bin 35 Jahre alt und arbeite als Autorin und Mitarbeiterin einer Galerie für zeitgenössische Kunst.

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Lange schien es als ob Stempeldesign eine aussterbende Kunstform sei. Jetzt aber kann man durchaus von einer Renaissance sprechen. Wie kamst du zum Thema?

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Botanische Stempel - Papier verschönern leicht gemacht! ©karamelo

Da kamen drei Dinge zusammen. Erstens wollte ich einen handwerklichen, kreativen Ausgleich zu meiner Arbeit, die sich hauptsächlich vor dem Computer abspielt. Zweitens wurde damals in Köln gerade ein großer Designmarkt angekündigt. Und drittens hatte ich einige Jahre zuvor die Liebe zum Stempeln entdeckt. Bei dem Design-Markt habe ich mich spontan angemeldet. Stempel zu entwerfen und zu verkaufen war dann die logische Konsequenz. Meine Arbeiten kamen so gut an, dass ich beschloss weiterzumachen und mein Sortiment peu à peu zu erweitern. Seitdem gibt es karamelo. Das war Ende 2009. Der ‚Zackenbaum’, eines meiner ersten Motive, ist auch immer noch im Programm.

Wie wählst du deine Motive aus? Arbeitest du ausschließlich mit organischen Vorlagen?

Meine Inspiration finde ich hauptsächlich in der Natur. Ich sammle alles, was mir an Ästen, Zweigen, Blüten oder Zapfen unter die Nase respektive Augen kommt. Vieles davon wird gepresst oder getrocknet, um die Fundstücke zu konservieren. Anderes landet direkt an der Wand oder in der Vase. Diese natürlichen Formen, die eigentlich so unregelmäßig sind, beherbergen eine ganz simple Schönheit. Das fasziniert mich jedes Mal wieder aufs Neue! Ich liebe die Dinge schlicht: Betrachtet man einen knorrigen Zweig, eine zart gegliederte Blüte, ein sternförmiges Moospflänzchen, schaut man durch die Äste eines Baumes in den Himmel, findet man diese Schönheit. Mal sind es die runden Kieselsteine, die sich in der Manteltasche so wohlig in der Hand schmiegen und leise klackern, mal das zackige Gewirr von Hecken, das keinen Anfang und kein Ende hat. Perfekt in ihrer Imperfektion. Ebenso sind meine Zeichnungen: Handgezeichnet, immer ein bisschen ungerade. Eine Mischung aus natürlichen, floralen und geometrischen Elementen. Blätter und Zweige treffen auf Punkte & Linien. Neben die Stempel haben sich im vergangenen Jahr die ersten Drucke botanischer Zeichnungen gesellt. Pflanzen über und unter der Wasseroberfläche stehen hierfür Modell. Eine Ausnahme in dem floral-geometrischen Sortiment bilden die küchennahen Motive wie das Besteck-Stempel-Set oder der Kochtopf. Die rühren – im wahrsten Sinne – von meiner Liebe zum (selbst)Gekochten her.

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Kathrin Bender - die Künstlerin ©karamelo

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Wie gehst du bei deiner Arbeit ganz praktisch vor?

Manchmal sehe ich einen Blütenstand oder einen Ast mit Blättern und weiß sofort, dass ich das Motiv in einen Stempel verwandeln möchte. Diese Inspirationen finden dann ihren Weg mit Bleistift und Tusche aufs Papier. Manchmal zeichne ich aber auch, ohne zuvor zu wissen, wohin mich der Stift führen wird. Alle Skizzen, auch Telefonkritzeleien, werden in Notizbüchern gesammelt. Manche werden direkt in die Tat umgesetzt, andere schlummern dort und warten auf ihren Einsatz. Bin ich mir sicher über ein Motiv, wird es gescannt und als Vorlage für die Stempelproduktion aufbereitet. Dann gebe ich die Dateien zu einem kleinen Handwerksbetrieb, der das Lasern des Stempelgummis für mich übernimmt. Anschließende schneide ich die Motive per Hand und montiere sie auf Holzklötzen. Verkauft werden die Stempel und Drucke hauptsächlich online – oder auf Designmärkten.

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Der Märchenbaum lädt zum Träumen ein. ©karamelo

Mit welchen Materialien arbeitest du dabei? Ich weiß, dass du ja sehr viel Wert auf das Thema Nachhaltigkeit legst.

Nicht nur die Inspiration kommt aus der Natur, auch meine Materialien, die fast ausschließlich aus umweltschonenden Ressourcen stammen. Das grüne Stempelgummi besteht zu 100 % aus dem nachwachsenden Rohstoff Naturkautschuk. Die Buchenklötzchen, auf die die Motive montiert werden, kommen aus nachhaltig bewirtschafteten, FSC-zertifizierten, deutschen Wäldern. Gestempelt, geschrieben und verpackt wird auf und mit Recyclingpapier. Die Stempelkissen, die ich in meinem Sortiment habe, sind zumindest säurefrei, ungiftig und wasserlöslich. An einer eigenen, natürlichen Stempelfarbe, die auch den Ansprüchen professioneller Stempelfreunde genügt, arbeite ich noch. Mir ist es wichtig, dass hinter meinen Produkten keine Massenan- und abfertigung steht. Sowohl meine Zulieferer sind kleine Handwerksbetriebe, als auch ich selbst, die karamelo als Ein-Frau-Betrieb betreibt.

Mehr Informationen gibt es hier.

Interview: Andreas Grüter