1. Home
  2.  › Wohnen & Haushalt
Mit dem hydraulischen Abgleich: Heizkosten reduzieren und sich wohlfühlen.

Nachhaltig und viel weniger Heizkosten mit hydraulischem Abgleich

Der Winter kommt bald wieder und fast jedem graut es vor den anstehenden Heizkosten. Sie schicken Ihr Auto in die Inspektion, doch was ist mit der Heizung? Dabei ist nachhaltig Energiekosten einzusparen so einfach. Denn: Bis zu 15 Prozent weniger Energieverbrauch macht ein hydraulischer Abgleich möglich.

Wer jetzt seine Heizung überprüfen lässt, kann der kommenden Heizperiode gelassen entgegen sehen und muss nicht, wenn es wieder kalt wird, in letzter Minute nach dem Installateur rufen. Sie schicken Ihr Auto alle 15 oder 30.000 Kilometer in die Inspektion - und was ist mit der Heizung? Denken Sie an eine kleine jährliche Inspektion Ihrer Heizung - kostet etwa 100 Euro - und fragen Sie den Fachmann nach dem hydraulischen Abgleich. Kaum einer kennt den hydraulischen Abgleich, die wenigsten Heizungen arbeiten nach dieser Maßnahme und Handwerker winken bei dem Begriff oftmals ab und bezeichnen ihn als unnötig. Doch der hydraulische Abgleich kann problemlos acht Prozent Heizenergie sparen. Oftmals sogar weitaus mehr. Fragen Sie Ihren Heizungsbauer nach der Überprüfung und dem hydraulischen Abgleich und lassen Sie sich von ihm ein Angebot machen. Das rät der Verband privater Bauherren e.V., denn jetzt im Sommer sei die beste Zeit für Wartung und Verbesserung der vorhandenen Heiz-Systeme. Der Verband rät zudem: «Bevor Sie sich vom Heizungsbauer zu einer ganz neuen Anlage überreden lassen, lassen Sie sich erst einmal vom unabhängigen Sachverständigen beraten. Er beurteilt Ihr Haus als Ganzes und sucht – firmen- und produktneutral! – die für Sie und Ihre Immobilie sinnvollste Sanierungsmöglichkeit.»

Anzeige

Was ist ein hydraulischer Abgleich?

Viele Heizungen in Deutschland verschwenden unnötig Energie. Ganz unabhängig vom Alter der Heizungsanlage. Ein hydraulischer Abgleich optimiert die Leistung der Heizungsanlage mit dem Ergebnis: es gibt keine zu heißen oder zu kalten Heizkörper mehr im Mehr- und Einfamilienhaus, die Vor- und Rücklauftemperatur ist optimiert und der Besitzer oder Mieter spart richtig Energie ein. Einsparungen von 5 bis 25 Prozent seien laut Informationsportal heizungsfinder.de sogar möglich.

Hydraulischer Abgleich: Gut für Ein- und Mehrfamilienhaus

Viele Heizungen arbeiten nicht optimal abgestimmt. An einigen Anhaltspunkten kann auch der Laie überprüfen, ob ein hydraulischer Abgleich notwendig sein könnte. Ein Hinweis ist, wenn der eine Heizkörper viel wärmer als ein anderer wird, merkliche Temperaturunterschiede im mehrgeschossigen Mehr- oder Einfamilienhaus an den Heizkörpern zu verzeichnen sind oder die Heizung Geräusche macht, die sich durch ein Entlüften der Heizkörper nicht beheben lassen. Dann ist es Zeit für einen hydraulischen Abgleich.

Nachhaltig heizen: Mehr zum hydraulischen Abgleich erfahren Sie im folgenden Ratgeber-Video:


Der Fachmann kann mit einem hydraulischen Abgleich viel Energie einsparen.

Der Fachmann kann mit einem hydraulischen Abgleich viel Energie einsparen. Foto: (c) Fotolia

Das Energiesparpotenzial ist groß und die Kosten für einen hydraulischen Abgleich sind mit etwa 500 € im Einfamilienhaus recht überschaubar. Ein hydraulischer Abgleich geschieht nach vorgegebenen Maßnahmen und die Durchführung ist für die Optimierung von Heizungsanlagen, für die Reduktion der Heizkosten und damit auch für Umwelt und Klima sehr empfehlenswert. Ein hydraulischer Abgleich ist inzwischen auch vorgeschrieben, wenn Fördermittel für Sanierungsmaßnahmen durch KfW oder das BAFA, Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Bei Neubauten ist der Abgleich bereits Pflicht.

Hydraulischer Abgleich: So wird`s gemacht

Am Anfang der Durchführung des hydraulischen Abgleichs steht die Datenerhebung, wie ist die Wärmeverteilung und –Übergabe, wie sieht die Leitungsanlage der Heizung aus und welche Pumpe ist in der Heizungsanlage in Betrieb. Auch wird die Heizlast ermittelt und die Thermostatventile kontrolliert. Ideal sind hier voreinstellbare Thermostatventile, die für wenig Geld im Zweifelsfall nachgerüstet werden sollten, sofern noch keine vorhanden sind.

Auf Basis dessen erfolgt die Berechnung des hydraulischen Abgleich. Dies geschieht mittels spezieller Software oder anhand zuverlässiger Datenschieber. Wie groß ist die benötigte Heizlast von Einfamilien- oder Mehrparteienhaus bzw. der einzelnen Zimmer, wie hoch ist die notwendige Vorlauf- und Rücklauftemperatur, der Durchfluss oder wie lauten die Leistung und der Verbrauch der Umwälzpumpe, die das Warmwasser im Heizleitungssystem transportiert? All diese Faktoren müssen vor der Optimierung erfasst werden.

Anzeige

Was wird bei der Durchführung geändert?

Ist die Zirkulationspumpe ungeeignet oder nicht energieeffizient genug, muss diese gegen eine hocheffiziente Zirkulationspumpe ausgetauscht werden. Optimal ist eine Zirkulationspumpe mit mindestens Energielabel "A". Diese Maßnahme allein spart schon bis zu 100 - 150 Euro jährlich an Stromkosten für den Pumpenbetrieb. Die neue Umwälzpumpe kostet dabei nur ein paar hundert Euro. Je nachdem, was das berechnete und gemessene Resultat ist, müssen gegebenenfalls die Thermostatventile erneuert oder begrenzt werden, Massenströme im Heizungssystem oder die Leistung der Zirkulationspumpe optimiert werden. Im Idealfall kann auch die Vorlauftemperatur für das Wasser im Heizungssystem gesenkt werden. Diese ist oftmals zu hoch eingestellt.

Hydraulischer Abgleich und Heizungscheck schnell amortisiert

Je nach Heizverhalten, gilt laut heizungsfinder.de die Faustregel: ein hydraulischer Abgleich spart ca. 1,5 bis 2 € pro Quadratmeter Wohnfläche der jährlichen Heizkosten. Nimmt man eine durchschnittliche Wohnfläche von 120 m², dann kann der Haushalt pro Jahr 240 € an Heizkosten sparen. Ist die Umrüstung auf eine neue Umwälzpumpe nötig, kommen hier nochmals 100 - 150 € pro Jahr an Stromeinsparungen hinzu. Dies zeigt: Ein hydraulischer Abgleich amortisiert sich bereits nach wenigen Jahren und ist ein guter Beitrag zur Einsparung von Kosten. Die Kosten rund um einen hydraulischen Abgleich werden übrigens auch durch die Förderbank KfW unterstützt.

Weitere Infos: Wer einen unabhängigen Berater für den hydraulischen Abgleich und zu anderen Sanierungsthemen sucht, ist beim Verband privater Bauherren an der richtigen Adresse. Eines der 69 Regionalbüros in Deutschland finden Sie unter: www.vdp.de


Quelle: www.heizungsfinder.de, Verband privater Bauherren e.V., Text: Jürgen Rösemeier