Japanischer Knöterich
Japanischer Knöterich

Japanischer Knöterich - Wenn Du ihn nicht vertreiben kannst, nutze ihn!

Der japanische Knöterich gilt in Europa gemeinhin als schnell wucherndes Unkraut, welches einheimische Pflanzenarten verdrängt. Er ist in der Lage innerhalb eines Tages 30cm zu wachsen und wurzelt extrem weitläufig, weshalb er in der freien Natur überwacht und zielgerichtet bekämpft wird. Dennoch birgt der Knöterich ein vielseitiges Nutzungspotential. Die Pflanze gilt in ihrem Heimatland Japan als wichtiges Nahrungs- und Heilmittel. 

In Europa untersucht man derzeit eine besondere Züchtung, die in Zukunft der Energiegewinnung dienen soll, da deren Holz ähnlichen Brennwert hat wie heimisches Holz, allerdings mehrmals jährlich geerntet werden kann. Desweiteren ist die Pflanze in der Lage Umweltgifte und Schwermetalle in der Erde abzubauen, sowie belastete Felder zu regenerieren und wird gezielt zur Bodensanierung eingesetzt.

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Im Garten ist der Knöterich ebenfalls ein nützlicher Helfer. Als Jauche angesetzt, vertreibt er Schädlinge wie Mehltau, Schimmelpilze, Feuerband oder Krautfäule bei Tomaten. Insbesondere Gurken, Erdbeeren, Paprika und Salat gilt die Jauche als wirksamer und natürlicher Pflanzenschutz. Für die Jauche setzt man in einem Eimer 10 Liter kaltes Wasser, am besten Regenwasser, mit ca. 500g frischen, kleine geschnittenen Pflanzenteilen an. Das Jauchebehältnis so abdecken, das noch etwas Luft hineingelangen kann und an einem Ort aufstellen, wo der entstehende Geruch niemanden belästigt. Sobald die Brühe braun ist und nicht mehr schäumt, dies ist nach circa 14 Tagen der Fall, kann sie verwendet werden. Nun kann man die Pflanzen mit der Knöterichjauche gießen. Der restliche Pflanzenbrei kann auf dem Kompost entsorgt werden.

Knöterich ist ein heilsames Unkraut

In seiner Heimat ist der Knöterich nicht nur ein vielseitiges Nahrungsmittel sondern findet auch in der Heilkunde große Anerkennung. Er ist reich an Vitalstoffen wie Eisen, Kalium, Kupfer, Vitamin A und C, Zink und Reservatol. Sein gesundheitlicher Nutzen liegt vor allem in der antioxidativen, entzündungshemmenden, harntrei­benden, antibiotischen, schmerzstillenden und menstruationsregulierenden Wirkung. In wie weit das gelobte Reservatol wirklich gegen Krebs, Alterserscheinungen oder Alzheimer hilft, wird immer noch vielfach geprüft und diskutiert.

Japanischer Knöterich

Die Stängel des Japanischen Knöterichs schmecken ähnliche wie Rhabarber

Vom wilden Anbau der Knöterichpflanze wird aufgrund seiner extrem schnellen Verbreitung grundsätzlich abgeraten. Bevor man ihn aber über alle Maßen als Unkraut zu hassen anfängt, sollte man ihn einfach kulinarisch genießen. Seine Stängel schmecken ähnlich wie Rhabarber und lassen sich auch genauso einfach zu süßen Leckereien verarbeiten. Junge Sprossen schmecken als Gemüse und sind vielseitig verwendbar.

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Rezept: Knöterich-Senf

   
400 g junge japanische Staudenknöterichstängel 1/2 Schalotte
30 ml Balsamico-Essig, hell 2 gehäufter EL Senfsamen
80 g Zucker Salz und Pfeffer

Zubereitung: Knöterichstängel entblättern, in Wasser einige Minuten weich kochen und anschließend pürieren. Anschließend mit dem Zucker und Essig leicht köcheln lassen, klein gewürfelte Schalotte hinzugeben. Die Senfsaat klein mörsern und der Sauce hinzufügen. Nochmal kur aufkochen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Abkühlen lassen und 24h im Kühlschrank durchziehen lassen. Der Senf hält sich gekühlt ca. 1-2 Wochen.

Staudenknöterich Marmelade

Ein Kilogramm entblätterte Frühlingstriebe vom Staudenknöterich in ca. 2 cm große Stücke schneiden. Mit 100 g Zucker, 50ml Wasser und einer Prise Salz 20-30 Minuten bei geringer Hitze köcheln lassen und heiß in sterilisierte Gläser füllen.

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Rezept: Knöterich Crumble

   
30 Frühlingsstängel Knöterich 120g Butter
1 Banane 120g feiner brauner Zucker
4 EL Orangensaft 180g Mehl
1 TL Ingwerpulver

Zubereitung: Knöterichstängel in 5cm lange Stücke schneiden. Die Stücke in eine ofenfeste Form legen, Orangensaft darüber träufeln und die zerdrückte Banane in die Lücken geben. Die restlichen Zutaten mit den Fingern oder einem Löffel vermengen und über den Zutaten in der ofenfesten Form verteilen. Den Backofen auf 180° vorheizen und alles ca. 20 Minuten goldbraun backen. 

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Quellen: Bilder: Depositphotos/gl0ck, Flickr/seesternrea, CC BY-ND 2.0, Text: Tine Esser