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Harvard: Milch verursacht Krebs

Milch hilft nicht bei Osteoporose und Krebsrisiko steigt

Milch ist in der Gesellschaft als Wundermittel angesehen und gerade als großer Kalziumlieferant oft im Gespräch. Immer öfter werden nun Stimmen laut, dass Milch auch ungesunde Nebenwirkungen hat und auch andere Lebensmittel viel Kalzium liefern.

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Milch gilt als gesund ©iStock

Der Glaube, dass die Aufnahme von Kalzium durch den Genuss von Milch vorbeugend gegen Osteoporose ist, ist weit verbreitet. Denn die Angst vor Osteoporose ist begründet: Jedes Jahr führt Osteoporose zu mehr als 1,5 Millionen Knochenbrüchen. Kalzium ist ein Mineralstoff, den der Körper für viele Funktionen benötigt. So baut er zum Beispiel Knochen und Zähne auf und sorgt für ihre Stabilität, reguliert den Herzrhythmus und sorgt für die Blutgerinnung.  Der Körper erhält Kalzium vor allem durch Lebensmittel wie getrocknete Bohnen, Spinat, Kohl, aber natürlich auch Milchprodukte. Unklar ist, ob Milchprodukte aber auch tatsächlich ein geeigneter Kalziumlieferant sind oder besser andere Produkte bevorzugt werden sollten.

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Osteoporose Risiko senken

Osteoporose bedeutet, dass die Knochen schwächer und porös werden. Eine breit verbreitete Meinung ist, dass eine ausreichende Kalziumzufuhr in Kombination mit Vitamin D vor allem in den ersten 30 Lebensjahren eine gute Grundlage für gute Knochen im Alter bietet. Trotzdem berichten Studien aus Harvard, dass Menschen, die ein Glas oder weniger Milch pro Woche tranken kein größeres Risiko haben sich einen Knochen zu brechen als Menschen, die zwei oder mehr Gläser die Woche tranken. Außerdem gibt es Theorien, die besagen, dass durch Milch der Körper übersäuert wird und dieser so Kalzium aus den eigenen Knochen zieht, das dann nicht mehr ausreichend ersetzt wird und Kalziummangel begünstigt.

Krebs durch Milch

Milch hat nicht nur Vorteile: Erstens haben viele Menschen, vor allem Asiaten, aber auch Amerikaner und Europäer eine angeborene Laktoseintoleranz und vertragen deshalb Milch nicht gut. Außerdem enthalten Milchprodukte oft viele gesättigten Fettsäuren, die ein großes Risiko für Herzkrankheiten bieten. Zusätzlich haben Studien ergeben, dass die Möglichkeit besteht, dass Milch die Wahrscheinlichkeit für Eierstockkrebs erhöht. Bei der Untersuchung von 500.000 Frauen konnte ermittelt werden, dass Frauen, die viel Laktose zu sich nahmen ein größeres Risiko für Eierstockkrebs hatten.

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Eine weitere Studie ergab, dass Männer, die mehr als zwei Gläser Milch am Tag zu sich nehmen, leichter an Prostatakrebs erkranken. Fest steht, dass es nicht bewiesen ist, dass der Konsum von Milch hilft dem Körper Kalzium zuzuführen und Osteoporose zu reduzieren. Außerdem hat Milch auch Vorteile, so senkt es den Blutdruck und das Risiko für Dickdarmkrebs. Trotzdem sollte Milch nicht vorbehaltslos als „gutes“ Lebensmittel angesehen werden, da es doch einige Risiken birgt. Man sollte öfters auf Alternativen ausweichen wie Hafermilch oder kalziumreiches Gemüse und Salat.

Quelle: Harvard School of Public Health
Text: Kristina Reiß

Titelbild Fokus: ©Goodshoot