Gesundes Haar ist ein weibliches Schönheitsideal. © FotoimperiyA/iStock/Thinkstock
Nie wieder Haarausfall

Was können Frauen bei Haarausfall und drohender Glatze tun? Ursachen, Tipps und Hausmittel

Wenn Frauen Haare verliehen, ist dies besonders tragisch, da es dem gängigen Schönheitsideal widerspricht und Haarausfall bei Frauen ein Tabuthema ist. Wir erklären Ursachen für Haarausfall und was Sie tun können um Haarausfall beispielsweise mit natürlichen Hausmitteln zu stoppen.

Männer mit Glatze sind ein alltägliches Bild auf den Straßen, weltweit. Mit Mittelchen, Shampoos und Toupets versuchen viele Männer zwar, gerade in jungen Jahren, die schleichende Kahlheit zu kaschieren, aber irgendwann hilft auch Verstecken nicht mehr und so bekenn sich die meisten Männer irgendwann zur Glatze und viele davon tragen sie sogar mit Stolz. Bei Frauen ist Haarausfall jedoch ein Tabuthema, denn zum Schönheitsideal einer Frau gehören auch volle, kräftige, lange Haare. Was aber kann man tun, wenn man auch als Frau immer mehr Haare lässt und welche Gründe gibt es für den Haarausfall?

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Wie viel Haarverlust ist normal? ©Attila Barabas/iStock/Thinkstock

Wie viel Haarverlust ist normal? ©Attila Barabas/iStock/Thinkstock

Hormonelle Veränderungen: die häufigste Ursache

In der Regel verliert jeder Mensch sechzig bis hundert Haare pro Tag. Steigt die Zahl auf mehr als 150 Haare täglich, spricht man von Haarausfall. Wenn die Haare lichter werden, empfiehlt es sich einen Arzt aufzusuchen, denn oft handelt es sich  um ein Problem, das leicht gelöst werden oder zumindest erklärt werden kann.

Die häufigste Form des Haarausfalls, bei Männern und bei Frauen, ist der anlagenbedingte Haarausfall (androgenetische Alopezie) – er betrifft circa 95 Prozent der Fälle von Haarverlust. Er entsteht, weil die Haarfollikel, genetisch bedingt, überempfindlich gegenüber männlichen Sexualhormonen sind. Dadurch verkleinern sich die Haarfollikel, die dann nur noch begrenzt Haare produzieren können, wodurch diese ausfallen.

Bei Männern beginnt die Erkrankung oft mit den bekannten „Geheimratsecken“ oder eine „Stirnglatze“, Frauen bekommen hingegen nur lichtes Haar. Gerade bei Frauen können auch andere hormonelle Veränderungen wie Schwangerschaft  oder Probleme mit der Schilddrüse zu Problemen führen. Ein Arzt kann beraten, ob eine Hormontherapie oder andere Behandlungsarten fruchten können. Es gilt: je früher der Arzt die Behandlung beginnen kann, desto besser sind die Erfolgsaussichten.

Kreisrunder Haarausfall: kahle Stellen

Eine weitere, häufige Form des Haarausfalls ist der kreisrunde Haarausfall (Alopecia areata), wovon 1,4 Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind. Hierbei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der körpereigene Immunzellen, die Haarwurzeln angreifen. Typisch für die Krankheit sind kreisrunde, kahle Stellen im Haare. Die Ursache für die Krankheit ist nicht bekannt, weswegen eine Behandlung schwierig ist, aber eine Behandlung mit Entzündungshemmern kann hier helfen.

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Haarausfall ist für Frauen oft ein Schock. © LittleBee80/iStock/Thinkstock

Haarausfall ist für Frauen oft ein Schock. © LittleBee80/iStock/Thinkstock

Lichtes Haar: ein Frauenproblem

Vom diffusen Haarausfall (Diffuse Alopezie) sind tatsächlich mehr Frauen als Männer betroffen. Hier fallen die Haare nicht an bestimmten Stellen aus, sondern werden insgesamt lichter und dünner. Der Grund hierfür sind Mangelerscheinungen, Stoffwechselstörungen, Stress oder gewisse Medikamente – auch das Absetzen der Anti-Baby-Pille kann für eine gewisse Zeit zu dieser Art von Haarausfall führen. Hier bietet es sich an die Ernährung so umzustellen, dass der Körper alle wichtigen Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe erhält. Außerdem ist es sinnvoll ausreichend zu trinken, gehärtete Fette zu meiden und ökologische gewachsene und verarbeitete Produkte zu essen, da diese eine höhere Nährstoffdichte aufweisen als industriell gefertigte Lebensmittel.

Auch eine regelmäßige Entschlackung, eine Basenkur oder eine Ernährung, die auf einen guten Säure-Basen-Haushalt Acht gibt, ist hier empfehlenswert. Michael Rogall hat außerdem in seinem Buch „Haarsprechstunde“ einen Tipp parat: Viel Wasser trinken, Kaffee reduzieren und die Kopfhaut bürsten, sorgt für dichtere und längere Haare an den Geheimratsecken.

Gegen stressbedingten Haarausfall hilft Entspannung. © michele princigalli/iStock/Thinkstock

Gegen stressbedingten Haarausfall hilft Entspannung. © michele princigalli/iStock/Thinkstock

Naturkosmetik als Alternative

Des Weiteren können auch falsche Haarpflegeprodukte zu Haarausfall führen, denn Inhaltsstoffe wie Silikone, Paraffine, Weichmacher, Schuppenlöser & Co. stören die Kopfhaut. Sie können außerdem Ablagerungen und Allergien verursachen. Diese Stoffe sollten vermieden werden, in dem Shampoos aus der Naturkosmetik oder Shampoos, die diese Inhaltsstoffe nicht enthalten, verwendet werden. Auch Umweltgifte wie Lösungsmittel, die in Farben, Parfüms, Lacken, Klebern und Reinigungsmitteln enthalten sind, oder Pestizide, Nikotin, Kohlenmonoxid können auch zu Haarausfall führen, genauso wie Stress. Hier empfiehlt es sich mehr zu schlafen, Pausen einzulegen, Sport zu treiben, regelmäßig zu entspannen und auf eine gesunde, ausreichende Ernährung zu achten, denn auch Mangelernährung kann zu Haarausfall führen.

Mesotherapie: Hilfe bei Haarausfall?

Die Mesotherapie gilt als eine der Möglichkeiten bei Haarverlust zu helfen. Es handelt sich dabei um eine Mischung aus Akupunktur und orthomolekularer Therapie. Das Haar wird dabei aus der Tiefe wieder zum Wachstum angeregt. Durch eine Spritzpistole wird eine individuelle Wirkstoffmischung in die Kopfhaut injiziert. Diese enthält Pflanzenextrakte, homöopathische Arzneimittel und andere Stoffe. Mögliche Inhaltsstoffe sind beispielsweise Koffein, Vitamin C, Eisen, Hyaluron oder Aminosäuren. Viele Ärzte haben eine Zusatzausbildung in diesem Bereich.

Tipp: Kopfhautbürsten

Selbst, wenn Ihnen die Haare ausfallen ist tägliches, gerne auch massierendes Bürsten der Haare und der Kopfhaut sinnvoll und ein erstes Hilfsmittel, denn das Bürsten der Kopfhaut regt den Haarwuchs an, auch wenn es beim Kämmen so scheint, als ob sie ausfallen würden. Nichtsdestotrotz, ist es bei andauerndem, starkem Haarausfall immer wichtig und ratsam den Arzt aufzusuchen.

Quelle: medicalpress.de; Michael Rogall „Haarsprechstunde“
Text: Kristina Reiß
Fokusbild: yuriyzhuravov/iStock/Thinkstock