Männer reanimieren besser als Frauen
Reanimation

Sind Männer die besseren Retter?

Sind lebensrettende Maßnahmen nötig, zählt jede Sekunde. Spielt es dabei eine Rolle, ob diese von einer Frau oder einem Mann durchgeführt werden? Eine aktuelle Studie sagt: Ja! Frauen schneiden bei Wiederbelebungsmaßnahmen schlechter ab als Männer!

Ist es sinnvoller, wenn ein Mann die Reanimationsmaßnahmen bei einem Herzkreislaufstillstand in die Hand nimmt? Frauen sollen nämlich weniger effizient handeln können in derartigen Notfallsituationen. So das Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie der Universität und des Universitätsspitals Basel.

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Die Notfallsituation – Geschlechter im Visier

Bei der Studie nahmen 216 Medizinstudierende (davon 108 Frauen und 108 Männer) als Probanden teil. In Dreierteams reagierten sie auf ein simuliertes Herzkreislaufszenario. Beobachtet wurden die „hands-on time“ – die ununter­bro­chene Herzdruckmassage während der ersten drei Minuten – der Testpersonen und deren Führungsaussagen – Äußerungen, die das Team effizient anleiten sollen. Bei der Auswertung kamen die Frauen nicht so gut weg wie die Männer. „Verglichen mit reinen Männerteams zeigten die Frauengruppen weniger hands-on time und brauchten insgesamt länger, bis sie mit Wiederbelebungsmaßnahmen begannen“, fasst Studienleiterin Prof. Sabine Hunziker zusammen. Auch bei den Führungsaussagen machten die Männer eine bessere Figur. Das Resultat der Studie gibt den Experten zu Denken. „Dies legt nahe, dass Frauen für Notfallsituationen gezielter vorbereitet und geschult werden müssten“, so Hunziker.

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Was bedeutet das für die Frauen?

Benötigen Frauen nun eine Extra-Ausbildung in Sachen Reanimation? Die Studie regt zum Nachdenken an: Werden medizininteressierte Frauen durch die Ergebnisse verunsichert sein und sich nicht mehr gewappnet fühlen? Werden sie von männlichen Kollegen oder Vorgesetzten (nach wie vor) gleichwertig behandelt? Und wie könnte eine gezielte Schulung für Frauen aussehen? Weitere Genderforschung bringt sicherlich noch mehr Aufschluss. 

Die Resultate der Studie wurden in der Fachzeitschrift „Critical Care Medicine“ veröffentlicht.

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Quellen: Universität Basel, Bilder: Depositphotos/Rawpixel, Text: Emi Baier