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Barfuß laufen Trend zurück zu einem natürlichen Laufstil
Zurück zu einem natürlichen Laufstil

Barfuß laufen: Zurück zu einem natürlichen Laufstil

Wir werden barfuß geboren, doch schon bald zwängen wir unsere Füße in einengende Schuhe. Warum eigentlich? Barfußlaufen stärkt die Muskulatur und fördert die Wahrnehmung. Unsere Autorin ist seit einiger Zeit barfuß unterwegs und teilt ihre Erfahrungen und Tipps mit Ihnen.

Warum tragen wir eigentlich Schuhe? Immerhin werden wir ohne geboren und sind die einzige Spezies auf der Welt, die welche trägt — und die einzige, die so massiv unter Haltungsschäden, Fußdeformationen, Rückenschmerzen und Gelenkproblemen leidet. Doch können Schuhe mit starker Dämpfung, Einlagen oder sogar Operationen die Lösung sein?

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Zurückfinden zum natürlichen Ballengang

Seit ein paar Jahren wächst als Gegenbewegung zu solchen Eingriffen der Trend des Barfußlaufens. Mittlerweile gibt es nicht nur viele Menschen, die im Alltag barfuß laufen, auch viele Hobby- und Profiläufer schwören auf den natürlichen Ballengang, zu dem man beim Barfußlaufen zurückfindet. Sogar Orthopäden empfehlen seit einigen Jahren verstärkt, bei Gelenkproblemen, Fuß- und Rückenschmerzen sowie Haltungsschäden durch Barfußlaufen wieder die Muskeln zu trainieren, die für den natürlichen Gang des Menschen zuständig sind, wodurch die Schäden, die falsche Schuhe über Jahre hinweg angerichtet haben, kompensiert oder sogar gänzlich zurückgehen können.

Im Gegensatz zum Fersengang, zu dem wir vor allem beim zügigen Gehen oder Laufen neigen, wird beim Ballengang nicht die gesamte Knochenkette vom Fuß die Beine und Wirbelsäule hinauf belastet, sondern der Stoß von der Muskelkette abgefedert. In konventionellen Laufschuhen wird die Belastung für die Knochenkette durch Dämpfung oder spezielle Federung reduziert, die eigenen Muskeln arbeiten jedoch immer effizienter. Am Anfang ist es normal, wenn Sie schon nach kurzen Spaziergängen leichte Schmerzen oder Muskelkater in den Waden oder Oberschenkeln haben: Ihre Muskulatur muss sich erst einmal an die Belastung gewöhnen.

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Barfuß laufen: Zurück zu einem natürlichen Laufstil

Der Sommer: Idealer Zeitpunkt zum Umsteigen auf natürliches Laufen

Der beste Zeitpunkt zum Umsteigen auf das Barfußlaufen? Da wir im Sommer öfter draußen sind und sowieso meist schon leichtere Schuhe tragen, eignet sich die warme Jahreszeit zweifelsfrei am ehesten für das Entdecken eines neuen Körper- und Laufgefühls. Wer ganz puristisch an die Sache herangehen möchte, kann jetzt auf Wald- und Feldwegen oder speziell angelegten Barfußpfaden die Schuhe ausziehen und den Untergrund mit den Füßen erspüren.

Barfußschuhe für jeden Anlass

In der Stadt ist hingegen Vorsicht geboten: Hier können einem Scherben oder heißer Asphalt schnell die Freude am Barfußlaufen verderben. Wenn Sie auch im Alltag und in der Stadt barfuß laufen möchten, lohnt sich die Investition in spezielle Barfußschuhe. Deren dünne Sohle ermöglicht es Ihnen, den Untergrund fast wie beim Barfußlaufen wahrzunehmen, schützt dabei jedoch Ihre Füße. Einige Firmen haben nicht nur Sandalen und Zehenschuhe im Sortiment, sondern auch Sportschuhe, bürotaugliche Ballerinas und Mokkasins, schicke Businessschuhe sowie Winter- und Wanderschuhe — viele davon sind sogar vegan.

Barfuß laufen: Zurück zu einem natürlichen Laufstil

Der Sommer ist der beste Zeitpunkt zum Umsteigen aufs Barfußlaufen

Meine Erfahrungen mit dem Barfußlaufen

Nachdem ich jetzt seit einem halben Jahr barfuß beziehungsweise in Barfußschuhen unterwegs bin, hat sich meine Fuß- und Beinmuskulatur deutlich verändert. Meine Füße und Zehen sind weniger gestaucht, sondern nutzen den Raum, den ihnen meine Barfußschuhe geben. Nachdem ich am Anfang noch häufig Muskelkater in den Beinen hatte, fühlen sich meine Waden und Oberschenkel mittlerweile kräftiger an und sehen sogar definierter aus. Die Muskeln, die ich in den letzten Monaten trainiert habe, können nun endlich ihre Funktion erfüllen. Meine Knieschmerzen, die ich laut Ärzten auf Grund der ungünstigen Form meiner Kniescheibe habe, sind in den letzten Monaten etwas zurückgegangen. Ich gehe insgesamt etwas langsamer, dafür aber bewusster, aufmerksamer, aufrechter und weniger gehetzt durch die Welt.

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Barfuß laufen: Zurück zu einem natürlichen Laufstil

Steigen Sie Schritt für Schritt aufs Barfußlaufen um

Tipps fürs Barfußlaufen:

  • Steigen Sie im wahrsten Sinne des Wortes Schritt für Schritt aufs Barfußlaufen um. Besuchen Sie einen Barfußpfad oder fangen Sie mit kurzen Spaziergängen in Barfußsandalen an und steigern Sie die Länge der Strecke und Intensität allmählich. In der Anfangszeit sollten Sie auch immer wieder mal „normale“ Schuhe tragen. Wer von heute auf morgen komplett umsteigt oder gar direkt weite Strecken läuft, riskiert Verletzungen.
  • Ihr erstes Paar Barfußschuhe sollten Sie in einem speziellen Laden kaufen. Der Vorteil hierbei: Die Mitarbeiter können Sie nicht nur bei der Auswahl der Schuhe kompetent beraten, sondern Ihnen auch die richtige Lauftechnik erklären. Laufkurse, die in vielen Läden angeboten werden, sind nicht nur für Läufer empfehlenswert, sondern auch dann, wenn Sie einfach nur so im Alltag viel zu Fuß unterwegs sind.
  • Gehen Sie bewusst. Gerade am Anfang neigt man auch in Barfußschuhen zum Fersengang. Achten Sie darauf, wie Sie Ihre Füße aufsetzen und nehmen Sie den Untergrund bewusst wahr. Wenn Sie kleinere Schritte machen und langsamer gehen, kommt der Ballengang fast automatisch.
  • Am Anfang werden Sie wahrscheinlich noch viel auf den Boden schauen, vor allem wenn Sie ganz ohne Schuhe unterwegs sind und den Untergrund nach spitzen Steinen oder Scherben absuchen müssen. Langfristig sollten Sie auf eine aufrechte Haltung achten. Der ganze Oberkörper sollte stabil und trotzdem entspannt sein.
  • Barfuß durch den Schnee? Auch für die kalte Jahreszeit gibt es Barfußschuhe. Deren Sohle ist zwar nicht so dünn wie die von Sandalen, eine Thermoeinlage schützt den Fuß dafür vor der Kälte von unten. Im Vergleich zu herkömmlichen Stiefeln sind die Winterschuhe trotzdem leichter und bieten Ihren Füßen mehr Raum. Sobald Sie sich die richtige Lauftechnik angewöhnt haben, werden Ihre Füße automatisch besser durchblutet, so dass Sie auch auf Winterspaziergängen keine kalten Füße bekommen sollten. Wenn Sie wissen, dass Sie irgendwo länger stehen werden (z.B. auf dem Weihnachtsmarkt), sollten Sie sicherheitshalber ein zweites Paar Socken anziehen.

Tipps zur Fußpflege:

  • Nach einiger Zeit des Barfußlaufens werden Sie wahrscheinlich feststellen, dass Ihre Hornhaut etwas fester geworden ist, sie sich aber durch das Laufen gleichzeitig von selbst reguliert. Wen die Hornhaut trotzdem stört, der kann die Füße sanft (!) mit einem Peeling oder Hornhautschwamm behandeln. Dabei nicht zu viel Hornhaut entfernen, denn ihre natürliche Aufgabe ist es, das unter ihr liegende Gewebe vor dem Eindringen von Keimen und vor Druck zu schützen.
  • Ein lauwarmes Fußbad vor dem Zubettgehen ist ein schönes Abendritual, das für Entspannung sorgt und bei dem man die Füße von Staub und Schmutz befreien kann, der beim Barfußlaufen zwangsläufig an den Fußsohlen kleben bleibt.
  • Wer ganz ohne Schuhe unterwegs ist, sollte sich vor spitzen Steinen, Ästen, Scherben oder ähnlichem vorsehen, um die Fußsohlen nicht zu verletzen. Damit keine Keime eindringen können, sollten offene Wunden gut versorgt werden. Überprüfen Sie zusätzlich Ihren Tetanus-Impfschutz. 

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Quellen: Bilder: Depositphotos/papa42, kirill_grekov, defotoberg, Unsplash/Jordan Whitt, Text: kle