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Depressionen ohne Medikamente behandeln
Gesundheit

Depressionen ohne Medikamente behandeln

Immer mehr Menschen leiden unter Depressionen und suchen nach einem Ausweg. Medikamente scheinen eine schnelle Lösung, aber wie sieht es mit alternativen Therapien aus? Laut Studien sollen sowohl Schattenboxen als auch Schlafentzug helfen! 

Depressive Phasen kennt wohl jeder – wenn auch „nur“ den typischen Winterblues. Doch immer mehr Menschen haben mit Depressionen zu kämpfen, die sich über das ganze Jahr, oder auch mehrere Jahre, ziehen und den Alltag stark beeinträchtigen. Neben einer psychotherapeutischen Behandlung - mit oder ohne medikamentöse Begleitung - sollen alternative Therapien bei Depressionen helfen: darunter Tai-Chi und Schlafentzug. 

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Mit Tai-Chi der Depression entgegenwirken

Mit Tai-Chi der Depression entgegenwirken

Tai-Chi – auch unter dem Namen Schattenboxen bekannt – ist eine in China entwickelte Kampfkunst und meditative Bewegungsform. In einer aktuellen Studie mit dem Titel „A Pilot, Randomized Controlled Study of Tai Chi With Passive and Active Controls in the Treatment of Depressed Chinese Americans“ wurden 67 chinesische Amerikaner mit diagnostizierter Depression untersucht. Die bisher noch nicht behandelten Teilnehmer wurden in drei Gruppen eingeteilt für eine 12-wöchige Phase. Eine Gruppe nahm an einem Tai-Chi-Programm teil, eine zweite Gruppe wurde unterrichtet und eine dritte Gruppe wurde auf eine Warteliste gesetzt. Im Vergleich zu den beiden anderen Gruppen, erzielte die Tai-Chi-Gruppe die größten Erfolge bei der Verbesserung depressiver Symptome. Anhand der Studie ist also davon auszugehen, dass Tai-Chi bei Depressionen besser hilft als keine Behandlung sowie Lernen im Unterricht. 

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Schlafentzug für eine bessere Stimmung

Schlafentzug für eine bessere Stimmung

Ausreichender Schlaf ist für den Körper enorm wichtig, denn im Schlaf kann er sich regenerieren. Von zu viel Schlafmangel wird in der Regel eher abgeraten. Allerdings zeigen Studien, dass Schlafentzug gezielt bei Depressionen eingesetzt werden kann. Die Übersichtsstudie „Meta-Analysis of the Antidepressant Effects of Acute Sleep Deprivation“ befasste sich mit der Frage inwiefern Schlafentzug tatsächlich bei Depressionen hilft. Dafür wurden von über 2000 Studien zu Depressionen und Schlafentzug 66 Studien ausgewählt und untersucht, die bestimmten für die Übersichtsstudie relevanten Kriterien entsprachen. Die Übersichtsstudie kam zu dem Ergebnis, dass Schlafentzug einen deutlichen Effekt auf Depressionen haben kann – unabhängig von der Bevölkerungsgruppe, einer genauen Diagnose oder medikamentösen Behandlung. Wie genau sich der Schlafentzug im Falle einer Depression im Gehirn auswirkt, ist allerdings noch nicht geklärt. Die Frage, wie viel Schlafmangel im inpiduellen Fall nötig ist und inwiefern dieser sich auf andere Prozessen im Körper auswirkt, bleibt ebenfalls offen.

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Alternative Methoden sind immer eine Betrachtung wert

Gerade aufgrund des immer häufigeren Auftretens von Depressionen sollten auch alternative Therapien, wie beispielsweise Tai-Chi, mehr Aufmerksamkeit bekommen. Es gibt jedoch noch viele weitere Möglichkeiten, die es sich bei Depressionen auszutesten lohnt – darunter Yoga, Sport, eine Ernährungsumstellung und der Einsatz von Heilpflanzen wie zum Beispiel Johanniskraut. Die wichtigste Frage bleibt jedoch immer bestehen: Warum hat sich die Depression überhaupt entwickelt bzw. worin liegen die seelischen Ursachen der Depression? Diese gilt es – im besten Fall mit therapeutischer Hilfe – zu ergründen und aufzuarbeiten. Denn eine Depression kommt nicht zufällig! 

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Quellen: beilit.de, Bilder: Depositphotos/stokkete, Markgra, NatashaFedorova, Text: Emi Baier