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Krankheitsbild und Symptome einer Meningitis
Meningitis-Hirnhautentzündung

Krankheitsbild und Symptome einer Meningitis

Bei Meningitis handelt es sich um eine ernsthafte, entzündliche Erkrankung der Hirnhäute, die sich binnen Stunden verschlimmern und tödlich enden kann. Gefährdet sind Kinder ebenso wie Erwachsene. Was sind ersten Anzeichen einer Meningitis und was tun bei Verdacht auf Hirnhautentzündung?

Meningitis Gefahr im Winter

Als Auslöser für eine Hirnhautentzündung ist den meisten die Übertragung durch Zecken im Sommer bekannt. Verantwortlich dafür ist der FSME-Virus, der schwerwiegende Infektionen zur Folge haben kann. Weitaus gefährlicher ist jedoch eine Meningitis, die durch Bakterien ausgelöst wird. Die Gefahr daran zu erkranken, steigt im Winter. Obwohl die Krankheit selten ist, häufen sich die Ansteckungen in den ersten drei Monaten des Jahres, was vielfach zu einer Verwechslung mit einer Wintergrippe führt.

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Eine bakteriell bedingte Meningitis kann binnen weniger Stunden zum Tod führen. Häufigste Verursacher dieser schwerwiegenden Form von Hirnhautentzündung sind Pneumokokken und Meningokokken. Die Erkrankung ist ansteckend und verbreitet sich über Schleimtröpfchen aus dem Rachenraum. Die Ansteckungsgefahr steigt, sobald wir uns im Winter mehr und enger in geschlossenen Räumen aufhalten. Husten, Niesen oder Küssen kann so schneller dazu führen, sein Gegenüber mit Meningokokken-Meningitis anzustecken. Die Bakterien verursachen entweder eine Hirnhautentzündung oder eine Blutvergiftung. Die Erkrankung verläuft meist sehr schnell, jeder Zehnte stirbt daran. Am meisten gefährdet sind jedoch Kinder und Jugendliche. 

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Meningitis Symptome leicht mit Grippe zu verwechseln

Meningitis Symptome leicht mit Grippe zu verwechseln

Ein Krankheitsausbruch verursacht durch Bakterien kann in wenigen Stunden zum Tod führen. Daher ist es wichtig, die Symptome möglichst früh zu erkennen und richtig zu deuten. Zu Beginn einer Infektion ähneln die Symptome einem grippalen Infekt mit Übelkeit, Erbrechen, Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber. Schnell breitet sich das Bakterium aber aus und es treten in der Regel ein deutlicher Leistungsabfall sowie Benommenheit, Verwirrung, Lichtempfindlichkeit sowie Taubheitsgefühle an Händen und Füßen auf.

Im weiteren Verlauf kommt es bei Kindern wie auch bei Erwachsenen zu einem steifen Nacken. Der Kopf lässt sich kaum noch vorbeugen und die Patienten sind deutlich berührungsempfindlich. Typisch für eine bakterielle Meningitis ist der schnelle Verlauf. Innerhalb kürzester Zeit kann es von grippeähnlichen Symptomen zu massiven gesundheitlichen Beschwerden, bis hin zu epileptischen Anfällen kommen.

Bei einer viralen Infektion verläuft die Erkrankung weitaus langsamer und gilt als weniger ernsthaft. Bei Verdacht auf eine Meningitis rät die Arbeitsgemeinschaft Meningokokken sofort einen Arzt oder eine Klinik aufzusuchen. Nicht abwarten, bis rot-violette oder bläuliche Hautflecken auftreten. Sie sind Anzeichen einer Blutvergiftung. Bereits an der Anmeldung sollte über die Vermutung auf Meningitis informiert und auf eine schnelle Untersuchung gedrängt werden. Egal ob sie selbst oder eines ihrer Kinder an Meningitis erkrankt ist, alle Personen und Angehörige, die mit ihnen Kontakt hatten, bekommen vorsorglich Antibiotika.

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Hirnhautentzündung bei Kinder und Babys richtig deuten

Hirnhautentzündung bei Kinder und Babys richtig deuten

In fast allen Fällen ist Fieber das erste Anzeichen einer Meningitis bei Kindern und Babys

Ist in der näheren Umgebung ein Meningokokken-Fall aufgetreten, sollten Kindern für einige Tage besonders beobachtet werden. Bei Babys und Kleinkindern sind die Anzeichen einer Meningitis nicht immer gleich und deutlich zu erkennen. In fast allen Fällen tritt zunächst Fieber auf. Achten sollte man dann auf Teilnahmslosigkeit, Unruhe, Nahrungsverweigerung (evtl. mit Erbrechen und/oder Durchfall), hochgewölbte Fontanelle, schrilles Schreien oder Wimmern, Haut ist blass und fleckig, das Baby lässt sich schlecht wecken. Es müssen nicht alle Symptome gleichzeitig auftreten. Manche zeigen sich überhaupt nicht. Dennoch ist Vorsicht geboten und umgehend ein Arzt auzusuchen. Vorsorglich wird empfohlen Kinder bis zum 18. Lebensjahr gegen Pneumokokken und Meningokokken zu impfen. 

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Quelle: AGMK - Deutsches Grünes Kreuz für Gesundheit e.V., Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V., Bilder: Depositphotos/Goodluz, Subbotina, StephanieFrey, Text: Tine Esser