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Frau mit Migräne
Migräne vorbeugen

Nie wieder Migräne: Endlich ein Hoffnungsschimmer?

Es drückt, es schmerzt, es macht unkonzentriert. Kopfschmerzen und, mehr noch, Migräne zählen zu den unangenehmsten Leiden, die einen im Alltag begleiten können. Da die Ursachen von Migräne nicht genau geklärt sind, kommen deshalb oft Tabletten, wie Sumatriptan und Formigran zum Einsatz. Amerikanische Neurologen untersuchten nun, ob ein Biologikum vorbeugend gegen Migräne wirken kann. Ein Hoffnungsschimmer für Millionen Menschen.

Quälende Kopfschmerzen, ein Ziehen und Stechen im Kopf, es pulsiert und pocht im ganzen Körper. Schlimmstenfalls entwickelt sich daraus die nervtötende und extrem unangenehme Migräne. Zu den anfallsartigen, meist einseitigen und in unregelmäßigen Abständen wiederkehrenden Kopfschmerzen gesellen sich weitere Symptome wie Übelkeit, Müdigkeit und allgemeine Abgeschlagenheit hinzu. Mediziner unterscheiden dabei Migräne mit Aura und Migräne ohne Aura. Von einer Migräne mit Aura wird gesprochen, wenn es Störungen im zentralen Nervensystem gibt, die betroffene Person unter Sehstörungen leidet, beispielsweise ein Flimmern oder Lichtblitze im Blickfeld, wahrnimmt.

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Millionen Menschen leiden unter Migräne, insbesondere Frauen

In Deutschland wird Migräne relativ häufig diagnostiziert. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer. Jede sechste bis achte Frau leidet unter Migräne, während bei den Männern jeder elfte bis 13. Mann regelmäßig mit anfallsartigen, meist einseitigen Migräneanfällen kämpft. Bei Frauen ist es nicht ungewöhnlich, dass sie in ihrem Leben irgendwann Migräne entwickeln.

Migräne, die Volkskrankheit. Nicht nur hierzulande, auch weltweit leiden etwa acht bis zwölf Prozent der Bevölkerung an Migräne. In Deutschland entsprechen das, nach Angaben der "Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft" circa acht bis neun Millionen Menschen.

Migräne, was hilft? Oft geht der Griff zu Tabletten, wie Sumatriptan

Frau greift zu Tabletten gegen Migräne

Bei vielen Betroffenen ist der Schmerz so stark, dass sie auf Medikamente zurückgreifen müssen. Migräne mit Medikamenten zu behandeln, ist auch üblich. Denn Migräne lässt sich nicht spezifisch behandeln – die Ursachen der chronischen Erkrankung sind nicht genau geklärt. Zum Einsatz kommen deshalb oft Tabletten, wie Sumatriptan und Formigran. Als Person, die an Migräne leidet oder die Menschen kennt, die von den wiederkehrenden Kopfschmerzen betroffen sind, kennen Sie diese Art der Medikamente wahrscheinlich. Ganz zu schweigen von den „klassischen Schmerzmitteln“ wie Paracetamol, Ibuprofen, Acetylsalicylsäure (ASS) und Diclofenac.

Viele Patienten wollen keine Medikamente schlucken, misstrauen den Pharmakonzernen oder haben schlechte Erfahrungen mit den Nebenwirkungen gemacht. Verständlich. Sie fragen sich, was hilft gegen eine Migräne. Doch nichts gegen eine Migräne-Attacke zu tun, ist auch verkehrt. Experten raten, nicht erst zu Medikamenten zu greifen, oder generell etwas dagegen zu tun, wenn die Kopfschmerzen nicht mehr auszuhalten sind. Erstens, wirkt die Therapie dann schlechter und zweitens, kann diese Vorgehensweise zu akuter und chronischer Migräne führen. Untenstehend haben wir Ihnen ein paar grüne Alternativen und natürliche Tipps aufgeführt, mit denen Sie eine Migräneattacke vorbeugen können.

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Biotechnologische Alternative zu klassischen Migräne-Medikamenten?

Wenn Sie nichts von Medikamenten, wie Paracetamol, Sumatriptan und Formigran halten, könnten Sie folgende Zeilen besonders interessieren! Zwei Amerikaner (der Direktor des Jefferson Kopfschmerzzentrums in Philadelphia und ein Neurologe der Mayo-Klinik in Phoenix) untersuchten mit einem College in London und dem Pharmaunternehmen Teva ein Biologikum, also ein biotechnologisch gewonnenes Medikament, welches wie ein körpereigener Antikörper gegen Migräneattacken vorgeht. Das Besondere: Das Biologikum funktioniert wie ein ganz normaler Antikörper. Dieses heftet sich an das Antigen (Eiweißstoff CGRP), das verantwortlich ist für die Migräne, kennzeichnet es als „Störer“ und kann es damit eliminieren.

Die Forscher fanden heraus, dass Fremanezumab, so heißt das Biologikum, wesentlich effizienter agiert, als beispielsweise Triptane, die in Medikamenten, wie Dolormin, Sumatriptan, Naratriptan, Migravent, Dolortriptan und Formigran enthalten sind. Auch ein Triptan markiert das Antigen und sorgt dafür, dass es aus dem Blut herausgezogen wird – nur eben weniger erfolgreich als das Fremanezumab.

Testergebnisse der Studie: Behandlung mit Fremanezumab

Die Forscher testeten anhand von 1130 Probanden die Wirksamkeit einer Fremanezumab-Injektion. Dafür unterteilten sie die Patienten in drei Gruppen. Folgendes Ergebnis kam zustande:

Quartalsbehandlung

Monatliche Behandlung

Scheinbehandlung

Anzahl Personen

376

379

375

Anzahl Tage mit Kopfschmerzen VOR der Behandlung

Etwa 13 Tage
pro Monat

Etwa 13 Tage
pro Monat

Etwa 13 Tage
pro Monat

Verringerung Anzahl Tage mit Kopfschmerzen NACH der Behandlung

4 Tage und 7 Stunden
pro Monat

4 Tage und 14 Stunden
pro Monat

2 Tage und 12 Stunden
pro Monat

Anteil der Patienten, die ihre Kopfschmerztage mindestens halbieren konnten

38 % der Patienten, also 143 Probanden

41 % der Patienten, also
155 Probanden

18 % der Patienten, also 67 Probanden

Anzahl der Patienten mit erhöhten Leberwerten nach der Behandlung

5 Patienten

5 Patienten

3 Patienten

Sie wollen Ihre chronische Migräne erfolgreich vorbeugen? Mit der Behandlung von Fremanezumab gelingt es offensichtlich, die Anzahl der Tage mit Kopfschmerzen wirksam zu reduzieren. Den Beweis erkennt man insbesondere im Vergleich mit der Placebo-Gruppe. Dabei scheinen die Nebenwirkungen vergleichbar zu sein, mit denen der Scheinbehandlung. Wer sich vor regelmäßiger Einnahme von Medikamenten scheut, der dürfte sich über das Testergebnis freuen, denn die positiven Ergebnisse der Quartalsbehandlung ähneln denen der monatlichen Behandlung. Inwieweit die Therapie mit Fremanezumab langfristig wirkt, wird jetzt in weiteren Studien herausgefunden.

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Alternative Behandlungstherapien gegen Migräne

Kennen Sie schon das Biofeedback? Mithilfe einer Messung werden psychophysiologische Zusammenhänge dargestellt und aufgezeigt, wie Sie körperliche Vorgänge beeinflussen, die in Verbindung mit den Kopfschmerzen stehen. Mehr zu diesem Thema finden Sie in diesem Artikel.

Damit Sie erst gar nicht in die Situation kommen und unter starken Kopfschmerzen leiden müssen, sollten Sie sich vorbeugend schützen. Ernähren Sie sich ausgewogen, bewegen Sie sich genug, schaffen Sie sich einen Ausgleich zum Alltagsstress? Wir haben Ihnen in diesem Artikel einige Tipps zusammengestellt, wie Sie Hilfe aus der Natur nutzen können.

Migräne vorbeugen durch regelmäßige Bewegung

Beugen Sie Kopfschmerzen vor, indem Sie sich regelmäßig bewegen

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Quellen: Bilder: Depositphotos/piotr_marcinski, tonodiaz, Wavebreakmedia, Text: Jasmine Barendt