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Mario Kracht im Gemüse
Marion Kracht fordert Umdenken

Schauspielerin Marion Kracht fordert Umdenken!

Was bedeutet ein nachhaltiger Konsum? Wie ernähren wir uns bewusst? Und warum kaufen wir Mode, bei der Menschen in unannehmbaren Verhältnissen arbeiten und Tiere leiden müssen? Die bekannte Schauspielerin Marion Kracht fordert in ihrem Gastbeitrag für Ecowoman ein Umdenken bei unserem Konsumverhalten.

Ganzheitlich zu leben, ist heutzutage sicherlich eine der wichtigsten Tugenden. Unsere Natur und Umwelt zu schonen und zu erhalten, sollte jeder täglich in seinem Bewusstsein verankern. Bei allem, was wir tun. Das ist nicht mal so schwer, wie die meisten denken. Jeder kann etwas dazu beitragen.

Viel Obst und Gemüse garantieren eine tierleidfreie Ernährung.

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Was ist denn eigentlich „bewusste Ernährung“?

Bei dem Thema Ernährung funktioniert das schon sehr gut. Über bewusste Ernährung wird nicht nur immer mehr diskutiert und philosophiert, nein, es spielt eine immer gewichtigere Rolle im sozialen Leben. Gesundes Essen ist den meisten von uns sehr wichtig – und es wird auch in privaten Runden immer mehr zum Gegenstand. Aaaaaberrr: Nicht alle denken auch darüber nach, was genau denn bei ihnen auf dem Teller landet. Was ist denn eigentlich „bewusste Ernährung“? Ist es nur die Tatsache, dass ich mich gesund ernähre? Nein, das reicht nicht aus. Ernährung ist heutzutage auch eine politische Entscheidung und nicht mehr nur Privatsache. Die Produkte, die wir auswählen, haben Einfluss und Auswirkungen auf die Umwelt. Wo kommt das her, was ich verzehre? Wie wurde das Obst/das Gemüse angebaut? Wie wurden die Tiere gehalten, die für unseren Fleischbedarf sterben?

Marion Kracht in einer Badewanne

Marion Kracht für eine bewussten Konsum. 

Lohnt sich der Kauf von Bioprodukten?

Mit all dem, was wir kaufen, treffen wir auch Entscheidungen für oder gegen eine Art der Produktion und der Haltung. Produkte, die mit gutem Gewissen, ökologisch und biologisch wertvoll angebaut und produziert wurden (bestenfalls noch regional), die keine langen Transportwege hinter sich haben und somit die Umwelt schonen, für die keine unterbezahlten Bauern in Asien, Afrika oder Südamerika arbeiten mussten, das sind Produkte, die wir kaufen sollten. Ebenso wie Fleisch. Wenn schon Fleisch oder Milchprodukte, dann doch bitte vom Biobauern aus der Nachbarschaft. Natürlich kosten diese Produkte ein paar Cent mehr, aber das sind sie auch wert. Seit 26 Jahren ernähre ich mich vegetarisch bzw. mittlerweile fast komplett vegan. Ich bin unserer Umwelt Schuld, auf sie acht zu geben. Wir haben nur die eine – und ich möchte diese meinen Kindern erhalten. Aus diesem Grund habe ich auch mein Kochbuch „Kracht kocht“ veröffentlicht, in dem es von jedem Gericht eine vegane und eine vegetarische Variante gibt. Mir ist es wichtig, ganzheitlich zu leben und für seine und die Gesunderhaltung der Natur einzutreten.

Synthetische Chemikalien lauern in vielen alltäglichen Produkten

Was bei der Ernährung schon ganz gut funktioniert, steckt bei der Mode noch in den Kinderschuhen. Wir sind uns weit weniger bewusst darüber, was wir auf der Haut tragen. Made in China oder Bangladesch sollte aus unseren Kleiderschränken verschwinden. Wozu brauchen wir 10 T-Shirts, die zwar in der Anschaffung günstig waren, aber ökologisch überhaupt nicht wertvoll sind? Unterbezahlte Arbeitskräfte, Ausbeute und hohe Transportkosten sind da sicherlich nur drei Schlagwörter. Was aber ist mit den ganzen Chemikalien, die in den Ländern in Fernost noch zum Einsatz kommen dürfen? Zwar eigentlich nicht in Chargen, die nach Europa exportiert werden – aber dennoch passiert so etwas. Und die Arbeitskräfte, die für einen Billiglohn den ganzen giftigen Dämpfen in Färbereien und Gerbereien ausgesetzt werden… Etwa 15.000 synthetische Chemikalien sind in den letzten 50 Jahren entwickelt worden, die in vielen alltäglichen Produkten enthalten sind. Mehr als die Hälfte davon ist toxikologisch noch nicht getestet. Also, ich kann das nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. Möchte ich sicher gehen, dass Mode, die ich trage, nicht nur nachhaltig und fair produziert wurde, sondern auch möglichst frei von Giftstoffen ist, so ist Made in Europe oder besser noch Made in Germany sicherlich ein guter Ansatzpunkt für faire Mode. Faire Mode ist aber für mich auch Mode, für die keine Tiere leiden mussten.

Tierfell auf der Haut zu tragen, kommt für mich einem zugestimmten Mord gleich

Heute braucht man kein Leder mehr. Und eine dicht gewobene Bio-Baumwolle kann genauso warm halten wie Wolle. Auch bei den Farben muss man absolut nichts von tierischer Herkunft nutzen. Tierfell oder –pelz auf seiner Haut zu tragen, kommt für mich einem zugestimmten Mord gleich. Unsere Überflussgesellschaft muss umdenken, bevor es zu spät ist. So war es für mich ein wichtiges Anliegen und Herzenswunsch zugleich, meine eigene Modelinie zu kreieren. Mit meiner veganen Kollektion „Marion Kracht for Lana“ wollte ich zeigen, dass vegane Mode chic und gleichzeitig ökologisch und moralisch wertvoll ist. Ganzheitlich zu leben, hat nicht mit Baumwollsocken und Sandalen tragen zu tun. Modern sein und auf sich und die Umwelt zu achten, muss sich in keinster Weise ausschließen. Gehen wir also alles mit gutem Beispiel voran. Vorbilder sind in der heutigen Gesellschaft mehr als nur wichtig. 

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Textquelle: Marion Kracht, Bildequelle: Marion Kracht, Autor: Ulrike Rensch,