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Grüner Putzen – Natürliche Reinigungsmittel selbst gemacht
Autorin Inés Hermann verrät uns wie es geht

Grüner Putzen – Natürliche Reinigungsmittel selbst gemacht

Als ich mich daranmachte, meine Rezepte aufzuschreiben, war es meine Absicht, den LeserInnen umweltschonende und natürliche Alternativen zu industriell gefertigten Reinigern vorzustellen. Viele Jahre habe ich mich intensiv mit dieser Thematik befasst, nun galt es, meine bewährten Rezepte auszuformulieren und auch die Wirkungsweise genau aufzuzeigen. 

Nach weiterer, eingehender Recherche arbeitete ich meine Rezepturen noch detailreicher aus und stellte fest, dass diese letztendlich nicht nur umweltfreundlich, preiswert und gesundheitsschonend, sondern auch verpackungsfrei und viele auch vegan sind.

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Mein Weg zum ökologischen, schadstoffarmen Putzen

Für mich ist die Herstellung von Putzmitteln kein Hobby, sondern ein Teil meiner Lebensführung. Als kritischer Verbraucher versuche ich unseren Haushalt von ungesunden und überflüssigen Produkten freizuhalten.

Doch aller Anfang war schwer. Als ich 1982 meinen eigenen Haushalt gründete, war vor allem kraftvolle Hygiene gefragt. Chemische Keulen, die ohne großen Aufwand nicht nur den Schmutz, sondern auch Bakterien und hartnäckige Verkrustungen bekämpften. Mit Chlor und Phenol als Inhaltsstoffe sorgten sie nicht nur für porentiefe Sauberkeit, sondern auch für spektakuläre Haushaltsunfälle. Das achtlose Mischen der Reiniger ließ im Eifer des Gefechts gegen Krankheitskeime Kampfgas aus den Toiletten strömen. Die Wäsche war weißer als weiß und nicht nur sauber, sondern rein. Wer keinen Weichspüler verwendete, dem wurde von der Werbung ein schlechtes Gewissen eingeredet. 

Da stand ich ganz schön verlassen da mit meinem Eimer Schmierseife und einer Flasche Essigessenz. Dabei wollte ich doch nur die unglaublich verschmutzten Gewässer entlasten. Durch meine Heimatstadt Aalen floss eine stinkende Kloake, weil sowohl Industrie- als auch Haushaltsabwässer ungeklärt in die Flüsse geleitet wurden.

Herkömmliche Reinigungsmittel

Die Verpackungen konventioneller Reinigungsmittel lassen die Müllberge wachsen

Parallel dazu entwickelte sich ein weiteres Problem; der steigende Konsum ließ die Müllberge anwachsen. Wertvolle Rohstoffe wurden mit viel Energie zu Wegwerfartikeln oder Verpackungen verarbeitet. Leider hält diese Entwicklung immer noch an, darüber kann auch das Recycling nicht wegtäuschen. Um meinen Beitrag zur Müllvermeidung zu leisten, habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, mein eigenes Kaufverhalten immer wieder kritisch zu überdenken.

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Ich musste meine Verweigerungshaltung gegenüber dem gängigen Konsumverhalten immer wieder begründen. Es war mühselig zu erklären, dass der Ursprung meiner sparsamen Lebensführung weder Geiz noch Armut war. Immer wieder musste ich mir anhören, dass meine Bemühungen nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind. „Was willst du schon ausrichten? – Du änderst die Welt doch auch nicht!“

Am 26. April 1986 ereignete sich die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl. Dieses furchtbare Ereignis rückte den Umweltschutz in ein breiteres Bewusstsein. Die Ökologiebewegung gewann an Bedeutung und meine subkulturelle Lebensweise war nun nicht mehr so unpopulär. 

In den Jahren um 1990 widmete die „Hobbythek“ einige Sendungen dem Thema ökologischer Hausputz und natürliches Wäschewaschen. Nun konnte ich weitere konventionelle Haushaltsreiniger ersetzen und das Thema gewann ein breiteres Publikum. 

Heute ist Umweltschutz „in“, Bio-Produkte sind gefragt und so bedient die Industrie die Bedürfnisse der Verbraucher. Dennoch möchte ich die angebotenen Reinigungsmittel nicht ungeprüft kaufen. Die Hersteller von Wasch- und Reinigungsmitteln werben seit einigen Jahren mit der Umweltfreundlichkeit ihrer Produkte durch verschiedene Hinweise auf den Verpackungen. Mit fantasievollen Symbolen soll die Umweltverträglichkeit des Produkts gekennzeichnet werden. Doch zeigt zum Beispiel des Öfteren ein Blick auf die Inhaltsstoffe eines „Lavendelreinigers“, dass sich der namensgebende Lavendel keineswegs unter den Inhaltsstoffen befindet. Und man stellt schnell fest, dass synthetisches Parfüm den angenehm frischen Lavendelduft hinterlässt und nicht etwa das natürliche ätherische Lavendelöl. 

Heimische Putzmittelherstellung ist also längst kein preiswerter Ersatz mehr, sondern die gesündere, umweltfreundlichere Alternative. 

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Grüner Putzen lohnt sich!

Selbst hergestellte Reiniger schonen nicht nur die Umwelt, sie sind auch preis-wert und reinigen zuverlässig. Das Wohnklima verbessert sich, allergische Reaktionen und Hautschädigungen beim Putzen werden gemildert.

Grüner Putzen ist nachhaltiger! 

Aufwändige, umweltschädliche Verpackungen lassen sich vermeiden und durch schönere, wiederverwendbare Behältnisse ersetzen. Scharfe Gerüche werden gegen angenehme Düfte natürlicher, ätherischer Öle ausgetauscht. Selbst gefertigte Putztücher aus Naturmaterial ersetzen minderwertige Kunststofftücher, die schnell weggeworfen werden.

Grüner Putzen macht mehr Spaß! 

Schon das Sammeln der pflanzlichen Zutaten bereitet mehr Freude als der Griff ins Supermarktregal. Selbst Kinder können mit einbezogen werden, denn Geschirrspülen mit pflanzlichen Tensiden schadet selbst der zarten Kinderhaut nicht, wohingegen Kinder nicht einmal in die Nähe konventioneller Reiniger kommen sollten. 

Über mich:

Ich bin 1961 auf der Schwäbischen Alb geboren und der Heimat treu geblieben, Ehefrau, Mutter von 5 Söhnen, Großmutter von 2 Enkelkindern, Filzerin, Selbermacherin, Naturfreundin, Wanderin, Kräutersammlerin, Kosmetikrührerin, Seifensiederin, fantastische Rollenspielerin, Bücherliebhaberin, Nostalgikerin, Umweltschonerin, Wiederverwerterin und Ideenanhäuferin, die sich mehr Zeit und eine TARDIS wünscht.

Meine Seifen-Rezepte finden Sie unter: www.siedekessel.de

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Quellen: Inés Hermann, Bilder: Depositphotos/JPCPROD, belchonock, Text: Inés Hermann