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Anti-Atomkraft-Filmfestival in Berlin
Uranium Film Festival

Anti-Atomkraft-Filmfestival in Berlin

Das International Uranium Film Festival kommt zum sechsten Mal nach Berlin, um Filmen über Kernkraft und Radioaktivität eine Plattform zu geben. In diesem Jahr erinnert das beliebte Filmfestival an das „brasilianische Tschernobyl“, das sich im September zum dreißigsten Mal jährt.

Hiroshima, Nagasaki, Tschernobyl und Fukushima: Die radioaktiven Katastrophen, die wir Menschen in der Vergangenheit verursacht haben, waren verheerend. Das International Uranium Film Festival bietet seit 2010 Filmemachern, die sich in ihren Werken mit Kernkraft und Radioaktivität beschäftigen, eine globale Plattform. Das Filmfestival, das jetzt zum sechsten Mal nach Berlin kommt, steht in diesem Jahr im Zeichen des radioaktiven Unfalls von Goiânia, der sich vor dreißig Jahren im September 1987 ereignete.

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Anti-Atomkraft-Filmfestival in Berlin

Festival erinnert an radioaktiven Unfall in Brasilien

Vom 11. bis 15. Oktober 2017 geht es in zwei Filmen sowie einer Fotoausstellung in der Kulturbrauerei Prenzlauer Berg und dem Zeiss Großplanetarium um das „brasilianische Tschernobyl“. Vor 30 Jahren entwendeten Diebe in der brasilianischen Stadt Goiânia ein ausgedientes Strahlentherapiegerät, nahmen es auseinander und verteilten das radioaktive Material unter Freunden und Bekannten, unwissend, um was genau es sich handelte. Die Folgen waren katastrophal: Fast 250 Menschen wurden so stark verstrahlt, dass sie eine gewisse Zeit in Quarantäne verbringen mussten, mindestens vier Menschen starben unmittelbar an den Folgen der Bestrahlung, etwa 500 leiden an Spätfolgen. Zahlreiche Häuser mussten evakuiert und teilweise abgerissen werden und noch heute werden in einiger Stadtteilen, in denen das radioaktive Material kursierte, erhöhte Strahlenwerte gemessen.

Auf dem Programm steht unter anderem die deutsche Erstaufführung des Kurzspielfilms „Algo do que Fica“ („Etwas das bleibt“) von Benedito Ferreira. Mit seinem Werk, das sensibel über den radioaktiven Unfall und seine Folgen reflektiert, wurde der Nachwuchsregisseur aus Goiânia im Juni auf dem renommierten Umweltfestival FICA in Goiás gefeiert. Neben ihm wird auch Odesson Alves Ferreira nach Berlin kommen, der damals selbst durch das hochradioaktive Cäsium-137 verstrahlt wurde und heute mit den Folgen leben muss.

Das gesamte Programm und mehr Informationen über die rund 20 Filme finden Sie unter uraniumfilmfestival.org.

Quelle: International Uranium Film Festival; Bilder: International Uranium Film Festival / Marcia Gomes; Depositphotos/k3studija, Autor: kle