Schutz der Wälder reicht nicht aus
Schutz der Wälder

Schutz der Wälder reicht nicht aus

Für einen effektiven Klimaschutz sind intakte Wälder unglaublich wichtig. Doch die weltweiten Schutzmaßnahmen funktionieren nicht so wie geplant, weil Finanzierungsfragen für Streit sorgen. Das Ganze ist noch aus einem anderen Grund hoch problematisch. 

Ohne Wälder kein Klimaschutz – wir brauchen intakte Waldflächen, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzen und die weltweiten Klimaziele erreichen zu können. Deshalb wurden in den internationalen Verhandlungen Maßnahmen zum Waldschutz beschlossen. Doch an deren Umsetzung hapert es noch gewaltig, wie eine aktuelle Studie zeigt.

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Neue Finanzierung ist Rückschlag für den Klimaschutz

REDD+ heißt das Instrument, das eine Antwort auf den weltweiten Waldverlust sein soll. In der Theorie funktioniert es wie folgt: Entwicklungsländer bekommen von den Industrienationen Geld dafür, dass sie ihre Wälder nachweislich erfolgreich schützen, indem sie etwa Abholzung vermeiden. Wie so häufig scheitert die praktische Umsetzung des Konzepts an der Finanzierung; aktuell kommen öffentliche Gelder der Entwicklungszusammenarbeit zum Einsatz. Das soll sich bald ändern, und hier wird es wirklich problematisch: In Zukunft soll das Ganze über Emissionszertifikate für den internationalen Kohlenstoffmarkt finanziert werden, also indem Unternehmen ihre eigenen Emissionen durch den Kauf von REDD+-Zertifikaten kompensieren.

Diese Pläne sind äußerst umstritten, denn es ist zu vermuten, dass eine solche Praxis die Weiterentwicklung und den Ausbau emissionsarmer Technologien stark erschweren könnte. Mit diesem Thema müssten sich Unternehmen dann nämlich nicht mehr intensiv auseinandersetzen, sondern könnten sich durch die Unterstützung von Waldschutzprojekten ein gutes Gewissen „erkaufen“. An der REDD+-Umsetzung gibt es noch eine Reihe weiterer Kritikpunkte, die allesamt in einer aktuellen Studie des Südwind-Instituts für Ökonomie und Ökumene dargestellt werden. So ist die intensive industrielle Landwirtschaft, immerhin Hauptverursacher der Entwaldung, kaum in das Konzept eingebunden. Die Studie kann unter www.suedwind-institut.de heruntergeladen oder über info@suedwind-institut.de bestellt werden.

Quellen: SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene, Bild: Depositphotos/lightpoet, Text: Ronja Kieffer