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Wir wollen keine Blumen, sondern gleiches Recht für alle!
Es gibt noch viel zu tun

Wir wollen keine Blumen, sondern gleiches Recht für alle!

Heutzutage ist der 08. März zu einem Tag geworden, an dem Frauen allen Ernstes Rosen geschenkt bekommen und ihnen „alles Gute zum Frauentag“ gewünscht wird. Sicherlich nett gemeint, aber leider am Thema vorbei. Und wirkliche Gleichberechtigung? Fehlanzeige! Es gibt noch viel zu tun.

Wozu war der Frauentag noch einmal da? Seinen Ursprung hatte er in den (erfolgreichen) Protesten für das Frauenwahlrecht. In der Zwischenzeit hat der Kampf für Frauenrechte zwar massiv an Unterstützern gewonnen, aber leider an Schwung verloren.

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Denn auch wenn wir Frauen in Deutschland überwiegend das Gefühl haben, die gleichen Rechte wie Männer zu besitzen, so stimmt das nicht ganz. In Wirtschaft, Politik und Wissenschaft dominieren – vor allem in Führungspositionen – weiterhin die Männer. Noch immer kann man keine Pille für den Mann kaufen und das Ehegattensplitting sorgt dafür, dass die meist schlechter verdienende Frau ihren Job beim ersten Kind aufgibt. Laut einer Umfrage der Jobbörse Stepstone glauben 80 Prozent der Frauen, dass Kinder ihrer Karriere schaden. Spätestens bei der Familienplanung kann also von Gleichberechtigung keine Rede mehr sein.

Die kurze Geschichte des internationalen Frauentags

Die kurze Geschichte des internationalen Frauentags

Der internationale Frauentag oder auch Weltfrauentag oder Frauenkampftag genannt, wird am 08. März gefeiert. Er war eine Initiative sozialistischer Organisationen, die sich für Gleichberechtigung, das Wahlrecht von Frauen und die Emanzipation von Arbeiterinnen eingesetzt haben. Auch heute noch fordern Frauen an diesem Tag Gleichberechtigung und prangern die herrschende Gewalt gegen Frauen an. Die deutsche Sozialistin Clara Zetkin forderte schon 1910: „keine Sonderrechte, sondern Menschenrechte!“ Ein Jahr später gingen erstmals Frauen in Deutschland, Österreich, Dänemark und der Schweiz für den Frauenkampftag auf die Straße. Sie forderten die Einführung des Frauenwahlrechts und Teilhabe an der politischen Macht. Unter der NS-Herrschaft war der Frauentag verboten und erst im Zuge der Frauenbewegung Ende der 60er-Jahre kehrte er wieder ins Bewusstsein zurück. Die Nationalsozialisten beschränkten die Rolle der Frau auf die der Ehefrau und Mutter und deswegen wurde der Frauentag kurzerhand durch den Muttertag ersetzt. Während der Frauentag in der DDR ein Feiertag war, wurde er in der BRD erst Ende der 60er wiederbelebt. Neben der beruflichen Gleichstellung kämpften die Frauen damals auch verstärkt für ihr Recht auf sexuelle Gleichstellung. Zum Beispiel für das Recht auf Verhütung oder die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. 

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Und heute? 

Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist eine der am weitesten verbreiten systematisch begangenen Menschenrechtsverletzungen. Viele Frauen erfahren psychische und/oder sexuelle Gewalt. Auch Jungen und Männer erfahren Gewalt, Gewalt gegen Frauen wird jedoch spezifisch als im Geschlecht begründet, also Gender-based, definiert. Auch in Deutschland wo inzwischen eine Frau an der Spitze der Regierung steht, ist gerade im Berufsleben noch immer keine Gleichheit erreicht. Viele Frauen verdienen in der gleichen Position wie ein Mann immer noch deutlich weniger. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sowie Mobbing und häusliche Gewalt sind immer noch ein Problem. Also ist der Frauentag auch heute noch ein Kampftag und es ist wichtig, dass wir weiterhin für unsere Rechte kämpfen. Und wir, das meint uns alle unabhängig von Religion, Hautfarbe, Einkommen, Fähigkeiten, Beruf oder sexueller Orientierung. Denn Frauenrechte sind Menschenrechte und wir wollen ein gutes Leben für alle Menschen. 

Das Gender Pay Gap-Experiment: Dieselbe Person – unterschiedliche Löhne

In einem sozialen Experiment mit Transgenderpersonen hat die gemeinnützige Frauenrechtsorganisation „Terre des Femmes“ herausgefunden, dass Frauen tatsächlich bis zu 33 Prozent weniger Geld für die gleiche Arbeit bekommen. Das ist eine enorm hohe Differenz, die noch die letzten statistischen Auswertungen von 21 Prozent Lohnunterschied in Deutschland übertrifft.

In dem Experiment hat sich dieselbe Person mit derselben Qualifikation für denselben Job beworben – einmal als Frau, einmal als Mann. Dabei ging es um Jobs im Projektmanagement, als pharmazeutisch-technische/r Assistent/-in und im Fashion-Bereich. Beide Geschlechter wiesen dieselben Lebensläufe und Qualifikationen vor und hatten in Grundzügen sogar die gleiche Persönlichkeit.  

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Das unglaubliche Ergebnis: Ein Mensch, zwei verschiedene Gehälter 

Mit versteckten Kameras wurde dann gefilmt, wie PersonalerInnen Frauen und Männer im Gespräch unterschiedlich behandelten – insbesondere, wenn es um die Gehaltsverhandlung ging. Zum Teil waren bei Männern sogar Boni im Gespräch, die gegenüber den Frauen gar nicht erst erwähnt wurden.

Das Gender Pay Gap-Experiment zeigt also, dass Frauen noch weit davon entfernt sind gleich behandelt zu werden. 

Das Gender Pay Gap-Experiment: 

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Quellen: Bilder: Youtube/Screenshot »Das Gender Pay Gap Experiment«; Depositphotos/Gal_Amar, Text: Meike Riebe