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Was lange währt wird endlich gut: Latwerge braucht zwar gute 4 Stunden Zeit, doch dafür schmeckt vorzüglich
Selber machen

Aus Omas Küche: das traditionelle Latwerge-Rezept

Ein Pflaumenmus mit seltsamen Namen: Latwerge. Auch Latwäri oder Leckschmiere genannt gibt es überall regionale Varianten. Doch wie wird es traditionell hergestellt?

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Es ist ein Produkt das überall in Deutschland regional gekocht wird, dabei existieren zahlreiche regionale Varianten und ebenso viele Schreibweisen. Die Latwerge (teilweise auch der Latwerg), regional auch Lattwerg, Lattwersch, Latwäri, Latweje, Latwejsche, Latschmiere, Leckschmiere, Leckmerich, Leckwenisch, Laksem oder Laxem genannt, bezeichnet ein stark eingekochtes Mus aus Zwetschgen. Die böhmisch-österreichische Version einer Zwetschgenlatwerge nennt sich Powidl.

Latwerge wird sowohl als Brotaufstrich als auch zum Süßen von Quarkspeisen und anderen Desserts verwendet. In Österreich wird die dort übliche Variante der Zwetschgen-Latwerge (Powidl) häufig zu oder in Mehlspeisen gegessen.

Die klassische Latwerge selber machen

Klassisch wurde die Zwetschgen-Latwerge in gewaltigen Mengen und mit nachbarschaftlicher Hilfe im kupfernen Waschkessel der Waschküche eingekocht. Der Kessel aus Kupfer oder Messing eignete sich durch seine Größe dafür gut. In Gemeinschaftsarbeit wurde deshalb gearbeitet, weil man die ganze Nacht die Masse rühren musste, damit sie nicht anbrennt und weil natürlich das Feuer unter dem Kessel nachgelegt werden musste. Heute erfolgt die Zubereitung in haushaltsüblichen Mengen auf dem Herd, bisweilen auch im Backofen.

Früher wurde die Latwerge in Steinguttöpfen aufbewahrt, heute empfiehlt es sich Schraubgläser zu verwenden.

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Tipp:

Da die Früchte sehr stark einkochen und der Fruchtzucker stark konzentriert wird, benötigt man für die Zubereitung und die Konservierung keinen extra Zucker. Wer dennoch zusätzlich zuckern möchte, sollte 10% der Zwetschgenmenge nehmen.

Zwetschgen

© AbleStockcom / Thinkstock.

Für Oma´s Latwerge Rezept benötigt man:

  • 5000g Zwetschgen
  • Latwerge-Gewürz (je nach Packungsanleitung)
  • 500 g Zucker (je nach Geschmack)

Die Zwetschgen werden gewaschen und entsteint und zusammen mit dem Latwerge-Gewürz in einen großen Topf gegeben. Nun heißt es: Zeit nehmen. Gute 4 Stunden muss die Masse unter ständigem Rühren bei mittlerer Hitze gekocht werden. Wenn das Mus dunkel und eingedickt ist, sofort in saubere Gläser mit Schraubverschluss füllen.

Latwerge Gewürz für das einzigartige AromaLatwerge-Gewürz ist eine Gewürzmischung bestehend aus Zimt, Anis, Koriander, Fenchel, Ingwer, Muskat, Nelken und Sternani.

Latwerge im Backofen

Wer eh den Backofen in Gebrauch hat, kann das Latwerge auch im Backofen zubereiten. Dauert ca. 1 Stunde (je nach Wassergehalt der Frucht) bei 180°C. Wenn das Mus sehr dunkel geworden ist und steif ist, wird der Herd/Ofen abgeschaltet und die Gewürze werden hinzugefügt - 10 Minuten ziehen lassen. Nun noch die Zimtstange entfernen und jetzt kann man das Latwerge umrühren und sofort in saubere und trockene Gläser mit Schraubverschluss geben. Die Gläser nun noch für 5 Minuten auf den Kopf stellen und fertig ist der Gaumenschmaus.

Quelle: Aus dem privaten Fundus, Wikipedia/  Introbild:© Esther Hildebrandt - Fotolia.com, Depositphotos/belchonok, AEyZRiO
Text: Christina Jung