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Das dreckige Dutzend 2017
Das „dreckige Dutzend“

Diese Lebensmittel sind besonders stark mit Glyphosat belastet

Glyphosat ist das weltweit am meisten eingesetzte Herbizid und damit inzwischen auf fast allen konventionell hergestellten Lebensmitteln nachweisbar. Jährlich kürt die amerikanische Non-Profit-Organisation Environmental Working Group (EWG) die 12 am meisten durch Pestizide belasteten Obst- und Gemüsesorten und veröffentlicht sie in der Liste „the Dirty Dozen“ – „das dreckige Dutzend“.

Zahlreiche Studien haben belegt, dass Pestizide und bestimmte Chemikalien in ihrem Aufbau Hormonen gleichen. Hormone sind Botenstoffe des Körpers, die wichtige Aufgaben, wie das Knochenwachstum, den Zucker- und Fettstoffwechsel, die Verdauung und die Sexualentwicklung steuern. Werden die körpereigenen Hormone durch Fremde Hormone (sog. Endokrine Disruptoren (EDC)) gestört, kann es zu Krankheiten, wie Hoden- und Brustkrebs, Fettleibigkeit, Diabetes, Unfruchtbarkeit und vieles mehr kommen. 

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Glyphosat gehört zu den Endokrinen Disruptoren und wurde im Jahr 2015 von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als krebserregend eingestuft. 

Dennoch bleibt das Gift in der Landwirtschaft weiterhin zugelassen. Das Problem: Auch wenn die Belastung von konventionell hergestellten Lebensmitteln noch unter den (willkürlich) gesetzlich vorgeschriebenen Höchstwerten liegt, ist die Langzeitwirkung von Glyphosat noch nicht ausreichend erforscht. So kommen z.B. nur langsam Studien über die Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit durch Round-up, dem bekanntesten Ackergift von Monsanto, an die Öffentlichkeit. 

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Schokomüsli, Linsen, Kinderkekse – Glyphosat ist überall

Mit mehr als 1 Mio. Tonnen ist Glyphosat das weltweit meistverkaufte Spritzmittel und darf für Hunderte von Lebensmitteln verwendet werden.

Das Verbrauchermagazin ÖKO-TEST hat Glyphosat in Linsen, Kinderkeksen, Schokomüsli, Mehl und Brot nachgewiesen. Getreide und Hülsenfrüchte dürfen teilweise bis zu 20 Milligramm pro Kilogramm enthalten, also 1000 mal mehr als das Umweltinstitut im Bier gefunden hat. Funde in der Muttermilch und im Urin zeigen ebenfalls, wie universell Glyphosat verwendet wird.

Unter anderem ist das Pestizid so weit verbreitet, weil gentechnisch veränderte Sorten von Mais, Raps, Soja oder Baumwolle dagegen resistent sind und keinen Schaden nehmen können. Das macht die Anwendung für die Bauern extrem einfach.

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Diese Lebensmittel sind besonders belastet

Die Nonprofit-Organisation „Environmental Working Group“ (EWG) veröffentlicht einmal pro Jahr eine Liste mit Lebensmitteln, die mit Pestiziden belastet sind. Die Daten zur Aufstellung der Liste erhält die EWG vom Ministerium für Landwirtschaft der USA. Insgesamt werden jedes Jahr 48 Sorten Obst und Gemüse untersucht, doch nur die zwölf Sorten, die am schlimmsten belastet sind, werden in der Liste, die auch „das dreckige Dutzend“ genannt wird, veröffentlicht.

2017 stehen folgende Lebensmittel auf der Liste:

   
Platz 1: Erdbeeren Platz 7: Kirschen
Platz 2: Spinat Platz 8: Weintrauben
Platz 3: Nektarinen Platz 9: Sellerie
Platz 4: Äpfel Platz 10: Tomaten
Platz 5: Pfirsiche Platz 11: Süße Paprika
Platz 6: Birnen Platz 12: Kartoffeln


2018 gehören diese Lebensmittel zu den "dreckigen 12":

   
Platz 1: Erdbeeren Platz 7: Kirschen
Platz 2: Spinat Platz 8: Birnen
Platz 3: Nektarinen Platz 9: Tomaten 
Platz 4: Äpfel Platz 10: Sellerie
Platz 5: Pfirsiche Platz 11: Kartoffeln
Platz 6: Birnen Platz 12: Süße Paprika

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Erdbeeren sind besonders belastet

Erdbeeren sind besonders belastet - greifen Sie hier lieber zu Bio-Qualität

Besser Bio kaufen

Wer Lebensmittel möchte, die weder genmanipuliert, noch gespritzt sind, kommt um Bioware nicht herum. Dass der biologische Anbau von Obst und Gemüse, Boden und Umwelt schont, ist schon lange bekannt. Doch sind Bio-Lebensmittel auch gesünder?

In einer Studie aus dem Jahr 2014 fanden Forscher der Universität New Castle heraus, dass Biofeldfrüchte eine um 1 bis 69 Prozent höhere Konzentration an Antioxidantien aufweisen als konventionelle Feldfrüchte. Zudem waren die Bio-Früchte weniger mit dem giftigen Schwermetall Cadmium belastet, als ihre nicht-biologischen Verwandten. Die konventionellen Früchte wiesen nicht nur eine größere Menge an Pestizidrückständen auf, sondern auch 30 Prozent mehr Nitrat und 87 Prozent mehr Nitrit.

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Quellen: Bilder: Depositphotos/natika, newlight, alphacell, natika, Nik_Merkulov, Kovaleva_Ka, Valentyn_Volkov, Telesh, Dionisvera, natika, natika, Valentyn_Volkov, Mlrapen, Text: Meike Riebe