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Trinkwasser wird immer teurer
Verseuchtes Trinkwasser

Unser Trinkwasser wird immer teurer

Aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes geht hervor, dass die Wasserpreise immer weiter ansteigen. Grund dafür sind vor allem die hohen Nitratbelastungen aus der intensiven Landwirtschaft.

Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen, dass in den Jahren von 2005 bis 2016 die Preise für Trinkwasser um durchschnittlich 25 Prozent gestiegen sind. Das heißt: ein Zweipersonenhaushalt zahlt im Gegensatz zu 2005 etwa 50 Euro mehr. Vor allem zwischen den Jahren 2014 und 2016 gab es eine enorme Preissteigerung von 3,6 Prozent, während die Inflationsrate in diesem Zeitraum etwa 1,7 Prozent betrug.

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Der Grund dafür sind die gestiegenen Reinigungskosten des Wassers. Gülle, Pestizide und Medikamentenrückstände müssen unter großem Aufwand herausgefiltert werden.

Intensive Landwirtschaft verunreinigt das Grundwasser

Intensive Landwirtschaft verunreinigt das Grundwasser

Vor allem die hohe Nitratbelastung aus der Landwirtschaft sei schuld an den gestiegenen Wasserpreisen. Der viele Dünger belastet das Grundwasser so stark, dass Deutschland von der EU 2016 bereits verklagt wurde. In 27 Prozent der untersuchten Grundwasservorkommen waren die Grenzwerte von 50 Milligramm Nitrat pro Liter überstiegen. Besonders in Gebieten mit landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen sei das Grundwasser häufig durch zu viel Stickstoff belastet. Grund sei das Düngen von Feldern mit Gülle und Mist aus der intensiven Tierhaltung oder das Verwenden von Mineraldünger etwa für den Obst- und Gemüseanbau.

Doch das Nitrat beeinflusst nicht nur die Trinkwasserpreise, sondern auch die Gesundheit der Verbraucher. Schon vor Jahren teilte das Umweltbundesamt mit, dass die Trinkwasserpreise in Zukunft steigen könnten, weil Wasserversorger zu teureren Aufbereitungsmethoden greifen müssen.

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Medikamentenrückstände im Trinkwasser

Medikamentenrückstände im Trinkwasser

Medikamentenrückstände verunreinigen unser Trinkwasser

Neben den gesundheitsschädlichen Nitraten und Uran aus der Landwirtschaft, konnten auch Östrogene aus der Anti-Babypille, sowie Wirkstoffe, wie der Blutfettsenker Bezafibrat, das Antirheumatikum Diclofenac, Röntgenkontrastmittel, das Antischmerzmittel Ibuprofen und Drogen im Trinkwasser nachgewiesen werden. Doch viele kommunale Kläranlagen waren bisher nicht in der Lage die verschiedenen Chemikalien vollständig zu entfernen. 

Einer Untersuchung des Wissenschaftlichen Instituts der Krankenkasse AOK zufolge nimmt jeder durchschnittlich täglich 1,5 Medikamente zu sich. Doch nicht alle Inhaltsstoffe der Pillen, Zäpfchen und Tropfen werden vom menschlichen Organismus aufgenommen. Je nach Medikament und Patient werden bis zu 70 Prozent der Bestandteile über den Urin, beziehungsweise über den Stuhl wieder ausgeschieden. Diese Ausscheidungen landen dann in den Kläranlagen und teilweise wieder in unserem Trinkwasser.  

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Verseuchtes Trinkwasser macht krank

Chemikalien und Medikamentenrückstände im Trinkwasser können nicht nur zu Resistenzen gegen den jeweiligen Wirkstoff führen, sondern zudem die Darmflora schädigen und die Spermienqualität senken. Noch nicht einig sind sich Wissenschaftler darüber ob auch Reste von Schmerzmitteln im Wasser trotz ihrer geringen Menge zu Leberschäden, Bluthochdruck und Magenschleimhautentzündungen führen können.

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Quellen: Bilder: Depositphotos/BestPhotoStudio, ginasanders, tycoon, Text: Meike Riebe