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Arbeiten im Aprilgarten: Tipps, Tricks und der Frühling kann kommen
Garten-Arbeit im April

Arbeiten im Aprilgarten: Tipps, Tricks und der Frühling kann kommen

Der Winter war lange, doch jetzt können sich Hobby- und Balkongärtner hoffentlich bald über mildere Temperaturen, das Wachsen des Gemüses und die erste richtige Blütenpracht im Freien freuen. Im April-Garten liegt nun viel Arbeit an. Wie Sie jetzt kostengünstig an neue Blütenpracht kommen oder was im Gemüsebeet passiert – nachhaltige Garten-Tipps.


Die ersten Frühlingsboten sind im April teilweise schon verblüht und alle warten nach der kalten Jahreszeit auf die schöne Blütenpracht der Tulpen. Zudem ist nun Hauptaussaatzeit im Garten und auf dem Balkon. Tipps hierzu und zu anderen Garten-Arbeiten im April. (c) Thinkstockphotos

So wie Martin es will, zeigt sich dann der ganze April“. Dies ist eine Bauernregel für den 13. April, dem Namenstag für Martin, die schon andeutet, dass das launische Aprilwetter mit einigen Überraschungen auf den Hobbygärtner wie Sonnenhungrigen aufwarten kann. Zwar kann man das Wetter bekanntlich nicht beeinflussen, doch der Hobby- und Balkongärtner sollte es einfach nehmen wie es ist und nun den wichtigsten Gartenarbeiten im April nachgehen. Die Pflanzenvermehrung, das Aussäen von Gemüse und die erste Ernte gehören zu den Angenehmsten Arbeiten die im grünen Reich nun auf uns warten.

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Der Aprilgarten: Arbeiten im Blumenbeet auf Hochtouren

Spätestens im April wächst und gedeiht das später blühende Grün in unseren Blumenbeeten. Jetzt ist eine gute Zeit, um blühfaule Pflanzen zum Austrieb zu animieren und zu groß gewordene zu vermehren. Das Stichwort ist ‚Teilen‘. Hierzu werden auseinanderfallende, teils kahle Stauden vorsichtig ausgegraben und kahl bewachsene Stellen mit dem Spaten, dem Messer oder per Hand entfernt. Abgestorbene Wurzeln bei dieser Gelegenheit auch entfernen. Gleiche Verfahrensweise wird bei zu großen mehrjährigen Pflanzen durchgeführt wie beispielsweise bei den Funkien (Hosta) – so lange noch kein Blattwerk ausgebildet ist - oder Lilien,  Gartenmageriten, Frauenmantel und Fackellilien. Das Teilen ist eine ideale Pflanzenvermehrung zum Nulltarif. Die einzelnen Teile können an anderer Stelle eingepflanzt werden oder erfreuen vielleicht den Nachbarn. Mehr zum Thema Pflanzen teilen.

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Wenn noch nicht im März geschehen, dann sollten die Beete nun frische Nahrung in Form von einigen Zentimetern Kompost erhalten und gerade die nun austreibenden Prachtstauden wie Rittersporn und Co., aber auch Rosen freuen sich jetzt über eine erste Düngergabe. Letztere, gerade Kletter- und Ramblerrosen haben mitunter schon längere Triebe, die gegebenenfalls angebunden oder am Rankgerüst dressiert werden sollten.

Büsche und immergrüne Sträucher können nun neu gepflanzt oder umgepflanzt werden, genauso wie alle mehrjährige Kräuter, Stauden und sommerblühende Zwiebelblumen wie Lilien, Gladiolen oder Ranunkel, ist sicher, dass keine Nachtfröste mehr ihr Unwesen treiben. Auch die verblühten Narzissen, Primeln oder Hyazinthen, die in vorgezogener Form den Esszimmertisch oder den Eingangsbereich schmückten und meistens schon verblüht sind können nun eingepflanzt werden. All diese Frühjahrsblüher erstrahlen dann im nächsten Jahr in neuem Glanz, nur dieses Mal im Beet. Ausnahme: Die Primel, deren Überleben im Gartenbeet aber einen Versuch wert ist.

Garten: Arbeiten im April, jetzt ist Hauptaussaatzeit

Die Mischkultur - hier Mangold mit Tagetes oder Studentenblumen - ist nachhaltig, da die Pflanzen sich gegenseitig positiv beeinflussen. Und so manchen Schädling abhalten. (c) Thinkstockphotos

Nachhaltiger Tipp für stützbedürftige Pflanzen: So manche Staude und andere Pflanzen fallen im Sommer auch gerne mal auseinander, knicken bei Sturm und Regen im schlimmsten Fall ab. Jetzt die passende Stütze in den Boden zu stecken ist ideal. Gerade bei buschigen Pflanzen kämpft man dann nicht mehr mit dem üppigen Wuchs und es brechen auch keine Triebe mehr ab. Sonnenblumen können nun ins Freiland direkt ausgesät werden. Gibt es viele Schnecken im Garten, dann kann durch Vorziehen auf der Fensterbank und späteres Einpflanzen die Gefahr von Kahlfraß nahezu beseitigt werden.

Garten-Arbeiten im Aprilgemüsegarten

Auch im Gemüsebeet kann nun im April nährstoffreicher Kompost ausgebracht und vorsichtig eingearbeitet werden. Vieles kann nun ausgesät werden, denn nun ist Hauptaussaatzeit, vom schnellwachsenden Ruccola über so manche Salatsorten, Radieschen bis zum Spinat. Die Satzweise Aussaat – etwa alle vier Wochen – versorgt bis in den Herbst hinein mit diesen schnellwachsenden Gemüsesorten.

Auch die beliebte Zuckererbse kann nun in die Gartenerde, sind noch dünne Äste vom letzten Baum- oder Strauchschnitt vorhanden, diese zwischen die Saat als spätere Stützen für die etwa 50 Zentimeter großen Zuckererbsenpflanzen stecken. Verschiedene Sorten haben unterschiedliche Saattermine (siehe Packung), kombiniert verlängern diese die Erntezeit. Die Rankhilfe wie bei so mancher Pflanze im Blumenbeet am besten gleich anbringen.

Zudem sollten nun jene Gemüsesorten mit längerer Wachstumsperiode - von der Karotte über die Pastinake bis zur Roten Beete oder dem Fenchel - nun ausgesät werden. Auch bei Karotte, Rote Beete und Fenchel ist eine versatzweise, Aussaat möglich und sinnvoll. Bei der orangenen Knolle gibt es mehrere Sorten, von der frühen bis zur späten Karotte, von jener die schlecht bis gut lagerfähig oder zum Einfrieren geeignet ist. Vorgetriebene Kartoffeln können nun auch in das Beet, oder in Pflanzsäcke und große Kübel auf dem Balkon. Letzteres funktioniert hervorragend. Wenn sich Blätter an kurzen Stängeln bilden, dann einfach immer wieder einige Zentimeter neue Erde auffüllen. Das fördert den etagenweisen Austrieb von Kartoffeln selbst auf dem kleinsten Raum.

Garten: Arbeiten im April, jetzt ist Hauptaussaatzeit

Viele warten mit Sehnsucht auf die Obstbaumblüte. Doch durch den kalten März läßt die Blütenpracht noch auf sich warten. (c) Thinkstockphotos

Schließlich sollten klassische deutsche Kräuter wie Schnittlauch und Petersilie nun draußen ausgesät werden. Wer sich exotische Würze selbst anbauen möchte, sollte beispielsweise mit Koriander, Thai-Basilikum oder Zitronengras auf der Fensterbank starten. Und für alle Neusaaten gilt: Nicht austrocknen lassen, denn, einmal ausgetrocknet, wird der Keimvorgang gestoppt.

Nachhaltiger Tipp: Kahle Stellen, auch Beetzwischenräume, mit Gründüngung wie Lupinen, Ringelblumen oder Tagetes füllen. Denn Gründüngung hat gleich mehrere Vorteile: Nicht genutzte Beet- oder Gartenflächen werden so mit Grün bedeckt und unerwünschte Wildkräuter haben weniger Ausbreitungsmöglichkeiten, was letztlich weniger Arbeit macht. Je nach Art, lockern Gründüngungspflanzen den Boden oder reichern ihn mit Stickstoff an (Lupinen), andere vertreiben lästige Schädlinge wie Fadenwürmer im Boden (Ringelblumen) oder locken Schnecken an (Tagetes/Studentenblume), die dann entweder abgesammelt werden können oder das geliebte Gemüse gleich ganz verschonen. Ganz nach den Prinzipien der nachhaltigen Mischkultur.

Schöne, schmackhafte Früchtchen und perfektes Grün: Das fällt noch im April-Garten an Arbeit an

Spätestens Anfang April ist die Mahd des Rasens fällig. Die Schnitthöhe sollte allerdings nicht allzu tief eingestellt werden, da bei den noch kühlen Temperaturen der Rasen empfindlicher ist und langsamer wächst. Auch eine Düngung kann nun vorteilhaft sein, eventuell kann nun der Rasen Anfang April vertikutiert und neue oder lückenhafte Rasenflächen neu eingesät werden.

Wurden Obstbäume oder Sträucher als Kälteschutz für den Winter gemulcht, so kann diese Schicht nun entfernt werden. Sollte es zu leichten Spätfrösten kommen, dann kann sich die Erde schneller aufwärmen. Empfindlichere Obstsorten wie Kiwis oder Weinreben – letztere gedeihen auch gut in großen Kübeln auf dem Balkon – können im April gepflanzt werden. Wer im Spätsommer oder Herbst das Pflanzen von Erdbeeren verpasst hat, kann dies nun im Aprilgarten nachholen. Der gesunde Rhabarber https://www.ecowoman.de/20-essen-trinken/1410-rhabarber-gesund-essen, der kein Obst, sondern ein Gemüse ist, kann in milderen Lagen nun geerntet und zu einem fruchtig-sauren Rhabarber-Kompott verarbeitet werden. Und falls Sie Garten-Arbeiten im März verpasst haben - auch aufgrund der kalten Witterung, hier die nachhaltigen Tipps für den Märzgarten.

Text: Jürgen Rösemeier, Titelbild: Depositphotos/firewings