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Eine Party nachhaltig und umweltfreundlich organisieren macht Spaß

Nachhaltige Partys machen Spaß und sind zeitgemäß

Alltag ade. Beim Feiern wird mal so richtig abgeschaltet vom Alltag. Das muss aber nicht zwangsläufig mit Müllbergen und hohen Stromrechnungen in Verbindung stehen. Mit kleinen Änderungen bei Dekoration, Speisen oder Geschirr wird sogar an Fasnacht oder anderen Anlässen die Party umweltfreundlicher.

Fasnacht, Fasching, Fasnet, Karneval oder 5. Jahreszeit - ist mancherorts schon in vollem Gange und das bedeutet: den Alltag ausknipsen und nur an den Spaß bei der Sache denken. Nebst unvergesslichen Momenten hinterlässt die fünfte Jahreszeit somit vor allem eines: Einen Berg Abfall. Alleine nach dem Rosenmontagszug in Köln waren 380 Mitarbeiter damit beschäftigt 130 große Müllfahrzeuge zu befüllen. Da wird vergessen, dass man zuhause trennt und der Plastikbecher schlicht fallen gelassen, wenn er leer ist. Da wird schnell noch ein Einweg-Plastik-Kostüm gekauft, das anschließend auch noch in der Mülltonne landet. Luftschlangen und Konfetti als Dekoration überleben ohnehin keine Saison. Und so ist es nicht nur an Fasnacht, sondern meist auch am runden Geburtstag oder der Abschiedsparty. Dabei kann jeder einzelne ohne großen Aufwand mithelfen, ein gelungenes Fest nicht zu einem Umweltdebakel werden zu lassen.

Grüne Outfits, Mehrwegbecher oder Öko-Konfetti

So ist der Spaß keinesfalls geringer, wirft man farbige Papierschnipsel der biologischen Variante in die Luft. Bio-Konfetti bestehen entweder aus Reispapier, das zu 100 Prozent biologisch abbaubar ist, oder aus Recycling-Papier. Wer einen stabilen Becher mit sich trägt, kann auch auf Einweg-Becher getrost verzichten. Und ebenso bei der Schminke lässt sich leicht umschwenken, beispielsweise auf Schminkstifte aus Bienenwachs aus kontrolliertem biologischen Anbau. Zum Abschminken braucht man auch hier nur Wasser und Seife.

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Das Kostüm ist jedoch eine größere Herausforderung: Denn passende Verkleidungen, die nur noch übergezogen werden müssen, sollen meist billig sein und sind dementsprechend wenig nachhaltig. Omas Schürze und Mamas Apothekenkittel sind da gute Alternativen. In Second-Hand-Shops wie in Kostümverleihen findet man meist preiswerte Kostüme, die zwar alt, aber aufwendig gefertigt wurden. So verhindert man zudem, dass man der gleichen Kostümierung fünf mal am Abend begegnet. Dass zwei Mal hinschauen sich lohnt, zeigen Skandale rund um Fasnachts-Masken aus Plastik: Öko-Test warnte im letzten Frühling hiervor, da Schadstoffe durch den engen Kontakt mit der Haut Schaden anrichten könnten.


Karneval oder Fasching umweltfreundlich und nachhaltig feiern.

Auch zum Karnevall können Sie Ihre Party ganz einfach umweltfreundlich gestalten.

Grüne Party auch in kleinem Rahmen

Wenn an großen Anlässen wie Fasnacht ein Beitrag zum Umweltschutz geleistet werden kann, ist es im privaten Rahmen erst recht möglich. Beherzigt man einige Tipps, wird die Party mit Freunden ohne große Umstellungen zur grünen Party. Das fängt schon vor der Feier bei den Einladungen an. Der Papierverbrauch kann auf ein Minimum reduziert und die Einladungen wenn möglich elektronisch per E-Mail verschickt werden. Am besten gar nicht erst die besten Parkplatzmöglichkeiten in der Nähe, sondern die besten Verbindungen des öffentlichen Verkehrs im PS anführen. Zudem macht es Sinn, gleich Fahrgemeinschaften anzustoßen und sich bereit zu erklären, einen kleinen Fahrdienst vom und zum Bahnhof zu organisieren.

Dekoriert werden darf aber auch bei einem ökologischen Fest nach Herzenslust. Nur eben anders: Geht es formeller zu, können Tischkärtchen durch beschriftete Steine oder Blätter ersetzt werden, als Tischdekoration kann man Kerzen oder echte Blumen und Zweige verwenden. Noch besser als Rosenblätter oder Schnittblumen sind Topfpflanzen, am besten saisonale aus der Region - die kann man den Gästen am Schluss sogar als Andenken mitgeben. Auch Girlanden sind mittlerweile in recycelter Ausführung erhältlich und Luftballons aus FSC-zertifiziertem Naturkautschuk lassen sich genauso gut aufblasen wie ihre herkömmlichen Verwandten.

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Nachhaltig knabbern und biologisch speisen

Eine Party ohne Chips in der Plastiktüte und Würstchen? Das geht. Zum einen gibt es inzwischen Bio-Varianten, zum anderen gilt die alte Partyregel: Es wird gegessen, was auf dem Tisch liegt. Vielleicht kommt so mancher Gast sogar drauf, dass ungesalzene Bio-Nüsse viel leckerer sind. Aufgrund des fehlenden Glutamats wird hiervon auch nur die Hälfte verputzt. Muss es salzig sein, ist bei Dips der Phantasie keine Grenze gesetzt und im Ofen selbst zubereitete Kartoffel-Ecken sind meist schnell verschlungen. Fingerfood braucht keine Teller, doch wenn es dennoch für Suppe und Co. Behältnisse braucht, kann auf essbare Teller aus Stärke oder Zucker zurückgegriffen werden. Sogar bei den Strohhalmen ist kein Plastik notwendig, wenn man die Alternative aus Naturstroh wählt. Ganz stressfrei wird die Versorgung, bucht man ein Büffet bei einem der vielen Bio-Caterer. Die nehmen meist sogar das schmutzige Geschirr am nächsten Tag wieder mit.

Nachhaltig und mit Verantwortung feiern kann Spaß machen

Doch nicht nur wenn man selbst eine Feier ausrichtet, sondern auch wenn man eingeladen ist, kann man die Umwelt unterstützen. Man braucht nicht einmal Geld auszugeben für Recycling-Geschenkpapier, wenn man bunte Seiten aus alten Zeitschriften und Zeitungen oder Stoffreste als Verpackung wählt. Nicht zuletzt sollte man sich auch überlegen, woran der Beschenkte überhaupt Freude hat. Billige Plastik-Geschenke aus dem Discounter sind vielleicht lustig, doch die Freude daran ist schnell vergangen. Und wer ganz sicher sein will, dass sein Geschenk weder dick macht, noch ein Dasein als Staubfänger fristet und der gleich doppelt schenken will, der spendet am besten im Namen des Beschenkten an eine wohltätige Organisation. Es kommt nur drauf an, dass man die Geschenkidee gut präsentiert: Wer gleich einen Rahmen mit einer Urkunde für den großzügigen Gastgeber mitbringt, kann vielleicht gleich das Spendensäckchen herumreichen.

Text: Alexa Scherrer
 

Tipps und Links für eine nachhaltige Party: