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Sind Tampons ungesund?
Frauenhygiene

Tampons ade: Umweltschonende Frauenhygiene

Jede Frau verbraucht im Laufe ihres Lebens ca. 16.000 Tampons bzw. Binden. Neben dem riesigen Müllberg, den diese Hygieneartikel verursachen, bergen sie auch Risiken für die Gesundheit. ecowoman klärt über Risiken auf und zeigt Alternativen.

Die Menstruation spielt eine zentrale Rolle im Leben einer Frau. Zwar wird sie meistens als lästiges Übel in den Hintergrund gedrängt, jedoch verbringt eine Frau 3-7 Tage pro Monat, insgesamt ca. 6-7 Jahre und damit rund 3000 Tage ihres Lebens durchgehend menstruierend.

Noch nie haben Frauen so lange menstruiert wie heutzutage. Das hängt einerseits damit zusammen, dass Mädchen immer früher in die Pubertät kommen und andererseits auch damit, dass wir heute immer weniger Kinder haben. Frauen in Europa sind im Schnitt nur noch 1 bis 3 mal im Leben schwanger. Diese Zahlen bedeuten einen jährlichen Verbrauch von rund 45 Milliarden Tampons und Binden. Doch welche Rolle spielt dieser immense Verbrauch eigentlich für Umwelt, Gesundheit und den Geldbeutel?

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Luxussteuer auf Tampons und Slipeinlagen

Die Huffington Post rechnete in der „period over lifetime“-Kalkulation aus, dass Frauen im Laufe ihres Lebens ca. 18.000 US Dollar für Verhütung und Hygieneartikel ausgeben. Ziemlich viel Geld, das in Deutschland unter anderem dadurch zustande kommt, dass Tampons und Slipeinlagen mit Hygieneartikeln wie Taschentüchern oder ähnlichem gleichgesetzt werden. Die Folge ist, dass  Frauenhygieneartikel genau so hoch besteuert werden wie viele Luxusprodukte, während es hingegen einen ermäßigten Steuersatz auf Lebensmittel oder sogar auf unverarbeiteten Tabak gibt.

Doch Binden und Tampons belasten nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. So bestehen 90% aller konventionellen Frauenhygieneartikel aus einem Zellulose-Kunststoff-Gemisch. Der größte Teil dieser Artikel landet im Müll, wo er aufgrund seiner nicht abbaubaren Plastikbestandteile über 500 Jahre zum verrotten braucht.

Glyphosat in Tampons

Im Herbst 2015 fand ein Forscherteam der argentinischen Universität La Plata heraus, dass ein Großteil der konventionellen Tampons und Binden in Argentinien mit Glyphosat, einem Bestandteil des Unkrautbekämpfungs-Giftes, das in der Landwirtschaft eingesetzt wird, belastet ist. Glyphosat geriet in den letzten Monaten auch hierzulande durch seine Grenzwertüberschreitung im Bier vermehrt in den Fokus der Öffentlichkeit.

Weitere chemische Stoffe, die in Frauenhygieneartikeln zu finden sind, sind Weichmacher, Formaldehyd, Duftstoffe und Chlorbleiche. Durch die Bleichprozesse mit Chlor wird das Gift „Dioxin“ freigesetzt, welches in Verbindung mit Krebserkrankungen und Unfruchtbarkeit gebracht wird. Doch auch die anderen enthaltenen chemischen Stoffe können zu Krebs, Hautirritationen, Pilzinfektionen, Eierstockentzündungen und dem Toxischen Schocksyndrom führen und haben an empfindlichen Körperstellen eigentlich nichts zu suchen.

Sind Tampons giftig?

Tampons können laut Untersuchungen das gefährliche toxische Schocksyndrom auslösen.

Umwelt- und gesundheitsschonende Alternativen

Es gibt nachhaltige Alternativen, die die Umwelt und Gesundheit schonen. Dazu zählen beispielsweise Tampons und Slipeinlagen aus 100% Biobaumwolle, die weder Plastik noch synthetische Duftstoffe beinhalten, chlorfrei gebleicht und biologisch abbaubar sowie kompostierbar sind. Diese Bio-Tampons und Binden kann man beispielsweise in Reformhäusern und im Internet kaufen. Eine weitere schonende Möglichkeit sind Slipeinlagen aus Stoff, die nach dem Tragen gewaschen werden und somit wieder verwendbar sind.

Noch eine gute Option zu den Wegwerf-Hygiene-Artikeln bietet zudem die Menstruationskappe, auch Menstruationstasse genannt. Menstruationstassen sind kleine Becher aus medizinischem Silikon, die wie Tampons in die Vagina eingeführt werden und das Blut auffangen. Dort können sie länger bleiben als ein Tampon, ohne dabei Probleme zu bereiten. Nach jedem Tragen werden sie kurz ausgewaschen. Menstruationstassen sind auslaufsicher und eignen sich bestens zum Schwimmen. Einmal in eine Kappe investiert, kann diese bis zu 10 Jahre lang halten. 

Alternativen für die Menstruation

Was ist besser? Tampons schneiden schlechter ab.

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Quellen: www.iamgreen.at, www.erdbeerwoche.com, www.huffingtonpost.com, Bilder: depositphotos/ XXXPatrik, gregorylee,Shebeko, Text: Meike Riebe