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Achtung: Schlankmacher sind oft sehr ungesund
Richtig abnehmen

Schlankheitsmittel mit gefährlicher Nebenwirkung

Im Internet tummeln sich vielversprechende Schlankheitsmittel. Getarnt als natürliche Nahrungsergänzung sind die Diätpillen aber zum Teil lebensgefährlich. Finger weg von gefährlichen Schlankheitsmitteln: Das Bundesamt für Verbraucherschutz warnt vor illegal enthaltenen Substanzen und gibt Tipps, wie man richtig abnehmen kann.

Abnehmen mit günstigen Diätpillen oder Appetitzüglern aus dem Netz kann fatale Folge haben. Meist sind die Schlankheitsmittel in Tabletten oder Pulverform erhältlich und im Internet als natürliche Nahrungsergänzung deklariert, die bestenfalls zur Wunschfigur führt. Die Realität sieht leider anders aus. Nahrungsergänzungsmittel müssen keine behördliche Prüfung  durchlaufen, bei der sie, wie Arzneimittel, auf Wirksamkeit und Verträglichkeit getestet werden.

Sie dürfen lediglich Stoffe enthalten, die dem Körper zusätzlich Vitamine oder Mineralien zuführen und werden wie Lebensmittel nur stichprobenartig kontrolliert. Untersuchungen ergeben leider immer wieder, dass Nahrungsergänzungsmittel fälschlich als "rein pflanzlich" ausgewiesen sind und viele Produkte nicht haltbare Gewichtsreduktionen garantieren sowie nicht ausgewiesene Wirkstoffe bzw. sogar gefährliche Wirkstoffe enthalten. Die Versprechen sind groß, die enttäuschenden Ergebnisse häufig verbunden mit gesundheitlichen Problemen wie Bluthochdruck, Herz-Kreislauf Probleme, Leberschäden bis hin zu Todesfällen durch gepanschte Diätpillen.

Gefährliche Substanzen in Schlankmachern

Der Schlankheitswahn macht es möglich, dass "grüngewaschene" Schlankheitsmittel aus Asien mit illegalen Substanzen zunehmend in den Markt drängen, die weder deutlich Fett verbrennen noch gesund sind. In vielen Produkten wurden verschreibungspflichtige Mittel gefunden, zum Teil überdosiert, die bei entsprechenden Vorbelastungen sogar tödlich sind. Vielfach enthalten die Diätmittel den Wirkstoff Sibutramin. Das Arzneimittel wurde bis 2010 als Appetitzügler bei starkem Übergewicht verordnet, aber aufgrund seiner massiven Nebenwirkungen in der EU verboten. Zudem ist in den getesteten Schlankheitsmitteln die Einsatzkonzentration von Sibutramin häufig überhöht. Häufig handelt es sich dabei um Aufgussprodukte zum abnehmen, wie "Slimming Tea" oder Weight loss coffee".

Was bringen Schlankmacher wirklich?

Augen auf beim Arzneimittel kauf: Viele Diätpillen sind gesundheitsgefährdend!

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Einige Nahrungsergänzungsmittel zum Abnehmen enthalten sogar hochgiftige Stoffe wie beispielsweise 2,4-Dinitrophenol (DNP). Eine Substanz die Fett verbrennen lässt, aber aufgrund erheblicher Nebenwirkungen in Deutschland verboten ist. Ursprünglich handelt es sich dabei um eine Industriechemikalie, deren Einnahme langfristig zu schwerwiegenden Schädigungen von Herz, Leber, Nieren oder Nervensystem führen kann. Bei Überdosierung ist ein multiples Organversagen nicht ausgeschlossen.

Harmlos klingen da fast Fatburner mit Bitterorangenextrakt als Inhaltsstoff. Dahinter verbirgt sich die Substanz Synephrin, die sowohl den Energieverbrauch und die Magentätigkeit ankurbeln soll und gleichzeitig den Nahrungsaufnahme verringert. Um die Wirkung zu steigern wird in den Schlankheitsmitteln das Synephrin häufig mit Koffein kombiniert. Diese Mixtur wirkt extrem auf das Herz-Kreislauf System und kann Muskelzittern, Bluthochdruck, Kammerflimmern und sogar Herzinfarkte auslösen.

Verbrauchertipps

Da gefährliche Inhaltsstoffe in Schlankheitsmitteln nur getarnt oder gar nicht deklariert werden, kann der Verbraucher beim Kauf nur sicher gehen, wenn er sich von einem Arzt oder Apotheke vor Ort beraten lässt. Vom Kauf in unseriösen Versandapotheken wird abgeraten. Vorsicht ist geboten bei Abnehmmitteln jeglicher Art, die exklusiv und mit vielversprechenden Erfahrungsberichten, Fallbeispielen und Empfehlungen angeboten werden.

Lassen Sie sich lieber in einer Apotheke oder Arztpraxis beraten

Für Verbraucher ist es schwierig gefährliche Inhaltsstoffe zu erkennen.

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Im Internet und beim Verbraucherschutz kann man sich über unbekannte oder bedenkliche Inhaltsstoffe informieren. Gefährliche Schlankheitsmittel mit gesundheitsschädlichen Substanzen kommen zum Großteil aus Asien und kommen über Umwege zum Besteller. Ihre Einfuhr ist verboten. Wird die Lieferung durch den Zoll beschlagnahmt, droht dem Käufer eine Anzeige. Einzelne Substanzen oder spezielle Mixturen zur Fettverbrennung werden vereinzelt von Privatpersonen angeboten, die man unbedingt ablehnen sollte.

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Quellen: Bundesamt für Verbraucherschutz, Bild: Depositphotos/mosesshop,whitewolf, racorn, Autor: Tine Esser