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Weniger Medikamente bei Migräne durch Shiatsu
Shiatsu gegen Migräne

Migräne Behandlung: Weniger Medikamente durch Shiatsu

Alternative Behandlungsmethoden spielen bei der Prophylaxe von Migräne und anderen primären Kopfschmerzen eine wichtige Rolle. Shiatsu, als ergänzende Entspannungs- und Massagetherapie, reduziert nachweislich die Häufigkeit der Schmerzen und verringert die Einnahme von Schmerzmedikamenten.

Was ist Migräne?

Migräne ist in Deutschland weit verbreitet. Dabei handelt es sich um einen heftigen Anfall von Kopfschmerzen, meist einseitig, der aufgrund seiner Intensität in vielen Fällen mit starken Schmerzmedikamenten, wie Amitriptylin, behandelt werden muss. Ergänzende alternative Therapien sind dabei ebenfalls von großer Bedeutung. Sie helfen in vielen Fällen die Häufigkeit, Intensität sowie die Medikation mit ihren Nebenwirkungen zu reduzieren.

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Bis jetzt wurde die genaue Wirksamkeit von Entspannungs- oder Massagetherapien jedoch kaum geprüft. Mit ihren Kollegen untersuchte die Neurologin Dr. Villani, von der Sapienza Universität in Rom jetzt, inwiefern die Kombination der Körpertherapie Shiatsu mit einer Amitriptylin-Behandlung die Häufigkeit von Migräneattacken senken kann. 

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Shiatsu gegen Migräne: Sanfter "Fingerdruck" fördert Selbstheilung 

Shiatsu

Shiatsu bedeutet "Fingerdruck" und ist eine traditionelle, japanische Körpertherapie, ähnlich der Akupressur. Bei einer Anwendung bewegt der Behandelnde mit Händen, Ellbogen und Knien den ganzen Körper des Patienten. Eine Kombination aus Dehnungen, Streckungen, Massageneinheiten und sanftem Druck auf bestimmte Körperpartien aktiviert einen gleichmäßigen Energiefluss im Körper. Shiatsu dient nicht nur der reinen Entspannung, sondern findet auch bei körperlichen Einschränkungen des Bewegungsapparates, Funktionsstörungen der inneren Organe oder bei Schmerzuständen Anwendung. In vielen Fällen spüren Betroffene von Migräne oder chronischen Spannungskopfschmerzen eine deutliche Verbesserung ihrer Symptome durch Shiatsu-Anwendungen. Wissenschaftlich fundierte Aussagen über die spezielle Wirksamkeit von Shiatsu, sowohl mit, als auch ohne begleitender Amitriptylin-Behandlung, konnten bisher nicht gemacht werden. Eine Studie der Sapienza Universität in Rom bringt neue Erkenntnisse.

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Hilft Shiatsu bei Migräne? 

Frau mit Migräne greift zu Medikamenten

In der Pilotstudie von Dr. Villani wurde die Wirksamkeit und Sicherheit der Shiatsu-Anwendung zur Behandlung primärer Kopfschmerzen wie Migräne oder Spannungskopfschmerz getestet. Insgesamt 37 Studienteilnehmer, bei denen mit mindesten zwei Prophylaxemedikamenten kein Behandlungserfolg erzielt werden konnte, wurden untersucht und behandelt. 11 der Patienten erhielten Shiatsu plus Amitriptylin, 13 Patienten wurden nur mit Shiatsu behandelt und weitere 13 erhielten nur Amitriptylin. Die Patienten wussten dabei nicht, welche Behandlungskombination sie erhalten. Primäres Behandlungsziel war, mindestens eine Halbierung der Kopfschmerztage pro Monat. Zudem wurde die Kopfschmerzintensität und die Zahl der monatlich eingenommenen Schmerzmittel erfasst.

Bei allen drei Gruppen verringerte sich die Kopfschmerzhäufigkeit sowie das durchschnittliche Ausmaß der Schmerzen. Zudem mussten die Patienten weniger Schmerzmittel zu sich nehmen. Die Therapie mit Shiatsu, sowohl als Einzelbehandlung  wie auch in Kombination, zeigte jedoch unterschiedliche Wirkeffekte. Im Vergleich zu der reinen Amitriptylin-Gruppe, verringerte sich bei den beiden anderen Testgruppen mit Shiatsu-Anwendungen die Schmerzmitteleinnahme. Dennoch blieben bei einigen Probanden einige unangenehme Nebenwirkungen, die rein auf das Schmerzmittel zurückzuführen waren. Shiatsu ohne zusätzliche Medikation blieb gänzlich frei von Nebenwirkungen. Eine Behandlung von Migräne mit Shiatsu wird nach dieser Pilotstudie als sicher und möglicherweise nützlich eingestuft. Allerdings zeigten sich keine herausragenden Vorteile der Kombination von Amitriptylin und Shiatsu. Die Ergebnisse sollten jedoch mit Vorsicht betrachtet werden, auch weil nur wenige Patienten an der Studie teilnahmen und kein Vergleich mit einer reinen Placebobehandlung erfolgte.

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Quellen: Bilder: Depositphotos/minervastock, sylv1rob1, Goodluz, Text: Tine Esser