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Was Sie vor dem Kauf eines Kinderfahrradanhängers wissen sollten
Fahrradanhänger

Was Sie vor dem Kauf eines Kinderfahrradanhängers wissen sollten

Für umweltfreundliche Familien, die gerne viel Zeit an der frischen Luft verbringen, sind Fahrradanhänger eine tolle Alternative für ausgedehnte gemeinsame Unternehmungen. Egal ob für längere Ausflüge oder kleine Besorgungen: der richtige Kinderfahrradanhänger bietet Eltern eine geniale, umweltfreundliche und sportliche Transportmöglichkeit. 

Doch bevor man sich einen Anhänger zulegt, sollte man unbedingt auf Schadstofffreiheit, sowie Qualität und Sicherheit achten! Die wichtigsten Kaufkriterien finden Sie hier.

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Qualitäts- und Sicherheitskriterien beachten

Im Gegensatz zum Kindersitz bieten Fahrradanhänger eine größere Stabilität und gelten gemeinhin als sicherer, selbst für die Mitnahme von Babys. Crash-Versuche mit Dummies zeigen, dass Unfälle im Fahrradsitz teils zu erheblichen Kopfverletzungen beim Aufprall am Boden führen können.

Sollte ein Anhänger umkippen, was nicht sehr wahrscheinlich ist, bietet er zumindest noch genügend Schutz durch die „Wände“. Kommt es zudem zu einer Frontalkollision, befinden sich die Kinder hier nicht im direkten Aufprallbereich. Ein Fahrradanhänger wird außerdem meist nicht überrollt (dank Überrollschutz), sondern „nur“ zur Seite geschoben.

Damit ein Kinderfahrradanhänger diesen Anforderungen jedoch auch gerecht wird, muss das Modell gewisse Qualitätskriterien erfüllen. Dazu gehören unter anderem:

  • ein 5-Punkte-Gurtsystem,

  • ein Rahmen mit stabilem Überschlagsschutz,

  • eine große Spurweite,

  • ein geringes Eigengewicht,

  • ein möglichst negativer Radsturz, sprich möglichst nach außen gestellte Räder,

  • und am besten große Laufräder, da sie das Treten erleichtern.

Außerdem sollte der Anhänger über eine sichere Kupplung zum Befestigen am Fahrrad, sowie eine möglichst hochwertige Federung verfügen. Wichtige Kriterien sind auch Wind- und Wetterschutz (Regen-, UV-, und Moskitoschutz), sowie genügend Innenraum für die Kinder.

Achten Sie beim Kauf am besten auf Qualitätssiegel wie das GS-Zeichen und das TÜV-Siegel und passen Sie beim Fahren mit Kind stets Ihr eigenes Fahrverhalten an den kleinen Passagier an.

Praktischer Tipp für Vielseitige: am besten ein Modell wählen, das sich auch zu einem Buggy oder Jogger umbauen lässt – so ist man in seiner Freizeit flexibel für verschiedenste Aktivitäten im Freien.

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Schadstoffe in Kinderfahrradanhängern

Kinderfahrradanhänger

Obwohl Kinderfahrradanhänger an sich umweltfreundlich und sicher sind, können durchaus Gefahren im Material lauern. Um Kinder vor gesundheitsschädlichen Materialien zu schützen, sollte beim Kauf neben technischen Qualitätskriterien unbedingt auf Schadstofffreiheit bei Materialien geachtet werden. In der Vergangenheit gab es diesbezüglich sogar bei großen Marken Probleme mit Polstern, Sichtfenstern, Schiebegriffen, Seitenwänden, Gurten, oder auch mit dem Regenschutz.

Die Stoffe, von denen hier die Rede ist sind vor allem Weichmacher, speziell Phthalate, sowie PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) und Farbstoffanteile wie das krebserregende Anilin. Auch DIDP (Diisodecylphthalat) oder DINP (Diisononylphthalat) können Risiken für die Leber und Nieren mit sich bringen, zudem können sie Erbguts-Veränderungen, Fortpflanzungsschädigung oder Krebs verursachen.

Besonders im Jahr 2010 gab es einen großen Aufschrei, als die ADAC & Stiftung Warentest Schadstoff-Tests bei Kinderanhängern durchführten. Die Ergebnisse waren auch bei bekannten Marken wenig zufriedenstellend: darunter Monz, Kindercar und Kid’s Touring. Gute Bewertungen erfuhren hingegen Thule, Burley und Zwei plus zwei (heute Croozer).

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Allerdings sollte man unbedingt im Blick behalten, dass diese Testverfahren teilweise umstritten sind. Heute wird meist der Ökotex Standard 100 zurate gezogen – dieser basiert auf den gleichen Kriterien wie für Baby- und Kinderkleidung. In vergangenen Fällen wiederum lehnte man sich auch an Kriterien für Schnuller und Beißringe an, was inzwischen gemeinhin als überstrenge Methode angezweifelt wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder übermäßig am Material eines Kinderfahrradanhängers nuckeln, ist als gering einzuschätzen.

Eine gute Orientierung bietet jedoch das TOXPROOF-Siegel, mit dem etwa die Produkte des Herstellers Croozer seit 2012 ausgezeichnet sind. Die Wahl des richtigen Herstellers ist also zentral, damit man auch einen schadstofffreien, ungefährlichen Kinderanhänger kauft.

Kinderfahrradanhänger aus Umweltperspektive

Kinderfahrradanhänger sind ohne Frage eine tolle umweltfreundliche Alternative. Ist man mit dem Fahrrad unterwegs, macht man weniger Lärm, produziert keine Abgase und braucht auch deutlich weniger Platz auf den Straßen, womit auch Parkplatzprobleme aus der Welt sind. Gerade mit Kindern ist man so stressfrei unterwegs und sorgt nebenbei für mehr Bewegung im Alltag. Zudem ist man vor allem in der Stadt häufig deutlich schneller unterwegs als mit Auto oder auch Öffis.

Auch Einkäufe sind mit den geräumigen Kinderanhängern meist kein Problem, weshalb auch hier auf das Auto verzichtet werden kann. Spielt das Wetter unterwegs mal nicht so mit, werden zumindest die kleinen Mitfahrer durch ein Regenverdeck ausreichend geschützt. Insofern ist das Fahrradfahren mit Kind eine der umweltfreundlichsten Transportmöglichkeiten überhaupt, wohl nur noch überboten vom zu Fuß gehen. Doch auch hier bieten inzwischen viele Anhänger eine Ausweichmöglichkeit: sie lassen sich schnell und einfach zu Buggys umbauen.

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Fazit

Familie mit Kinderfahrradanhänger

Kinderfahrradanhänger sind nicht nur aus umwelttechnischer Perspektive genial. Damit werden Ausflüge und Besorgungen mit den Kindern zudem zur sportlichen gemeinsamen Aktivität. Achtet man beim Kauf auf die wichtigsten Qualitäts- und Sicherheitskriterien, wie etwa Schadstofffreiheit, dann steht dem grünen Familienfahrradglück nichts mehr im Wege!

Über den Autor

Gerald Bacher betreibt die Website über Fahrradanhänger Zweiradkraft.com. Dort berichtet er sehr detailliert über das Fahrradfahren samt Anhänger mit der ganzen Familie. Er ist selber sehr sportbegeistert und ist an seinen freien Tagen meist auf den Fahrradwegen und in den Bergen Salzburgs und Tirols anzutreffen.

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Quellen: Bilder: Depositphotos/yobro10, Christin_Lola, shalamov, Text: Gerald Bacher