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Veggie-Fleischersatz, der überzeugt: Der Newcomer „Jackfrucht“
Jackfrucht

Veggie-Fleischersatz, der überzeugt: Der Newcomer „Jackfrucht“

Sie ernähren sich fleisch- oder sogar ganz tierproduktfrei oder wollen Ihre Ernährung in diese Richtung umstellen? Andererseits können Sie die herzhaften Gerichte Ihrer Kindheit – Burger, Grillwürstchen, Gulasch, Geschnetzeltes, Medaillons … – einfach nicht vergessen? Vielleicht haben Sie es ja bereits mit Fleischersatzprodukten wie Tofu und Seitan versucht und das Ergebnis hat Sie nicht überzeugt? Dann ist die Neuheit aus der Veggie-Küche etwas für Sie: die Jackfrucht.

Wir brauchen keine tierischen Produkte, um uns gesund zu ernähren und genussvoll zu essen, das hat sich mittlerweile herumgesprochen! Wer seinen Konsum an Fleisch- und Tierprodukten einschränkt oder sogar ganz ohne auskommt, befindet sich heute in guter Gesellschaft: In Deutschland leben aktuell 10 Prozent der Bevölkerung vegetarisch, etwas mehr als 1 Prozent vegan und ganze 56 Prozent essen bewusst weniger Fleisch und gehören damit zu den Flexitariern. 

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Tierisch ungesund!

Jedes Kind weiß, dass Fleisch- und Milchproduktion eine ungeheure Umwelt- und Klimabelastung darstellen. Massentierhaltung ist außerdem für viele schon aus ethischen Gründen ein No-go geworden. Gut so! Da bleibt nur, zum Teil oder eben ganz auf Produkte tierischen Ursprungs zu verzichten. Und das nicht zuletzt auch, weil sie ungesund sind: Sie tragen zur Entstehung vieler Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, hohen Cholesterinwerten und Krebs bei. Die Ernährung auf „vegan“ umzustellen hat schon so manche Beschwerden gelindert oder sogar geheilt. Es gibt in dieser Richtung viele überzeugende Erfahrungsberichte. 

Tofu, Tempeh und Seitan – nicht jedermanns Sache!

Trotz vegetarischer oder veganer Ernährung mag die Liebe zu den vertrauten herzhaften Gerichten bleiben. Und so sind pflanzliche Produkte auf der Basis von Soja oder Gluten eine Alternative, wenn es darum geht, diese Fleischgerichte nachzuempfinden. Doch immer mehr Menschen vertragen soja- und glutenhaltige Lebensmittel nicht oder reagieren sogar allergisch. Wenn Sie zu diesen Menschen gehören oder wenn Sie alle bislang ausprobierten Ersatzprodukte nicht überzeugen konnten, dann ist die Jackfrucht die Rettung für Sie: Mit ihr können Sie viele herzhafte Gerichte nachkochen, und Sie werden erstaunt sein, wie nah diese in Geschmack und Konsistenz ihren fleischhaltigen Originalen kommen. 

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Jetzt gibt es die junge Jackfruit!

Im Augenblick erobern junge, also unreif geerntete und anschließend in Salzlake eingelegte Jackfrüchte den mitteleuropäischen Raum: Sie erhalten die Fruchtstücke in der Dose, im Glas oder vakuumverpackt im Bioladen. Gekocht oder angebraten erinnern sie in ihrer Konsistenz an saftiges Hühnerfleisch. Dass sie außerdem Aromen von Kräutern und Gewürzen dankbar annehmen, prädestiniert sie geradezu für die vegetarische Küche: Nach Meinung von Veggie-Restaurantchefs schlägt die Jackfrucht in puncto Fleischersatz alles, was sie bislang ausprobiert haben, um Längen! 

Der Gigant unter den Baumfrüchten

Jackfruchtbaum

Der Jackfruchtbaum ist in tropischen Regionen rund um den Äquator heimisch. Nur in wenigen Ländern Südostasiens wird er in Plantagen angebaut. Im Süden Indiens und in Sri Lanka sieht man jedoch in fast jedem Garten einen einzelnen Baum stehen. Und mehr braucht es für den Eigenbedarf auch nicht, denn: Der Baum trägt die größte Frucht der Welt und davon reichlich das ganze Jahr über. Bei 50 Zentimetern im Durchmesser und 1 Meter Länge können die reifen Früchte 30 Kilogramm schwer werden! Die genoppte Schale der unreifen Früchte ist grasgrün, die der reifen bräunlich-gelb. (Nicht verwechseln sollte man sie mit der „Stinkfrucht“ Durian, die ihrem Namen alle Ehre macht und nur kokosnussgroß wird!) Schneidet man die Jackfruit quer auf, so sieht man mehrere Hundert kleine, schmal-elliptische Steinfrüchte. 

Die reifen Früchte schmecken fruchtig-süß und werden gern für leckere Desserts verwendet. Asienreisende kommen gar nicht um sie herum, denn dort erhält man die Fruchtstücke überall am Straßenrand als Snack für zwischendurch! Hierzulande können Sie sie im Asia-Laden im Glas oder in der Dose kaufen oder frisch online bestellen. Die reife Frucht ist reich an Antioxidantien, B-Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. 

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Wenige Kohlenhydrate bei reichlich Ballaststoffen

Als Fleischersatz eignen sich allerdings nur die unreifen Jackfrüchte. Sie sind zudem ein wahres Ballaststoffwunder bei wenigen Kalorien – für Ihre Darmgesundheit und Fitness: Mit mehr als 5 Gramm Ballaststoffen pro 100 Gramm Fruchtfleisch übertreffen sie herkömmliche Gemüsesorten wie Karotte und Paprika, die nur 3 Gramm enthalten. 

Unreife Jackfruits haben die Größe einer Ananas und weißes Fruchtfleisch, das so hart wie das einer ungekochten Roten Bete ist und neutral schmeckt. In der asiatischen Küche werden sie seit jeher gekocht oder angebraten für verschiedene Currys, Salate oder in Mixed Pickles verwendet. In der westlichen Welt hatte diese Zauberfrucht ihren Durchbruch, als man im Jahr 2015 in den USA den Jacky-Burger und dann ihre Vielseitigkeit als Fleischersatz entdeckte. 

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Und wie steht es um die Nachhaltigkeit?

Streichen Sie die Jackfrucht bitte nicht gleich von Ihrer Einkaufsliste, nur weil sie einen sehr langen Transportweg hat! Bedenken Sie Folgendes: Es gibt vieles, was von weither kommt und aus unserem Alltag heute nicht mehr wegzudenken ist – Kaffee, Tee, eine ganze Reihe von Gewürzen wie etwa Pfeffer, Bananen und, nicht zu vergessen, Baumwolle gehören dazu. Nur wenige schaffen es, ohne diese Produkte zu leben. Und das macht auch nichts, denn wichtig in Sachen „ökologischer Fußabdruck“ ist immer der Vergleich mit tierischen Lebensmitteln! Und die Jackfrucht schneidet da mehr als gut ab: Tiere benötigen pflanzliche Rohstoffe als Futtermittel und produzieren beim Verdauen Methangas, das sich deutlich negativer auf Umwelt und Klima auswirkt als weite Transportwege. Und die Weiterverarbeitung der tierischen Ausgangsstoffe, etwa zu Wurst, Butter oder Käse, ist noch einmal äußerst ressourcenintensiv.

Am besten kaufen Sie Ihre Jackfrucht von Bio-Herstellern, die transparent machen, woher ihre Produkte stammen und mit welchen Produzenten und Landwirten sie direkt zusammenarbeiten: So ist auch für soziale und ökologische Nachhaltigkeit gesorgt. Eine Fairtrade-Zertifizierung wie bei Kaffee oder Kakao gibt es bei Jackfrucht-Produkten bislang leider noch nicht. Aber was nicht ist …

Zaubern Sie aus den scharf angebratenen Jackfruchtstücken mit den passenden Kräutern und Gewürzen und dem nötigen Know-how einen Paprika-Gulasch, ein herzhaftes Curry, einen Bismarcksalat oder einen Burger ... Starten Sie einen Versuch: Bekochen Sie Ihre Freunde. Ich bin sicher, sie werden nicht einmal bemerken, dass sie kein Fleisch bzw. keinen Fisch essen!

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Quellen: Bilder: Depositphotos/suriyawut, saiko3p, Text: Thomas Glässing