Prinz_zu_Löwenstein

Der Bio-Markt boomt, doch Bauern hinken hinterher

Der Bio-Markt boomt, die Nachfrage ist groß. Nach einer Berechnung des Arbeitskreises Biomarkt verzeichnete der deutsche Bio-Markt im Jahr 2012 ein Umsatzplus von 6 % und knackte im Marktvolumen erstmalig die 7 Milliarden Euro-Marke. Doch nun muss der gesamte ökologische Markt umgebaut werden.

Bio-Produkte

Die Nachfrage nach Bio-Produkten ist so groß wie nie © Sonja - Fotolia.com

 „Der Bio-Markt ist wie ein Auto mit den Verbrauchern als starkem Motor und den politischen Rahmenbedingungen als angezogene Handbremse. Nun muss die Politik die Bremsen lösen und alle Register ziehen, um das Wachstum des Ökolandbaus zu beschleunigen“, so kommentiert Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) die Bio-Marktdaten für das Jahr 2012.

Insgesamt hat sich der Anteil des Bio-Marktes am gesamten Lebensmittelmarkt in Deutschland von 3,7 % im Jahr 2011 auf 3,9 % im Jahr 2012 gesteigert. „Die Nachfrage der Verbraucher nach umwelt- und tierfreundlich erzeugten Bio-Lebensmitteln wächst stetig weiter und das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft“, so Alexander Gerber, Geschäftsführer des BÖLW.

Anzeige

Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) © BÖLW

Vielfältiger Marktwachstum

Die Berechnung ergab, dass alle Verkaufsstätten einen Anteil am Marktwachstum haben. So steigerte der Lebensmitteleinzelhandel seinen Bio-Umsatz um 6 %, der Naturkostfachhandel um 7 % und sonstige Verkaufsstätten um 4 %. 

„Konkurrenz um Pachtflächen, eine unverhältnismäßige Förderung von Biogas, keine verlässlichen Aussagen zur Ökolandbau-Förderpolitik und das hohe Preisniveau für konventionelle Rohwaren im Jahr 2012 stehen einer Ausweitung des Ökolandbaus weiter im Weg“, kommentiert Löwenstein.

Deutliche schächere Entwicklung der Bio-Betriebe

Denn trotz des Marktwachstums gibt es nicht ausreichend Bio-Bauern und Anbauflächen, um den Bio-Markt allein mit deutschen Erzeugnissen zu füllen. Trotz der anhaltend schwächeren Entwicklung der Bio-Betriebe und –Flächen  konnte diese im Jahr 2012 aber auch einen deutlichen Zuwachs verzeichnen. Die ökologisch bewirtschaftete Fläche nahm 2012 rund 27.902 ha zu und ist nun 1.043.528 ha groß. Zum Vorjahr 2011 ist dies ein Plus von 2,7 %. Auch die Zahl der Bio-Betriebe wuchs binnen eines Jahres von 22.506 auf 23.096 Betriebe, eine Zunahme von knapp 600 Betrieben oder 2,6 %.

Biopordukte_hier

Mehr Landwirte sollten sich für eine Bio-Produktion entscheiden, damit der deutsche Bio-Markt ausschließlich deutsche Produkte enthält. © Marco2811 - Fotolia.com

Und damit dieser Trend sich auch 2013 fortsetzt, fordert Löwenstein: „Die Bundesregierung muss jetzt von der Möglichkeit Gebrauch machen, 15 % der Mittel aus der ersten in die zweite Säule zu transferieren, um damit Agrarumweltmaßnahmen und die Entwicklung des Ökologischen Landbaus voranzutreiben.“

Genau aus diesem Grund möchte auch Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner den Landwirten, die sich für eine Bio-Produktion entscheiden, künftig finanziell unter die Arme greifen. Ihr Ziel ist es, die Nachfrage nach Bioprodukten vollständig durch deutsche Erzeugnisse zu tragen.

Dies ist der erste Schritt um den dringend erforderlichen, ökologischen Umbau der gesamten Landwirtschaft einzuleiten. 

Quelle: BÖLW / Text: Christina Jung