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Angelika Zahrnt engagiert sich für eine umweltschonende Gesellschaft.

Prof. Dr. Angelika Zahrnt fordert ein nachhaltiges Wachstum

Angelika Zahrnt engagiert sich für eine Gesellschaft, die schonend mit der Umwelt umgeht. Dabei plädiert sie an unsere Verantwortung und für einen anderen Lebensstil. Dies führe zu einem nachhaltigen Wachstum, der die Natur weniger belaste.

Die Wichtigkeit von Angelika Zahrnt’s Arbeit erkennt man schnell an den gewonnenen Preisen und den einflussreichen Ämter, die sie inne hat. 2006 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz, als «Vordenkerin und Vorkämpferin für eine ökologische Politik, die den BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) zu einem der einflussreichsten Umweltverbände in Deutschland gemacht hat«. Bereits während des Studiums der Volkswirtschaften wurde ihr bewusst, dass man für eine zukunftsfähige Welt Wirtschaft und Umwelt zusammen betrachten muss. Deswegen stiess sie Mitte der 80er Jahr zum BUND und brachte die Professionalisierung des Verbandes voran. 50‘000 neue Mitglieder und Förderer waren das überragende Resultat. Zudem führte sie den BUND als Vorsitzende (von 1998 bis 2007) zu einem wichtigen und anerkannten Diskussionspartner in der Diskussion um ein nachhaltiges Deutschland.

Mit ihren Kenntnissen nimmt Zahrnt in der Nachhaltigkeitsdebatte eine allseits hörbare Position ein. Durch ihr Wissen und ihre konstruktive Art gilt sie als Brückenbauerin zwischen Wirtschaft und Umwelt. So ist sie seit zehn Jahren Mitglied im Rat der Nachhaltigkeit. Von der Bundesregierung berufen, haben die 15 Ratsmitglieder die Aufgabe, Beiträge zu einer nationalen Nachhaltigkeitsstrategie zu erarbeiten. Daneben initiierte Angelika Zahrnt die Studien «Zukunftsfähiges Deutschland». In zwei Ausgaben (1996 und 2008) wird diskutiert, wie Deutschland die Herausforderung einer nachhaltigen Gesellschaft angehen kann. Es werden Wege und Instrumente aufgezeigt, wie wir die Wende zu einer gerechteren Welt mit wenig Armut und einer geringen Umweltbelastung schaffen können. Für ihr Engagement erhielt Zahrnt im Jahr 2009 schliesslich den Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.

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Vor einem Jahr veröffentlichte Angelika Zahrnt als Mitautorin das Buch «Postwachstumsgesellschaft». Darin sucht sie Wege, welche die nötigen Veränderungen für mehr Gerechtigkeit und Umweltschutz in Deutschland und auf der Welt einleiten. Zahrnt ist keine Revolutionärin, die das kapitalistische System umstürzen möchte, weil sie glaubt, «dass der Kapitalismus wandlungsfähig genug sein muss». Zahrnt sieht den Wandel in Richtung Nachhaltigkeit in kleinen Schritten und plädiert an die Eigenverantwortung jedes Einzelnen. «Jeder einzelne Mensch müsse sich fragen, was er oder sie für das Ziel der nachhaltigen Entwicklung tun könne». Vor allem im Konsumverhalten sieht Angelika Zahrnt grosses Potential, Änderung zu bewirken. Denn die Politik und Wirtschaft nehme auf, was die Konsumenten vorleben.

Zahrnt spricht sich im Weitern für eine Abkehr vom bisherigen Lebensstil aus. Was nicht einfach zu bewerkstelligen ist, wie sie selber zugibt. Anlässlich einer Vorstellung ihres Buches meint sie: «Ich weiß, dass manch einer eine gewisse Zeit braucht, um zu erkennen, dass der Verzicht auf den täglichen Braten am Ende ein Gewinn sein kann, für die eigene Gesundheit und für die Ökologie. Ehrlichkeit ist hier nötig. Ökologie ist manchmal anstrengend». Doch für eine zukunftsfähige Welt lohnen sich diese Anstrengungen allemal.

Quelle: nachhaltigkeitsrat.de, bund.net, dbu.de, Text: Lea Schwer