Fabrikkatastrophe in Bangladesch

Fabrikkatastrophe in Bangladesch: Es fließt kein Geld

Die Entschädigungsverhandlungen für die Opfer der Textilfabrik-Katastrophen in Bangladesch die am 11. und 12. September über die Bühne gingen sind gescheitert. Von den eingeladenen Marken und Einzelhändlern die bei Tazreen Fashions und im Rana Plaza fertigen ließen erschien lediglich eine Handvoll. Behörden und Arbeitnehmervertreter zeigten sich enttäuscht.

Ähnliche Arbeitszustände herrschten auch in der Katastrophen-Fabrik in Bangladesch ©SA 2.0

Ähnliche Arbeitszustände herrschten auch in der Katastrophen-Fabrik in Bangladesch ©M M (CC BY-SA 2.0)

 

Nach dem ernüchternden zweitägigen Verlauf des von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) moderierten Treffens von Arbeitnehmer- und Modelabelvertretern in Genf dauert das Warten auf Entschädigungszahlungen für die Opfer der Textilfabrik-Katastrophen in Bangladesch an. Von den insgesamt 29 Firmen die im Fall des eingestürzten Rana Plaza Fabrikgebäudes (1.100 Todesopfer) eingeladen waren, erschienen mit Bon Marché, Camaieu, El Corte Ingles, Kik, Loblaw, Mascot, Matalan, Primark und Store Twenty One lediglich neun. Branchenriesen wie Carrefour, Benetton, Inditex und Walmart ließen sich ebenso wenig blicken Adler, Auchan, Cato Corp, The Children’s Place, Dressbarn, Essenza, FTA International, Gueldenpfennig, Iconix Brand, JC Penney, Kids Fashion Group, LPP, Mango, Manifattura Corona, NKD, Premier Clothing, PWT Group.

Im Zuge der Verhandlungen sagte mit dem irischen Discounter Primark, das einzige Unternehmen das bislang überhaupt Hilfen gezahlt hat, weitere Zahlungen in Höhe von drei Monatsgehältern zu. Auch das Kompensationstreffen für die Opfer des Brandes bei Tazreen Fashions (110 Todesopfer) blieb hinter den Erwartungen zurück.

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Während sich C&A und Karl Rieker bereit zeigten eine wesentliche Entschädigung zu zahlen glänzten die übrigen Eingeladenen Delta Apparel, Dickies, Disney, El Corte Inglés, Edinburgh Woolen Mill, Kik, Li & Fung, Plazza Italia, Sean John, Sears, Teddy Smith und Walmart mit Abwesenheit. Nach Schätzung der Kampagne für Saubere Kleidung (CCC) sind umgerechnet 4,8 Mio Euro nötig um die Opfer des Tazreen Brandes langfristig zu entschädigen. Davon sollen die Unternehmen 2,1 Mio Euro übernehmen.

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Die Entschädigungskosten für die Hinterbliebenen der Opfer von Rana Plaza beziffert die Organisation auf etwa 56 Mio. Euro. Kostenpunkt für die Konzerne: 25 Mio. Euro. Während sich Organisatoren und Markenvertreter darauf einigten in zwei Wochen in die zweite Gesprächsrunde zu gehen um die weiteren Schritte zu besprechen wächst von allen Seiten der Druck auf die Verweigerer und die Regierung in Bangladesch. EU-Handelskommisar Karel de Gucht forderte von der Regierung des südostasiatischen Landes eine stärkere Überwachung der Textilindustrie. Fände diese nicht statt würde die EU erwägen bestehende Abkommen zu kündigen.

Quelle: Fashion United, Tagesschau.de
Text: Andreas Grüter
Bild: ©M M (CC BY-SA 2.0)