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Das Öko-Monitoring ergab: Bio-Lebensmittel sind meist auch Bio.

Öko-Monitoring: Bio-Label überzeugen im Test

100 mal geringere Rückstände als in konventioneller Ware, lautet das Ergebnis des bundesweit einmaligen Öko-Monitorings der baden-württembergischen Lebensmittel-Überwachung. Die Ergebnisse, präsentiert von Verbraucherschutzminister Alexander Bonde, belegen eine hohe Qualität von Bio-Lebensmitteln.

«Immer mehr Verbraucher greifen auf Bio-Lebensmittel zurück und verbinden damit zu Recht bestimmte Erwartungen - wo Bio drauf steht, muss Bio drin sein. Damit der Verbraucher nicht ent- oder getäuscht wird, führt die baden-württembergische Lebensmittelüberwachung bereits seit neun Jahren das Ökomonitoring durch. Die Tendenz ist erfreulich - immer weniger Produkte werden beanstandet. Auch die Ergebnisse des diesjährigen Ökomonitorings sprechen für sich. Bio überzeugt», sagte der baden-württembergische Verbraucherschutzminister Alexander Bonde am 27. Juni 2011 bei der Vorstellung des Öko-Monitoring-Berichtes für das Jahr 2010. Noch besser als Produkte aus ökologischer Erzeugung seien Produkte aus ökologischer und gleichzeitig regionaler Erzeugung.

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«Regional und Bio passen gut zusammen und stärken das Verbrauchervertrauen», betonte Bonde. Das baden-württembergische Öko-Monitoring-Untersuchungsprogramm sei bundesweit einmalig und auch in anderen europäischen Ländern gebe es keine vergleichbaren Programme.

Im vergangenen Jahr wurden im Rahmen des Öko-Monitorings über 700 Lebensmittelproben mit Öko-Auslobung – Beispiel Bio-Siegel - auf ihre Inhaltsstoffe, gegebenenfalls schädliche Rückstände und Schadstoffe untersucht und bewertet. Das Spektrum der gesuchten Substanzen reicht von Pflanzenschutzmittel-Rückständen in Obst und Gemüse über Dioxine in Geflügel, Schimmelpilze in Getreide, gentechnisch veränderte Organismen in Mais, Soja und Leinsamen sowie eine Vielzahl von Zusatzstoffen in Fertiggerichten und Süßigkeiten. Eben all das, was in Öko- oder Bio-Produkten nichts zu suchen hat.

Die Öko- und Bio-Produkte wurden auch mit entsprechender Ware aus konventioneller Produktion verglichen. Dem stetig zunehmenden Warenangebot mit der Bezeichnung «Öko» oder «Bio» entsprechend wurden verstärkt verarbeitete Lebensmittel, wie Fertiggerichte, Weine und Säfte, einbezogen. Ergänzend wurde die Produktpalette mit 34 Proben auf Naturkosmetik ausgedehnt, die auf den Gehalt an Konservierungsstoffen und auf mikrobiologische Beschaffenheit untersucht wurden.


Frische Bio-Erdbeeren vom Feld sind weniger belastet als herkömmliche Früchte.

Bio-Früchte vom Feld tragen ihr Siegel meist zu Recht, wie Tests ergaben.

«Die Verbraucherinnen und Verbraucher sind bei Bio-Ware besonders sensibel. Sie erwarten bei Bio-Ware eine besondere Rückstandsfreiheit, da Bio-Erzeuger durch ihre Produktauslobung versprechen, komplett auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel zu verzichten. Dieser Verbraucheranspruch wird erfüllt: 97 Prozent der untersuchten Stichproben im Handel führen das Öko-Siegel zu Recht. Zwei Drittel der Proben waren vollständig rückstandsfrei», sagte Bonde. Die Beanstandungsquote liege bei allen frischen Erzeugnissen lediglich bei 1,3 Prozent und setze damit den Trend aus dem Öko-Monitoring des Vorjahres fort.

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Wie in den vergangenen Jahren unterschieden sich Bio-Obst und Bio-Gemüse bei Rückständen von Pflanzenschutzmitteln sehr deutlich von konventionell erzeugter Ware. Während der durchschnittliche Gehalt an Pflanzenschutzmittel-Rückständen in den untersuchten Obstproben aus ökologischem Anbau beispielsweise bei 0,003 Milligramm pro Kilogramm lag, enthielt konventionell erzeugtes Obst im Mittel 0,34 Milligramm pro Kilogramm, das heißt Bio-Obst enthält im Durchschnitt hundert mal weniger Pestizide als Nicht-Bio-Obst.

Lebensmittelüberwachung steigert Qualität der Bio-Lebensmittel

«Erzeugung und Verarbeitung von Bio-Lebensmitteln unterliegen den Auflagen der EU-Öko-Verordnung. Der Verbraucher muss sich daher auf das staatliche Öko-Siegel verlassen können. Nach unseren Ergebnissen kann er dies», so der Minister. Das Öko-Monitoring sei ein flexibles Instrument, das richtig und zielsicher sei. «Auch in Zukunft werden wir das Untersuchungsprogramm fortsetzen, um Status und Qualität ökologisch erzeugter Lebensmittel kontinuierlich zu überprüfen, Verbrauchertäuschungen durch falsche Bio-Kennzeichnung zu unterbinden und die Qualität der Bio-Produkte zu gewährleisten», betonte der Minister.

Quelle: mlr.baden-wuerttemberg.de, Text: Jürgen Rösemeier