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EHEC, kaum jemand isst noch Tomaten oder anderes Gemüse.

EHEC-Erreger: Gemüse trotzdem essen

Als Wirt des EHEC-Erregers waren zunächst spanische Gurken im Verdacht, heute ist dies schon wieder ein alter Hut. Zwar gibt es jetzt einen EHEC-Schnelltest, doch die Ursache ist weiterhin unklar und die Verbraucher sind verunsichert. Wie Sie trotz EHEC auf nichts verzichten müssen, lesen Sie hier.

Viel ist derzeit zu lesen über EHEC und die Ursache ist trotz anfänglicher Sicherheit, dass es die spanischen Gurken seien, schon längst wieder überholt. Auch wurde aufgrund der zurückgehenden Infektionszahlen von einem Abklingen gesprochen, heute ist aber kein Ende der EHEC-Epidemie abzusehen. Gemüse, Salat und alles was nicht nur der Vegetarier gerne isst ist nun in Verdacht, Träger des gefährlichen EHEC-Erregers zu sein. Auch ist die Sicherheit, es seien ausschließlich Produkte der riesigen Anbauflächen Spaniens, heute nicht mehr gegeben. Auch wenn es die Sprossen eines Bio-Bauers sein sollen, die Wissenschaftler sind sich noch nicht hundertprozentig sicher. Denn, weiterhin steht kontaminiertes Wasser, genauer belastetes Gießwasser oder Waschwasser in den Gemüsefabriken im Verdacht, Salat und Tomaten mit dem EHEC-Erreger zu kontaminieren. Und auch die Übertragung von Mensch zu Mensch ist noch nicht ganz auszuschließen.

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Auch wenn nirgends im Handel, in den Regalen, den Auslagen oder an Gemüseständen EHEC-besatetes Gemüse gefunden wurde - Die anfängliche Sicherheit, einheimische Produkte sind EHEC-frei, ist längst der totalen Unsicherheit gewichen. Nur eines ist sicher: Der EHEC-Erreger wird durch Erhitzen abgetötet. Daher heißt es: Verzicht muss nicht sein, auch wenn Sie keinen eigenen Garten oder den Gemüsebauer Ihres Vertrauens in der Nachbarschaft haben. Wie wäre es mal mit neuen Zubereitungsarten für Kopfsalat und Co.? Denn auch eine tolle Creme aus Salat oder herzhafter, gedünsteter Salat kann durchaus lecker sein. Und eröffnet völlig neue, kulinarische Horizonte.


In Zeiten von EHEC: Kopfsalat schmeckt auch gekocht.

In Zeiten von EHEC: Kopfsalat schmeckt auch gekocht.

Viel Unsicherheit herrscht derzeit bei den Verbrauchern. Und es wird kaum noch Salat oder Gemüse gekauft. Selbst, wenn Anbaubetriebe oder Genossenschaften ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse in Labors auf EHEC testen lassen und mit EHEC-frei deklarieren. Glücklich diejenigen, die jetzt auf den Eigenanbau zählen können, die ersten Gurken ernten, täglich vom eigenen Salat speisen und bei den sommerlichen Temperaturen die Tomatenernte herbeisehnen. Sicherlich, so sagen sich viele Verbraucher, kann man auch einige Zeit ohne die unter Verdacht geratenen Gemüsesorten auskommen, aber die Alternative heißt: Auf dem Herd zubereiten. Denn alles was 10 Minuten auf mindestens 70 Grad erhitzt wurde ist garantiert ungefährlich. Ein paar Tipps und Rezepte vom Berliner Zwei-Sternekoch Christian Lohse.

Kopfsalat: So kennen wir ihn zwar eher nicht, aber Kopfsalat kann auch eine hervorragende Creme ergeben. Dazu empfiehlt der Sternekoch Lohse, Zwiebeln anzuschwitzen, die Kopfsalat-Blätter hinzuzugeben, und mit Brühe und Sahne anzugießen. 20 Minuten köcheln und gegebenenfalls mit dem Pürrierstab kurz aufmixen. Auch geschmorter Salat ist eine gute Variante. Zwiebel, Knoblauch, Karotten, Fenchel und Speck anschwitzen und Bratensaft dazugeben. Das ist laut Christian Lohse eine herrliche Beilage zum Steak und macht sicherlich auch zu Gegrilltem eine gute Figur.

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Tomaten: Tomaten sind gekocht in der italienischen Küche nicht wegzudenken. Auch wir Deutsche können die Frucht schmackhaft auf dem Herd zubereiten. Der Sternekoch empfiehlt eine Tomaten-Suppe oder ein Tomaten-Kompott. Aus Tomaten werden Suppen, verfeinert mit Fond oder Sahne, oder Thai- oder Curryvarianten mit würziger Currypaste. Die Tomaten-Suppen schmecken sowohl kalt als auch warm. Genauso schmackhaft ist ein Tomatenkompott. Halbierte Tomaten einfach mit Olivenöl, Knoblauch, Salz, spanischem Pfeffer und Chili anbraten und köcheln lassen. So gekocht, nach dem Abkühlen mit Basilikum verfeinern und mit Crostinis und eine Sardelle als Garnierung abrunden. Zum Dekorieren eignen sich auch Anchovis, Sardinen und Scampi.

Gurken: Schmorgurken sind eine leckere Alternative für den rohen Gurkenverzehr und eine ideale Ergänzung laut Christian Lohse zum (Back-)fisch, dem Wiener Schnitzel oder der Bratwurst. Geschält die Gurken mit Zwiebeln, Senfsaat, Salz, Pfeffer und etwas Zucker kochen.

Und noch ein Tipp aus eigener Erfahrung und nach Großmutters Rezept: Dieses Gericht abschließend mit drei Esslöffeln saurer Sahne verfeinern und schon hat man Schlesische Schmorgurken. Dieses Gericht ist auch ideal für Vegetarier, denn diese Zubereitung von Gurken passt perfekt zu Pell- oder Bratkartoffeln und ist ein herrliches Sommergericht.

Fazit: Salat, Gurke, Tomate und Co. können Sie sich auch in EHEC-Zeiten schmecken lassen. Allerdings sollten Sie auf die eigene Hygiene und jene in der Küche achten. Mehr dazu lesen Sie im Artikel: Ehec-Bakterien und Hygiene.


Text: Jürgen Rösemeier