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7 Argumente für Vegetarier
Vegetarier versus Fleischesser

So gewinnnen Vegetarier jede Diskussion

„Tiere sind zum Essen da“, „Vegetarier leiden unter Nährstoffmangel“, „Fleischessen ist ganz natürlich“, „Vegetarier ernähren sich einseitig“… Kommen dir diese Aussagen bekannt vor? Bist du Vegetarier und musst dich ständig für deine Ernährungsweise rechtfertigen? Wir haben die wichtigsten Argumente zusammengefasst, mit denen du jede Anti-Fleisch-Debatte gewinnen kannst.

Der Anteil der Vegetarier in Deutschland ist immer noch verschwindend gering. Nach dem, vom Bundesernährungsministerium veröffentlichten „Ernährungsreport 2016“, verzichten gerade einmal drei Prozent der Bevölkerung komplett auf Fleisch. Dabei ist der Vegetarieranteil bei Frauen mit sechs Prozent deutlich höher als bei Männern (1 Prozent).

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Und das, obwohl Fleisch aus ernährungsphysiologischer Sicht ein überflüssiges Nahrungsmittel ist. Man weiß heute, dass mit einer fleischlosen, vegetarischen Ernährung eine optimale Deckung des Nährstoffbedarfs gewährleistet ist.

Doch was ist mit dem vielfach diskutierten Vitamin B12?

1. „Vegetarier leiden unter Vitamin B12-Mangel“

Nachhaltigleben

Antwort: Vitamin B12 ist ein Vitamin, das nur von Bakterien gebildet werden kann. Diese Bakterien sind sowohl im menschlichen, als auch im tierischen Darm angesiedelt. Zudem kommen sie auch in humusreichen Böden vor, so dass sie von Pflanzen aufgenommen werden können. Wenn wir also naturbelassene Pflanzen oder Tiere essen, die mit diesen gefüttert wurden, wären wir automatisch mit Vitamin B12 versorgt. Durch die Entnaturisierung unserer Böden, sind diese heutzutage jedoch so ausgelaugt, dass kaum noch Bodenbakterien auf ihnen siedeln, die das Vitamin bilden könnten. Selbst den Masttieren, muss Vitamin B12 über das Futter künstlich verabreicht werden. Auch unsere eigene Vitamin B12-Produktion im Darm kann gefährdet sein, wenn wir uns falsch ernähren und übersäuern. Denn die Übersäuerung führt zu einer Schädigung der Magenschleimhaut, die die Vitamin-Aufnahme im Dünndarm beeinträchtigt. Eine gesunde, basische und wenigstens fleischreduzierte Ernährung, sowie eine stabile Darmflora scheinen also die Grundlage für einen stabilen Vitamin B12 Haushalt zu sein. Vitamin B12-Mangel ist demnach ein allgemeines Problem und betrifft nicht nur Vegetarier und Veganer.

2. „Fleisch essen ist natürlich“

Antwort: Hat man früher Tiere häufig noch selber gehalten und nur geschlachtet, wenn wirklich Bedarf da war, so ist Fleisch heute zu einer „Ware“ verkommen, die rund um die Uhr, in Massen verfügbar ist. Doch Massentierhaltung und Antibiotikavergabe sind weit weg von „natürlicher“ Tierhaltung.

Dass es sich bei Bärchenwurst und Salami um Teile eines Lebewesens handelt, das Fell, Haut, Augen und Gefühle besaß, wird meistens vergessen bzw. verdrängt. Alle essen es, doch keiner schlachtet mehr. Durch den fehlenden Bezug zum Lebewesen, ist für viele Menschen auch sein Wert verloren gegangen. Knapp 4,1 Millionen Tonnen Fleisch wurden in den gewerblichen Schlachtbetrieben Deutschlands in den ersten sechs Monaten 2016 produziert. Allein die Wortwahl zeigt bereits die Distanz: Wir reden von Fleischproduktion und vermeiden es dabei von Tieren oder gar von Individuen zu reden. Wir erwähnen nicht die Anzahl der getöteten Tiere, sondern lieber die Summe ihres Gewichts.

Zudem gibt es in Deutschland fast doppelt so viele „Nutztiere“ wie Menschen, doch man sieht sie nicht. Während man ihre Körperteile praktisch überall - ob beim Einkaufen, im Restaurant, oder an der nächsten Imbissbude sehen kann - sieht man die Tiere (bis auf wenige Ausnahmen) niemals lebendig.

Fleischesser beharren gerne auf die Natürlichkeit des Fleischkonsums, führen aber in allen anderen  Bereichen auch kein natürliches Leben mehr.  Wir leben nicht mehr in Höhlen, fahren mit Autos und haben Supermärkte, in denen uns eine große Bandbreite an pflanzlichen Lebensmitteln geboten werden, die unseren Nährstoffbedarf optimal decken.

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3. „Fleischessen ist notwendig“

Antwort: Wusstest du, dass der stärkste Mann Deutschlands, Patrik Baboumian, Veganer ist? Viele Pflanzen, wie Quinoa, Buchweizen, Hanf, Chia Samen, Soja, Nüsse und Hülsenfrüchte sind hervorragende Eiweißquellen und haben teilweise sogar einen höheren Proteingehalt als Fleisch. Tierische Proteine haben zudem den Nachteil, dass ihre Aminosäuren mehr Schwefel beinhalten und daher ein saures Milieu im Körper bilden.

4. „Fleischessen ist gesund“

Antwort: Ein Großteil der Bevölkerung weist einen erheblichen Mineralstoffmangel auf, an dem auch der häufige Verzehr tierischer Produkte schuld ist. Tierische Eiweiße erzeugen während der Verstoffwechselung eine Menge schädlicher Säuren, die Erkrankungen, wie Rheuma, Gicht, sowie alle Krankheiten, denen Entzündungsprozesse zugrunde liegen, hervorrufen können. Besonders Schweinefleisch und die daraus hergestellte Wurst sind extrem säurebildend.

Aber auch wer viel rotes Fleisch isst, erhöht die Wahrscheinlichkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Die sogenannten Zivilisationskrankheiten, wie Übergewicht, hoher Blutdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes Typ 2 und diverse Krebserkrankungen, kommen auffallend häufig in der westlichen Welt vor, wo viel Fleisch, Fett und Zucker verzehrt werden.

gesunde Ernährung

5. „Menschen haben schon immer Fleisch gegessen und sind deswegen intelligent“

Antwort: Gerne wird davon gesprochen, dass unsere Vorfahren hervorragende Jäger waren, die den ganzen Tag durch den Wald liefen und Wild erlegten. Wissenschaftler fanden jedoch heraus, dass sich Steinzeitmenschen hauptsächlich von pflanzlicher Nahrung, wie Früchte, Beeren, Wurzeln, Pilze und Wildkräutern ernährten. Kleinwild, Eier und Fisch standen hingegen selten auf dem Speiseplan.

Die Theorie, dass das Gehirn unserer Vorfahren durch den Verzehr von Fleisch gewachsen sei und uns zu dem gemacht hat, was wir heute sind, konnte ebenfalls widerlegt werden. Man geht inzwischen davon aus, dass Feuer der Schlüssel zum Erfolg war. Denn durch das Kochen der Nahrung, konnten Nährstoffe bereits aufgeschlossen und besser verdaut werden. Die Nahrungsaufnahme kostete somit weniger Zeit und Energie, mehr leicht verdauliches Eiweiß war nun vorhanden.

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6. „Menschen sind Fleischfresser“

Antwort: Als Argument für den Fleischkonsum, wird mit einem Fingerzeig auf die Eckzähne gerne auf die anatomische Ähnlichkeit zum Raubtier verwiesen. In Wirklichkeit haben unsere Körper mit denen von reinen Fleischfressern jedoch nichts gemeinsam:

1. Die Eckzähne eines Raubtieres sind lang und dolchähnlich. Zudem haben sie scharfe Vorderzähne, gezackte Backenzähne und eine Zahnknochendichte, die unsere um ein vielfaches übertrifft und es ihnen ermöglicht, die Knochen ihrer Beute regelrecht zu zermalmen.

2. Natürliche Fleischfresser haben keine Verdauungsenzyme in ihrem Speichel. Ihre Magensäure ist viel konzentrierter als unsere, damit die Bakterien von rohem und verrottendem Fleisch ihnen nichts anhaben können.

3. Raubtiere haben Kiefer, die sich – anders als die Kiefer der Menschen – nur vertikal bewegen und keine mahlenden Bewegungen ausführen können. Außerdem kauen sie ihr Futter nicht, sondern reißen und schlucken es.

4. Fleischfresser haben Klauen, um ihre Beute auseinander zu reißen und keine feinmotorischen Finger zum beispielsweise Pflücken.

5. Raubtiere haben einen viel kürzeren Darm, damit sie schlechtgewordenes Fleisch schnell wieder ausscheiden können.

6. Alle natürlichen Fleischfresser produzieren ihr eigenes Vitamin C, während wir Menschen Vitamin C durch den Verzehr von Früchten und Gemüse zu uns nehmen müssen.

7. Raubtiere schwitzen durch ihre Zunge und nicht durch ihre Haut.

7. „Die Futtermittelindustrie hat keinen Einfluss auf das Elend in der Welt“

Antwort: Es gibt mehr als genug Nahrung auf der Welt, um die gesamte Menschheit zu ernähren. Warum müssen dann immer noch 840 Millionen Menschen hungern?

Daran ist mitunter unsere auf Fleisch basierte Ernährung verantwortlich. Denn Land, Wasser und andere Ressourcen, werden hauptsächlich für den Anbau von Futtermitteln verschwendet. Getreide, das eigentlich dazu genutzt werden könnte, um Menschen zu ernähren, wird stattdessen dazu verwendet, um Tiere zu mästen. Um 1 Kg Fleisch zu „produzieren“, benötigt man bis zu 16 Kg Getreide.  

Um diese großen Flächen Getreide anbauen zu können, werden Urwälder durch Abholzung und Brandrodung zerstört. Durch die intensive Tierzucht werden Luft und Wasser verseucht und einst fruchtbares Land tot und öde zurückgelassen.

Rodung des Urwalds für Getreideanbau

Industrieländer exportieren Getreide aus Entwicklungsländer und importieren wiederum das Fleisch, das mit dem dort angebauten Getreide produziert wurde und verkaufen es zu Dumpingpreisen. Einheimische Kleinbauern haben keine Chance mehr, ihre eigens produzierten Lebensmittel loszuwerden. Wenn dieser Trend anhält, werden Entwicklungsländer nie imstande sein, genug Nahrung für sich selbst zu erzeugen und weltweiter Hunger wird weiterhin bestehen.

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Quellen: rundschau-online.de, nature-practice.de, rohkost1x1.de, Bild: depositphotos undrey / somegirl / kondratya / branex / Leonardi, Text: Meike Riebe