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Mit Kohl aus deutschen Landen variantenreich und gesund essen

Kohl hat im Winter Hochsaison und ist zu Recht auf der deutschen Speisekarte beliebt. Er ist variantenreich und in der kalten Jahreszeit eine wahre Vitaminbombe. Alleine letzten Winter wurden laut Pressebüro Deutsches Obst und Gemüse 73.100 Tonnen frischer Kopfkohl gekauft. Und das Gute daran, vier Fünftel kamen aus heimischem Anbau. Doch es muss nicht immer die klassische Beilage sein.

Kraut oder Kohl aus Deutschland: Gesundes Powergemüse mit vielen Vitaminen

Der Winter ist gar nicht so langweillig, wenn es um Abwechslung auf dem Teller geht. Viele vitaminreiche Kohlsorten kommen jetzt auf den Speiseplan, aber auch Wurzelgemüse wie Rote Beete bereichern die gesunde Ernährung in der kalten Jahreszeit. (c) Thinkstockphotos

Rotkraut beziehungsweise Rotkohl als Gemüsebeilage zu deftigem Braten, Sauerkraut zu Schupfnudeln oder zu Rippchen, Krautwickel mit Hackfleisch- vegetarischer oder veganer Füllung, Chinakohl als knackiger Salat – es gibt viele Möglichkeiten, den lagerfähigen Kopfkohl zu verarbeiten. Gesund sind sie alle, sind reich an Vitaminen und Mineralien und stärken in der kalten Jahreszeit das Immunsystem. Doch, es muss nicht immer deftig sein und Kopfkohl kann auch mal ganz leicht daherkommen. Aber gleich wie er zubereitet wird, gesund, ballaststoffreich sind sie alle.

Nur: So mancher mag den Kohlgeruch beim Kochen nicht, reagiert mit Völlegefühl und Blähungen oder lehnt die leicht bittere Note von Rosenkohl ab. Doch gerade Letzteres machen viele Speisen so gesund. Leider werden mehr und mehr Sorten von Gemüse – Beispiel: Radicchio oder Zuckerhutsalat – so gezüchtet, dass sie weniger bis gar nicht mehr bitter sind. Dabei tragen diese zu einer ausgewogenen Ernährung bei, Stichwort ‚Übersäuerung‘. Mehr zu den gesunden Inhaltsstoffen des Wintergemüses Kohl, lesen Sie hier.

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Wer das Bittere am Rosenkohl dennoch nicht mag: Strunk kreuzweise einschneiden, hilft auch dem gleichmäßigem Garen. Kohlgeruch ist übrigens kaum noch wahrzunehmen, wenn ein Schuss Essig ins Kochwasser kommt - sorgt wie ein Schuss Zitrone für eine schöne Farbe - und Kümmel wie Fenchelsamen wirken der Blähung entgegen. Und Rotkraut bekommt als Beilage den richtigen Pepp mit einem Eßlöffel roter Marmelade oder Gelee.

So wird der deftige Fitmacher ideal zubereitet und ist lange haltbar

Aufgrund seiner Wuchsform ist Kohl von Natur aus eine saubere Sache und muss nicht gewaschen werden. Allenfalls die äußeren Blätter entfernen, fertig. Viele Kohlsorten lassen sich ideal im Winter im Keller lagern. Ausnahmen: Spitzkohl und Rosenkohl. Diese sollten wenn überhaupt nur kurz und im Kühlschrank lagern.

Selbst wenn ein Kohlkopf nicht gänzlich aufgebraucht wird, kann er wunderbar weitergelagert werden. Dazu einfach die gewünschte Blattmenge von außen nach innen abzupfen und kleinschneiden. Nicht in der Mitte halbieren, denn dann trocknet Kohl schnell aus.

Kohl kann entweder roh verzehrt oder gekocht werden: Zusammen mit etwas Flüssigkeit, gut geeignet sind fertige Fonds, die Kohl-Streifen in einem Topf auf mittlerer Stufe erwärmen und dabei kräftig umrühren. Für den Rohverzehr den Kohl sehr fein reiben und kräftig marinieren.

Wissenswertes zu Kohl

Obst und Tomaten sind keine gute Gesellschaft für den Kohl – sie verkürzen seine Haltbarkeit, deshalb immer getrennt lagern.

Chinakohl stammt, wie schon sein Name verrät aus China. Dort wird er bereits seit dem 5. Jahrhundert angebaut und vielfältig zubereitet. Ideal: Für typisch asiatische Pfannengerichte einfach klein schneiden und nur kurz vor dem Servieren mitdünsten, dann behält er seine knackige Konsistenz. Forscher vermuten, dass Chinakohl eine Kreuzung aus dem Blattgemüse Pak-Choi und einer Rübenart entstammt.

Der ursprünglich wilde Rosenkohl galt noch bis zum Ende des 18. Jahrhunderts eher als unnütz und wurde kaum oder gar nicht verzehrt. Erst die intensive Zucht in Belgien, Frankreich und England läuteten den Siegeszug des kleinsten Kohlkopfes ein. Tipp für Rosenkohl: Einfach mal die Blätter abschälen und in der Pfanne mit einer feingehackten Schalotte dünsten.

Rezepttipp: Marinierter Rotkohl mit Jakobsmuscheln an Senf-Rahm

Für dieses wirklich festliche, aber recht leichte Rezept von Sternekoch Mario Corti wird der Winterklassiker Rotkohl mit edlen Jakobsmuscheln und dem Aroma von körnigem Senf so richtig geadelt. Der Rotkohl wird hierbei als Rohkostsalat gereicht. Das Rezept lesen Sie hier: Rotkrautsalat mit Jakobsmuscheln an Senfrahm.

Quelle: Deutsches Obst und Gemüse, Text: Jürgen Rösemeier