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Unglaubliche Verschwendung

Verschwendung:2,7 Tonnen Brot pro Woche im Müll

Jede Woche wandern pro Bäckerei mindestens 2,7 Tonnen Brot in den Müll, so ein Forschungsergebnis der Landesregierung in NRW. Alles andere als nachhaltig.

2,7 Tonnen Brot an Müll

Der Satz „Brot für die Welt“ ist wohl reine Theorie, wenn man sich die neuste Meldung des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz vor Augen hält. Pro Bäckerei landen jede Woche im Schnitt 2,7 Tonnen Brot im Müll. Ein Warenwert von durchschnittlich 15.700 Euro. Gemeint sind vor allem Brot – und Backwaren aus einzelnen Bäckereifilialen, die in die Produktionsstätte zurückwandern.

Unglaubliche Mengen Brot wandern täglich in den Müll.

Wissenswertes:

Laut Zentralverband des deutschen Bäckerhandwerks gab es im Jahr 2014 rund 12.611 Bäckereibetriebe. Da wird die immense Menge an weggeschmissenem Brot schnell deutlich. Im Durchschnitt wandern so pro Tag 4.868 Tonnen Backwaren auf deutschen Müllhalden.

Brot gehört nicht in den Müll

Untersucht wurden insgesamt sechs handwerkliche Betriebe aus dem Münsterland und Hilden in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Münster. Zwei Jahre lang dauerte der Prozess, in dem die Bäckereien untersucht und Verbesserungsvorschläge entwickelt wurden. Ebenfalls wurde die Kommunikation zu den Verbraucherinnen und Verbraucher analysiert. „Unsere Handwerksbäckereien backen gute Brote, sammeln aber häufig keine Zahlen, wie viel davon in der Auslage liegen bleibt,“ erläuterte der Forschungsleiter der FH-Münster, Professor Dr. Guido Ritter. „Alleine schon das Messen in den Bäckereien, mit denen wir zusammengearbeitet haben, führte zu einer Verbesserung der Prozesse und zu weniger Ausschuss und Retouren.“

Handwerksbäckerein müssen besser kalkulieren.

Fokus auf Qualität

Nach Meinung von Verbraucherschutzminister Remmel ist das Projekt wichtig, um fundierte Lösungskonzepte zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung zu finden. „Lebensmittel gehören nicht in den Müll, sondern auf den Tisch. Solche Mengen genießbarer Lebensmittel zu vernichten ist auch mit Blick auf die Welternährungssituation ethisch nicht vertretbar“, erklärte er. Seiner Meinung nach ist auch der Fokus auf Qualität statt Quantität wichtig. Nicht die übermäßige Vielfalt sei entscheidend, sondern eine Steigerung der Wertschätzung.

Textquelle: Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, Bildquelle:Flickr CC BY 2.0/Christian Guthier, Scoobay,©Bryan Alberstat-thinkstock, Autor: Ulrike Rensch