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Vegane Brotaufstriche
Vegane Pasten ohne Soja

Nüsse statt Soja: Die wahren Superfoods

Deine Küchenskills sind top und das möchtest du der Welt da draußen auch beweisen? Dann geht es dir wie Ulrike Koberg. Die 48-jährige Oberhausenerin hat ihren Sozialarbeiter- und Therapeutenjob an den Nagel gehangen und sich mit Nuts’n’Spicy ganz ihrer Nusspasten-Passion hingegeben. Was sie beim Labelaufbau alles erlebt hat erzählt sie im Interview.

Pikante Aufstriche auf Nuss- und Saatbasis? Nuts’n’Spicy macht’s möglich. Das Start-Up aus dem Ruhrgebiet schickt sich nicht nur an, dem Mega-Marketingtrend Superfood mit der Kraft der gesunden Kerne ordentlich inhaltlich zu konterkarieren sondern präsentiert auch eine tolle Alternative zum nicht ganz unumstrittenen Tofu-und Soja-Trend.

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Hallo Ulrike. Du steckst ja aktuell noch mitten im Aufbau von Nuts’n’Spicy. Wie kamst du auf die Idee und was hast du vorher gemacht?

Ich habe nach meinem Studium der Sozialarbeit lange als Sozialarbeiterin und Therapeutin gearbeitet. 2013 hat mich dann ein fieses Burnout erwischt und ich wollte nicht mehr zurück in die Mühle was natürlich zwingend zu der ‚Was mach ich jetzt eigentlich?’-Frage führt. Die Antwort hat mir schließlich meine Freundin und Lebensgefährtin Patricia gegeben. ‚Du liebst es doch in der Küche zu werkeln und unsere Freunde sind immer so von deinen Brotaufstrichen begeistert. Warum machst du dein Lieblingshobby nicht zum Beruf?’ Das war Mitte 2013 und seitdem arbeite ich an Nuts’n’Spicy.

Als Anfängerin im Lebensmittel-Business sicherlich kein Zuckerschlecken.

Davon kannst du ausgehen. Es gibt wahnsinnig viele gesetzliche Regelungen, EU-Bestimmungen und anderen Hürden die es zu überwinden gilt und es hat gute 1,5 Jahre gedauert bis ich mich erfolgreich durch diesen Dschungel geschlagen hatte. Hinzu kamen die ganzen Bio-Zertifizierungen und die Suche nach Nusslieferanten die kontrolliert biologisch anbauen und Fairtrade handeln. Der ganze Spaß hat nicht nur gut 12.000 Euro sondern auch ewig viel Zeit verschlungen. Ich habe ja wirklich bei Null angefangen. Und das Lernen geht eigentlich ständig weiter. So musste ich mich irgendwann entscheiden ob ich die Pasten selbst herstelle oder herstellen lasse. Ich habe die Option Lohnherstellung ausprobiert aber das ging in die Hose und aktuell baue ich halt meine eigene Manufaktur auf. Das macht letztendlich auch mehr Sinn weil man alles selbst in der Hand hat. Ich stelle nur soviel her wie ich auch verkaufen kann und vermeide so Überproduktion für den Mülleimer. Wenn dann doch etwas übrig bleibt, geht das konsequent an die Tafeln.

Nuts?n?Spicy Brotaufstriche

Angekommen im Lebensmittel-Business

Nuss-Brotaufstriche kennt man ja eigentlich nur in Süß. Wie kamst du darauf herzhafte Varianten anzubieten?

Ich war schon immer ein großer Nussfan und vor allem diese Nüsse im Gewürzmantel haben es mir angetan. Was lag da näher als diesen Geschmack einfach in Pastenform zu adaptieren. 98% der Brotaufstriche die es auf dem internationalen Markt gibt sind in der Tat süß und wenn es um herzhafte Aufstriche geht liegen Tofu und Soja ganz vorn. Nüsse, Saat und Kerne sind hier so gut wie nicht vertreten und ich finde das sollte sich wirklich ändern, zumal die ja mit ihren ganzen wichtigen Nähr- und Ballaststoffen, gesunden Fetten, Eiweißen und Proteinen seit über 200.000 Jahren die wahren Superfoods sind. Unsere Pasten sind also so etwas wie ‚Spicy Superfood-Nut Butter’

Die Nuts’n’Spicy-Pasten sind nicht nur als Brotaustrich zu gebrauchen oder?

Nein, überhaupt nicht. Man kann sie auch zum Gratinieren, als Zutat zu verschiedensten Soßen und Dressings oder auch als Füllung oder Dip nutzen. Aktuell gibt es mit der mediterranen Aurelia, der süß-pikanten Peppa und der exotischen Thaila drei Sorten und zu jeder gebe ich natürlich auch Verwendungstipps.

Dabei sind alle deine Produkte rein vegan bzw. vegetarisch.

Ja, und das war mir auch wichtig. Ich bin seit über 30 Jahren Vegetarierin und jenseits von gelegentlichen Ausflügen ins Käseland lebe ich auch weitestgehend tierfrei und da waren tierische Ingredienzien einfach überhaupt keine Option.  

Rein vegane Basis

Pflanzliche Basis für die Nuts’n’Spicy-Pasten.

Wie wird Nuts’n’Spicy denn von den Kunden angenommen?

Ziemlich gut. Nachdem ich mich jetzt durch den Bürokratiedschungel gekämpft habe konnte ich Anfang des Jahres endlich auch richtig mit dem Vertrieb loslegen. Aktuell kann man die Pasten direkt über unseren Online-Shop oder im ‚Kult Ur Brot’, einem Bio-Feinkostladen in Düsseldorf, kaufen. Es tun sich aber ständig neue Möglichkeiten auf. Ich spreche derzeit sowohl mit Biomärkten als auch mit Hotels und Bio-Gastronomen. Seit ich im vergangenen November den Unternehmerinnenbrief in Oberhausen gewonnen habe, steht mir ein Businesspate mit Rat und Tat zur Seite und der ist als Vorstandsvorsitzender der SuperBioMarkt AG natürlich auch beim Aufbau weiterer Distributionswege eine ziemlich große Hilfe.

Was geht es bei Nuts’n’Spicy 2016 weiter?

Abgesehen vom Aufbau der Manufaktur und des Vertriebs tüftle ich gerade an einigen neuen Geschmacksrichtungen. Zudem will ich unbedingt endlich mit meiner Pop-Up Store Idee vorankommen – Mode, Kunst, Lebensmittel und Musik als temporärer Event unter einem Dach.

„Kakako“  mit Thaila (Kartoffel-Karotte-Koriander)

   
2-3 Pellkartoffeln 1,5 EL Sojagohurt natur (ohne Zucker)
1 kleine Frühlingszwiebel (rote Zwiebel geht auch) Kreuzkümmel,
1 TL Thalia, gehackte geröstete Erdnüsse
1 große Karotte 1TL Oliven- oder Rapsöl
frischer Koriander (optional) Salz

Zubereitung:

Die Pellkartoffeln in Scheiben und die Frühlingszwiebel in Röllchen schneiden, Die Karotte schälen und raspeln. Die Nusspaste mit dem Öl und dem Joghurt verrühren, mit Salz und Kreuzkümmel abschmecken und mit Kartoffeln, Zwiebel und der Karotte vermischen. Wer mag, kann noch ein paar Blätter frischen Koriander hacken und unterheben. Wer nicht mag, nimmt stattdessen Petersilie. Oder lässt das Grünzeug weg - wäre aber schade drum. Den Kartoffelsalat in ein Schraubglas füllen, mit gehackten Erdnüssen bestreuen, Deckel aufschrauben und mit ins Büro nehmen.

KiBro mit Thaila (Kichererbsen- Brokkoli- Salat)

   
1 kleiner Brokkoli 1 rote Paprika
1 EL Kokosöl 1 EL Apfeldicksaft (oder Agavendicksaft, oder Honig)

1 Dose Kichererbsen

15 g Zitronensaft

1/2 TL Kreuzkümmel 1 TL Salz
1 EL Sesam 1-2 TL Thaila

Zubereitung:

Kichererbsen abgießen und abspülen, Das Kokosöl in einer Pfanne erhitzen bis es flüssig ist, Kichererbsen und Sesam zugeben und brutzeln, bis die Kichererbsen schön braun sind. Dabei die Pfanne am besten mit einem Spritzschubsieb abdecken - Kichererbsen und auch die Sesamkörner neigen zu unautorisierten Trampolinhopsern aus der Pfanne. Brokkoli und Paprika waschen und klein schneiden (oder in einem Lebensmittelzerkleinerer zerhäckseln). Thaila, Dick- und Zitronensaft mit den Gewürzen zu einem cremigen Dressing verrühren und mit der geschnibbelten Brokkoli-Paprika-Rohkost vermischen. Den Salat in zwei Schüsseln anrichten, die gerösteten Sesam-Kichererbsen auf 2 Portionen aufteilen und über den Salat geben.

Die Rezepte wurden dankenswerterweise von Daniela Mohr/Mohrblog ausgeklügelt.

Nuts?n?Spicy - Kreative Pläne für 2016

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Quelle: www.nutsnspicy.com, Bild: www.nutsnspicy.com, depositphotos/zi3000,Interview: Andreas Grüter