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Frau beim Einkaufen
Millionen für den Umweltschutz

Revolution im Lebensmittelsektor

Der europäische Lebensmittelsektor ist trotz seiner Größe wenig innovativ. Das soll ein mit mehreren Millionen Euro gefördertes Projekt ändern. Mit dabei sind Universitäten, Unternehmen und Forschungseinrichtungen, neun davon aus Deutschland. Ihr Ziel: Die Branche umwelt- und verbraucherfreundlicher machen.

Es ist eine enorme Summe, die das Europäische Institut für Technologie und Innovation (EIT) in ein neues Projekt steckt, das den Lebensmittelsektor revolutionieren soll: Zehn Jahre lang finanziert das Institut die aus 50 Mitgliedern bestehende Innovationsgemeinschaft EIT Food mit 400 Millionen Euro. Da aus privaten Mitteln weitere 1.200 Millionen Euro dazukommen, können die Wissenschaftler, Unternehmer und Experten auf eine stolze Summe an Förderungsgeldern zurückgreifen, um ihre Pläne für einen nachhaltigeren Lebensmittelsektor in die Realität umzusetzen.

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Ambitionierte Ziele für mehr Umwelt- und Verbraucherschutz

Diese sind durchaus ambitioniert. Die EIT Food hat sich vor allem verbraucherorientierte und ökologische Ziele gesetzt, die sie innerhalb der nächsten zehn Jahre erreichen will und die über Ertrags- und Effizienzsteigerung hinausgehen. Bisher ist die Lebensmittelbranche wenig innovativ, obwohl sie mit 44 Millionen Beschäftigten der größte produzierende Sektor der EU ist und Veränderungen angesichts von Klimawandel, einer wachsenden Weltbevölkerung und dem immer größer werdenden Bedürfnis nach gesunder Ernährung dringend notwendig sind.

Letzteres will die neue Innovationsgemeinschaft unterstützen, indem sie etwa die Entwicklung neuer Lebensmittel-Produkte vorantreibt. Ein besonderer Fokus liegt darauf, den Lebensmittelsektor umweltfreundlicher zu machen. So soll die Produktion und Verarbeitung von Lebensmitteln in Zukunft deutlich weniger Treibhausgas-Emissionen verursachen; Ziel ist eine Reduzierung der aktuellen Emissionen um vierzig Prozent. Auch die Lebensmittelabfälle in Europa sollen reduziert werden, und zwar um die Hälfte. Statt des bisherigen „Produzieren-Konsumieren-Entsorgen“-Modells soll ein bioökomischer Kreislauf mit Zero-Waste-Agenda etabliert werden. Damit der europäische Lebensmittelsektor auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleibt und mit der in Übersee aufkommenden Aufbruchsstimmung konkurrieren kann, will die EIT Food außerdem 350 Startups unterstützen.

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Neun deutsche Mitglieder in neuer Innovationsgemeinschaft

Unter den 50 Universitäten, Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die sich zur neuen Innovationsgemeinschaft zusammengeschlossen haben, sind auch neun deutsche Mitglieder: die Universitäten Hohenheim und München, das Deutsche Institut für Lebensmitteltechnik und die Fraunhofer Gesellschaft zur Förderung der Angewandten Forschung sowie die Industrieunternehmen Robert Bosch, Siemens, John Deere, Döhler und die Herbstreith & Fox KG Pektin-Fabriken der Industrie.

Gemeinsam mit anderen europäischen Experten aus Wissenschaft und Industrie wollen sie sich in den kommenden zehn Jahren den Herausforderungen unserer Zeit annehmen und nicht weniger als eine Revolution im Lebensmittelsektor erreichen. Dazu gehört auch, durch Transparenz und Dialogbereitschaft das verlorengegangene Vertrauen in die Branche zurückzugewinnen.

Weitere Informationen zur EIT Food unter eit.europa.eu/eit-community/eit-food.

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Quellen: Universität Hohenheim, Bilder: Depositphotos/minervastock, Text: Ronja Kieffer